Nur ein Gedanke….hast du einen auch einen Gedanken?

Ich habe dich gehen lassen und habe dich verloren …
….und  irgendwo zwischen meiner Einsamkeit und deinem Schmerz habe ich gelernt zu vergessen … und als ich gelernt habe mich an dich zu erinnern, warst du nicht mehr bei mir..
… jetzt wünschte ich, ich hätte weder die Bitterkeit der Erinnerungen geschmeckt, noch an anderen Tassen die Liebe geschmeckt …
… Ich vermisse all die Liebe …all die liebevollen Gesten,  deine Finger die sich meinen Haaren versteckten , deinen warmen Blick und dein verstecktes Lächeln in deinen Mundwinkeln… ich vermisse ich dich und ich vermisse uns …
Den Ring vom Finger zu streifen, macht noch lange nicht das Herz frei von dir.

Nun schreiben wir eine gemeinsame Geschichte, deren Ende wir nicht kennen, deren Ende ein anderes sein wird, als das was wir hatten
…………………………………………………………………… ..

… und weißt du was am meisten schmerzt? Zu erkennen, dass alles unvergessen blieb… dass es uns nur so vorkam, als hätten wir das Ende der ersten Geschichte vergessen, dass es uns nur so vorkam, als hätten wir einen Punkt dahinter gesetzt und neuen Anfang gemacht.
Ab und zu kehre ich als Zuflucht nach dem Sturm an denselben Ort zurück wo wir stehen geblieben sind. Da wo du mir einmal Stille warst,  Chaos warst, Winter und Frühling warst…und ich nur ein , einen ariden Sommer, einen bunten und dann einen leergeweinten Herbst…..

Omega’s Elegie

Es ist die Zeit der verblassenden Rosen,
es ist die Zeit der purpurfarbenen Blätter.
Es ist die Zeit der silberfarbenen Regentränen im Nebel,
für den rostfarbenen Tanz der Blätter,
für eine purpurfarbene feurige Romanze,
ein Prae-Mortem-Blätterball,
ein Liebesintermezzo
im leidenschaftlichen Novembersturm.bis zum abstrakten Nichts.
Es ist Zeit für Omaga’s Elegie.

Wir beweinen den Trennungsschmerz
der Blätter von den Zweigen,
als würden wäre er unser.
Wir beweinen die Blässe der Rosenblätter,
als wären wir farbenleer,
leergeweint und ausgewaschen.
Liebeleer auf einer enigmatischen Skala.
Null.
Wir beweinen die Stille nach dem Novembersturm.

Lass die Schneeflocken darauf fallen,
lass alles unter dem Schnee ruhen.

Lass uns über alles schlafen,
lass uns wie Schneeengel träumen wie im Wintermärchen,
lass uns wie Schneemenschen verschmelzen
in der ersten Frühlingssonne
bis wir keine Tränen mehr haben um uns zu beweinen.

©Émilia

Definitionen

Du bist der Himmel und ich bin das Meer.
Du bist der Traum und ich bin die dich Träumende.
Du bist ein Gedanke und ich bin die dich Denkende
Du bist der Flug und ich bin die Flügel.
Du bist die Uhr und ich die Sekunde.

Du bist der Wasserfall und ich der Fluss
Du bist eine Hand und ich bin die Geste.
Du machst alles und ich mache den Rest.
Du bist die Freude und ich das Lächeln
Du bist der Frost und ich bin das Eis.

Du bist das Lied und ich bin die Stimme
Du bist der Weg
und ich gehe die Schritte.

Du bist die Nacht und ich bin der Tag.
Du bist der Eine und ich bin die Eine
Du bist das Buch und ich bin das Lesezeichen.

Du bist der Wind und ich bin der Sturm
Du bist Sehnsucht und ich die Vermissende
Du bist Liebe und ich die dich Liebende.

©Émilia

Ich habe neben deiner Stimme gelegen

Ich habe neben deiner Stimme gelegen.

Es war wirklich schön dort
Wange an Wange
und deine warme Armhöhle
war mir wie ein Tempel.

Ich kann mich nicht einmal erinnern,
was du gesungen hast.
Vielleicht ein Lied über die Bäume und der Fluss
die dich umgaben
oder ein Lied über verträumte Nächte.
Oder vielleicht deine Kindheit, die sich
irgendwo in den Worten verloren hat oder in der Musik.

Ich kann mich nicht einmal erinnern, was du gesungen hast.

Ich habe mit den Fingern in deinen Haaren gespielt.
Sie hatten viele Ringe im Morgengrauen
und du hast mich ausgelacht.

Ich erinnere mich nicht einmal,
warum du im Schaf geweint hast.
Vielleicht einfach so, aus der Traurigkeit heraus,
oder vielleicht vor Sehnsucht oder vor Rührung.
Ich kann mich nicht erinnern, warum du geweint hast.

Ich lag neben deiner Stimme und ich liebte dich.

©Émilia

Die Jahreszeiten der Unendlichkeit

Wie schön die Liebe mitten im Winter ist
Die Stille unter dem Schnee auf uns
wie eine wärmende Decke
Der Himmel über uns schneit
sein Federbett auf uns
Eiszapfen klingeln in unseren Haaren
bei jedem feurigen Kuss.

Lass uns zwei Schneemenschen sein
von Kinderarmengebaut und mit Kinderlachen belebt
Wir schützen sie bei Kälte und Frost
mit sebstgestrickter Kleidung aus Raureiffasern und Schneeflocken.

Wie schön die Liebe ist mitten im Sommer
Wenn sie nach Kirschen duftet,
die gerade reifen.
Der Himmel über uns ist blau und sonnig
Dein Körper in meinem Körper entfacht das Sonnenfeuer
und wir brennen lichterloh.

Und unsere Feuer verflechten sich
Unsere Feuer lieben sich
Wir sind gemeinsam die Achse der Welt
Wir sind der Sommer des ganzen Feuers.

Wie schön die Liebe ist mitten im Herbst
Wie eine Tagundnachtgleiche
Wenn die Liebe uns verurteilt
das Schicksal der reifenden Trauben zu tragen.

Lernen wir uns zu freuen
lernen wir uns zu lieben
opfern wir uns dem Schicksal.
Und dieser Weinstock voller Trauben
Es wird für immer seinen Wein uns schenken.

Wie schön die Liebe ist im Frühling
die Schönste aller Zeiten.
Die Lämmer hüpfen spielen über die zartgrüne Wiese
ein hauchzarter Kuss
bedeckt die Knospen unter der rosafarbenen Bluse

Die Liebe ist ein Buch mit Siegeln und Rätseln
unergründlich wie die Natur und das Leben.
Der Himmel schlägt Wege im Schicksal
Unsere Körper aus Knospen und Blättern
lernen wir in der Liebe zu schmecken ?!

©Émilia

Ein Elefant balancierte in einem Spinnennetz

„Ich bin launisch wie der Herbst,“ sagte sie ihm eines Abends.

„Aber ja, launisch mit vielen Farben und ein Wirbelwind, dann sanft, warm und etwas melancholisch.“ beschrieb er sie.

Sie hält so gut  wie möglich die Kälte des Winters von ihren Lieben fern.

Ihre Augen sind manchmal voller Traurigkeit und trotzdem spiegeln sie die warmen Farben der Liebe.

Das glückliche Lächeln eines Augenblicks der Freude ist wie ein Taukranz auf dem fragilen seidenen Faden, eines Spinnennetzes.

Wenn man sich vorstellt wie schwer die Welt für diesem Faden ist?

Nun ja … Manchmal ist es so, unsere ganze Welt hängt an diesem fragilen Faden. Manchmal vergessen wir kindlich daran zu glauben, dass Liebe die ganze tragen kann.

Sie erinnerte sich an ein Kinderlied, dass sie im Kindergarten rauf und runter gegrölt hatte:

Un éléphant qui se balançait

sur une toile, Toile, toile,

toile d’araignée,

C’était un jeu tellement,

tellement amusant

Qu’il appela un deuxième éléphant

Sie ersetzte die Leinwand mit einem Spinnennetz. Die vermeinte Fragilität die eingentlich unterschätzt wird

„Eins!

Ein Elefant balancierte in einem Spinnennetz

Und weil die Leinwand nicht gerissen ist

ist ein weiterer Elefant ist dazugekommen!

Zwei!

Zwei Elefanten schaukelten in einem … “

„Wie kommst du jetzt darauf?“ lachte er. Vielleicht lachte er über ihre Stimme, oder aber über ihre tanzenden Bewegungen. Vielleicht einfach nur so…..aus Liebe, da er ihre Albernheiten kennt.

„Das Schwere und die Elefanten sind wir in unserer Liebe.“ sagte sie mit einer nachdenklich melancholischer warmen Stimme.

Du hast meine Seele geschält und geöffnet wie eine Orange und das Fruchtfleisch zwischen deinen Fingern zerdrückt, hast daran gesaugt und jeden Tropfen Saft genossen, bis du mich ohne Essenz gelassen hast. Jetzt ist meine Essenz in jedem Atemzug von dir. Du fühlst was ich fühle.

Quo vadis?…

Wir haben so eine große Verantwortung füreinander. Und einer von uns muss ein Anführer sein und dafür Sorge tragen, dass wir beide glücklich, ausgeglichen und erfüllt sind.  Ich bin manchmal schwach und wenn ich im Augenblick den Sinn nicht sehe,  kann und will ich nicht kämpfen. Ich habe manchmal keine Ressourcen mehr, weil du mich forderst und aussaugst.

Ich bin froh, dass du meine Seele gerettet hast, indem du alles mitgenommen hast. Ich weiß, ich bin bis zum Ende dein.

Fühle dich reich, du hast mich, denn so ganz hatte mich noch niemand haben können.“

„So siehst du uns?“

„Aber ja, du wolltest wissen wo wir gemeinsam angekommen sind.“

Er antwortete in einem verärgerten Ton:

„Ich bin der Mann, der dich liebt. Ich werde alles tun um das Schwere im Spinnennetz zu stützen um uns Elefanten im Netz dieser Liebe zu halten und wir werden uns treffen, um uns wie beim ersten Mal zu lieben …“

„Ich bete darum, dass ich für uns beide die Kraft habe alles Schwere von uns abzuwenden.“

Bete für dich selbst … stirb erst dann …

„Ich habe Gefühle, die ich herausschreien könnte, damit mein Herz nicht mehr zu verfolgen. Ich wünsche dich mit Umarmungen fast zusammenzudrücken und ich vermisse Tränen, die noch ungeplant sind und meine Wangen verbrennen, anstatt sie von dir abzukühlen zu lassen.

Lass sie dich nur nicht lange mit feuchten, traurigen Augen voller Sehnsucht ansehen. Küsse mich so innig wie du nie geküsst hast!“ dachte sie.

„Meine Hände werden Nacht für Nacht

verrückt nach deinem Körper sein

Traum für Traum werde ich dich träumen.

Unser Verlangens ist…

es ist unsere Nahrung und Trank.

Du bist nicht müde und ich bin nicht müde.

Hungrig und nackt.

Verrückt und gesund.

Auch eine Art unserer Liebe.“

„Würde der Spiegel des Universums zerbrechen, wenn wir uns nicht mehr lieben würden?

Würde der Bodensatz der Welt zerbrechen und würden die Splitter des Endes über uns fliegen?“ fragte sie schelmisch.

„Ich würde für die erste Sekunde um das Ende bitten, das mich noch näher zu dir bringen würde.“ lachte er

Abis

Was macht die Unendlichkeit der Liebe aus? Es treffen sich zwei Menschen, verlieben sich auf den ersten oder zweiten und sogar auf den hundertsteen Blick ineinander und streben gemeinsam die große Unbekannte dieser Unendlichkeit zu erforschen.

Der Rest sind Details, Schritte, Stufen, Tests, Pausen. Alles, was für eine Liebe im Leben zählt, ist dieser Ausgang, diese Sekunde.

Und manchmal rinnt die Liebe mit der Zeit einfach durch die Finger, wie durch eine Sanduhr. manchmal beißt man eifrig mit animalischer Befriedigung, nur um den Hunger zu stillen von der Liebe ab und geht, bevor der Alltag den Boden berühren kann.

Und wiederum manchmal, stellt man fest, dass diese Liebe nicht lebensfähig sein kann oder darf.

Ich habe mich ein einziges Mal von einer enormen Höhe in diesen Abis geworfen. Es war eher ein Schweben als ein Fallen. Und als ich endlich fiel, war ich für lange Zeit innerlich gebrochen.

Ich wusste nicht wohin ich gehöre und zu wem.

Ich weiß nun, dass meine Flucht mich von der Tendenz reinigen wird, Zuflucht in dieser Sehnsucht nach dieser vollkommenen Liebe zu suchen.

Heute durchlebe ich noch die Momente dieser Sehnsucht nach dieser Vollkommenheit – das große Unbekannte –

Ich habe so viel Liebe zurückgelassen, dass es dich bis zur Unendlichkeit reichen sollte.

Aber ich lebe meine getroffene Entscheidung und lerne neu zu lieben.

Liebe in Schritten in Stufen durch das Leichte und durch das Schwere. Auf Tests möchte ich verzichten, ich schreibe keine gute Noten……da muss schon jemand sehr viel Geduld und Verständnis aufbringen.

Und ich erst recht mit dem Menschen den ich liebe.

Ich trage alle Jahreszeiten
dieser Liebe in mir.
Den Frühlingsregen,
die Sommersonne,
die Herbstfarben
und die Eisblumen.
Ich fühle die Sehnsucht
des fragilen Anfangs,
ich fühle die Wärme Sommersonne,
ich fühle das Farbenfeuer im Tanz der Blätter
und die Kälte der Eisblumen auf meinen Wangen.

Die Zeit gräbt Tiefen in die Liebe

ungezähmt wild.
Und die Sehnsucht nach uns…nach wir
ist eine Quelle die zum Fluss wächst.

Es ist das Vermissen…… das Uns…das wir…

Ich warte auf dich
in meinem Herzen,
Lass uns unsere Sinne verflechten
im Regen
und Blicke zu einem Gelübte formen
und aus dem Herzen
den Mut zu Uns schöpfen.
Mit dir würde ich lernen
die Liebe im Wir
und im Liebessturm
das Uns und das Wir.

©Émilia