Meine Gedichte haben keinen Reim oder Rhythmus.

Siehe, auch meine Gedichte haben keinen Reim oder Rhythmus.

Sie haben nur das Gefühl, den Gedanken und das Wort.

Auch mein Leben hat weder Reim noch Rhythmus.

Es hat die Liebe und die Zeit,

mich und es hat dich.

Vor langer Zeit,

lebten wir die unklassische Liebe

Du hattest Evas die mit dir Abenteuer teilten,

Ich hatte Adam den ich liebte –

Wie die Schlange und der Apfel

den gleichen Duft und Geschmack von Liebe teilten,

obwohl die Schlange sich unschuldig fühlte

und der Apfel für seine Süße und Güte schuldig gesprochen wurde.

Ich liebe so tief und verborgen,

so unlogisch aus welticher Logik

so unsichtbar für die weltlichen Augen.

Du wirst es nicht wissen

wie lange du in meinem Herzen leben wirst

und ob ich dich schon längst ausgeatmet habe.

©Émilia

 

Ich befreie mich wie ein Fluss

Ich befreie mich wie ein Fluss
von Steinen und Kies.
Ich verbanne alle morschen Gedankenboote,
Vorbei Treibholz, an den Baumwurzeln
bahne ich den Weg ins Meer.
Nichts hält mich auf.
Weder die Steine noch der Kies,
auch nicht die Sandkörner die ich mitreiße
Vor allem nicht mein Herz,
wird mich aufhalten können.
Wohin mein Herz tragen wird,
ich werde wie ein Fluss meinen Weg gehen.

©Émilia

 C’ést la vie.

Ich habe ein Feuer in meinem Herzen gefunden,

ich denke darüber nicht mehr nach.

Alles was mich am Leben hält

ist das Atmen und mein Herzschlag.

Träume sind da

für die die schlafen.

Ich schlafe nicht.

Ich halte die Augen offen.

Wer nicht vorwärts geht,

den lässt die Zeit hinter sich.

Ich gehe mit jedem neuen Tag vorwärts.

C‘ ést la vie.

Doch das Herzfeuer

ruft nach mir meinen Weg zu gehen

Das Meer in mir ruft nach dem Sturm in mir

Und ich werde dem Regen folgen

mein Lied zu finden.

Das Herz sagte mir:

„Bleib hier, geh nicht weg,

das Feuer geht aus mit der letzten Glut

und der Sturm verwüstet doch alles.

Bleib hier.“

Dann ruft die Nacht

„Fange für mich die Sterne ein

und lege sie auf meine indigofarbene Himmelshaut.

Doch ich sehe keinen einzigen Stern.

Ich muss mein Herz finden

und mein Lied.

C’ést la vie.

Der Tag an dem alles in dir zerbricht

Der Tag an dem alles in dir zerbricht

wie eine Blumenvase aus teuerstem Kristall.

Der Tag an dem alles in dir zerbricht

ist ein Feiertag, oder ein Montag und Sonntag

oder irgendein Tag im Jahr.

Ein Sonnentag, ein Regentag

ein Tag wie jeder andere

und dann wird es plötzlich eiskalt

eisig, kristallklar kalt.

Und es gibt Anzeichen dafür,

die du nicht siehst,

die du nicht hörst

der du keine Bedeutung schenkst.

Am Rande des Tages

wird es still.

In der Stille bluten die Farben aus.

Das fragile Pastellzarte in der Stille,

der ausgefranste Saum der Herzhäute.

Der Tag an dem alles in dir zerbricht,

wie eiskaltes Kristall zerbarst.

Es geht nicht um den Flügel eines Vogels,

der nur von den Federn gehalten wird,

nicht um den Flügel eines Schmetterlings,

dessen Farbe zu Staub wird.

Es ist das Herz dessen Häute reißen,

die Seele die nur noch in den letzten Verankerungen gehalten wird,

die Wunden sie sich öffnen und bluten.

Die Wasserfälle und Ozeane an Tränen

die alle Worte in ihren ertränken.

Die Augen die ausgeweint zur Wüste werden

und die Stimmbänder die zu trockenen Küsten werden

und dann die große Stille.

 

©Émilia

Der schwebende Stuhl

Ich hatte die ganze Zeit die Bilder an den Wänden in den Fluren des Krankenhauses nie richtig wahrgenommen.
Man ist da, absolviert seinen täglichen Dienst und fährt nach Hause zu den Liebsten. Das ist der normale Alltag. Der unnormale Alltag ist der Stress dem man ausgesetzt ist.
Wenn ich mich gestern an den späten Nachmittag erinnere, saß ich im Büro zusammen mit zwei Kollegen und jeder war mit seinen Gedanken beschäftigt, oder mit seinem Handy.  Wir mussten noch auf einige Kollegen warten.  Ich starrte auf das Bild mit dem Stuhl, dass an der Wand hinter dem Schreibtisch hing. Es hing schon immer da, aber ich habe es nie so richtig beachtet.
Kunst im Krankenhaus für wen ist sie wichtig?
Es war warm und es roch nach Kaffee, nach OP-Schweiß und Desinfektionsmittel, nach Parfüm und nach Rasierwasser. Gestern hatte ich eine besonders sensitive Nase.
Ich hatte mich auch mit Davidoff Cool Water eingenebelt. Kollektives Stinken. Immerhin hatte ich davor noch etwas Zeit für eine Katzenwäsche. Ich mag es nicht vor mich hinzustinken, auch wenn ich manchmal bei einer schwierigen OP ins Schwitzen gerate.

Ich starrte also auf das Bild, als hätte ich es zu ersten Mal gesehen. Gestern regte es mich zum nachdenken an.
Das Bild zeigte einen Stuhl vor einem Hintergrund, der den Anschein erweckte, als würde der Stuhl in der Luft schweben.
Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und meine Gedanken dachten an eine Seele die alle vier Wände hinter sich ließ und aus dem Fenster flog, unerreichbar für die die weinend zurückblieben.
Als würde ich den Wind fühlen der sie berührte, sie umspielte und sie zum Tanz auf den Weg zu den Wolken aufforderte.
Damals regnete es. Ich fühlte, als wäre es im Augenblick,  die Regentropfen auf meiner Haut, wie sie sich mit meinen Tränen mischten.
Ich starrte auf den fliegenden Stuhl und auf die schneebedeckten Berge dahinter. Und ich sah vor meine immaginärem Auge,  viele Menschen die mich bis anhin auf meinem Weg begleitet haben auf diesem Stuhl sitzen
Ich bin nicht abergläubisch….nun ja…ein bisschen vielleicht schon. Und Seelen? Weg ist weg. Unwiederbringlich weg. Und ich denke an Seelen. Und ich denke was Mama immer sagte: „Tot ist tot. Irgendwann ist man vergessen wie ein Blatt Papier. Ein zerknülltes Blatt Papier. Man muss damit leben, dass nichts und niemand unendlich ist.“
Hilft Kunst die Traurigkeit zu überwinden? Das Schreiben das Vermissen? Musik um an die schönen Zeiten zurückzudenken?
Gibt Kunst Kraft Menschen hinter sich lassen zu können und nicht mehr mit Trauer an sie zu denken, sondern sie „fliegen“ zu sehen? Hilft Kunst aufzustehen und sagen zu können „Sieh mal den Sonnenaufgang und stürze dich in ein Abenteuer wie die Sonne in den Tag!“
„Alles klar bei dir?“ fragte die Kollegin neben mir.
Ich weiß nicht ob ich sie anstarrte, oder was ich tat, aber sie fragte noch einmal „Geht es dir gut?“
„Aber ja!“ antwortete ich und mir war das alles so peinlich. „Wo kann ich mich verkriechen,“ dachte ich.
Zum Glück kamen auch alle Kollen auf die wir warteten, zur Tür herein und ich musste ihr nicht antworten. Mein Innenleben geht sie doch gar nichts an. Ich habe keine Lust mit jemanden über so intime Themen zu reden.

Nach der Besprechung habe ich ein „Tschüss allerseits!“ in die Runde gerufen und ein „Merci“ für die Urlaubswünsche und bin schnell weggerannt.

Ob die Kollegin nur neugirig war, oder dachte es würde mir nicht gut gehen, da ich eine Grippe hatte, weiß ich nicht.

Aber sie schrieb mir.

„Kann ich etwas für dich tun? War ist los?“ schrieb sie.

Ich schrieb ihr dass ein Bild mich nachdenklich stimmte.

„Ach so, ich dachte es wäre schlimmer!“

„Ich frage mich ist es lächerlich wenn man über Kunst nachdenkt?“

Ich bin urlaubsreif.
Und heute ist mein erster Urlaubstag.

Ich weiß nicht wie lange ich nicht schreiben werde…..

Heute zumindest nicht mehr….