Im Schlaf

Wie fragil wir doch sind im Schlaf,

wie feine Schmetterlingsflügel.

Und wie verletzlich wir sind,

wenn wir den Kopf auf das Kissen legen

und die Augen schließen.

Dann sind wir entspannt

und allein mit uns selbst.

Dann überlappen sich die Welten,

Emotionen vermischen sich,

verschmelzen ineinander.

Träume,

sie werden für uns greifbare Realitäten.

Wir lächeln und weinen

und unsere Gedanken fliegen und schweben wir über Landschaften,

zu Menschen.

Andere Male tanzen, lachen, springen, singen und wachen sogar auf.

Wir hören uns lachen, oder weinen, wachen davon auf

um erneut einzuschlafen.

Manchmal wollen wir zurück in den Traum wandern

und manchmal möchten wir vor Angst wegrennen.

Manchmal erinnern wir uns am Morgen an den Traum

und manchmal verschwindet er nachdem wir aufwachen.

Manchmal fühlen wir uns glücklich

und manchmal umhüllt uns die Traurigkeit aus dem Traum

©Émilia

Dancing in the dark

Es ist spät in der Nacht
und es schon zu spät in mir.
Ich schreibe mich mit ein paar Zeilen zu dir.

Es fallen keine Sternschnuppen zwischen die Gedanken
und die Tinte in meiner Feder ist fast aufgebraucht.
Keine Gedankenstraße führt mich zu dir.
Die Straßen sind leer,
die Bäume in der Alée und Blumen sind schon im Schlaf.

Im braungrün gekachelten Ofen
liegt noch die Asche vergangener Tage.
Irgendwann lag darin Freuer und Glut
vergangener Leben.
Wenigstens im Herzen und in den Gedanken
bleibt Leben unsterblich.

Auf dem langen Tisch mitten im Raum
steht noch ein leeres Wasserglas
und eine halbvolle Karaffe.
Sie ist frisch, wie alles hier frisch ist.
Sie erfrischt mich
stillt den Durst meiner Sehnsucht.

Nicht einmal die Fensterscheiben sind blind.
Sie reflektieren mich.
Ich sehe mich als Kind und als erwachsene Frau zugleich.

In der grauen Ecke,
ein paar Risse in den gemusterten Fliesen
Zartgrüne Linien und Kreise
wie ein aufkeimender Frühlig
sind nur etwas verstaubt.

Nur damit du weißt:
ich behalte keine geplatzten Träume
und keine vergangenen Lieben hier.

Ich ging den langen Weg
und ließ alles zurück.
Und wenn ich etwas zurück lasse
bleibt es hinter mir.

Ich sehe nicht zurück,
sondern nach vorne.

Ich schreibe nur den letzten Buchstaben,
bevor die Tinte versiegt.
Die Uhr an meiner Hand zählt die Sekunden
laut in diese Stille.
Ich lächele und mein Herz weint.

Ich gehe schlafen und mein Herz bleibt bestimmt noch lange wach.

©Émilia

Merci

Ich bedanke mich fürs Lesen!

Danke für die e-mails und danke für eure lieben Worte in meinen allen Blogs. Danke fürs Teilen und Liken!

Ich möchte noch einmal unterstreichen, dass ich weder für jemanden noch über jemanden schreibe.

Ich schreibe…..ganz einfach: ich schreibe. Und ich freue mich wenn man mich liest. Dafür ist ein Blog auch da.

Falls sich jemand direkt oder indirekt angesprochen fühlt – ich beziehe mich auf niemanden.

Ich schreibe nicht interessant und schreibe manchmal auch unstrukturiert.

Die letzten Monate hatte ich nun mal keine pure Harmonie im Alltag, also schreibe ich spontan, dass ich kraftlos bin. Ich stehe da mit einer neuen Praxis, mit Menschen um mich herum, denen ich hier den Alltag erklären muss, mit Kind und Nichte denen ich ebenso den Weg erklären muss und habe Verantwortung dass hier alles läuft.

Ich habe Menschen um mich herum die doppelt so alt sind wie ich, die ich aus der einen oder anderen Traurigkeit herausführen soll. Und ich habe wundervolle Menschen um mich herum, die meine beiden Mädels großzuziehen helfen.

Und ich habe Omi Elke die mich so liebt, als wäre ich ihre leibliche Tochter und der ich das Heimweh erleichtern möchte, da sie für mich alles aufgegeben hat. Ich fühle ihre Traurigkeit auch wenn sie sie gut unterdrückt.

So ist es nun mal. Man darf mal keine Kraft haben.

Und ich darf – über diese Gefühle schreiben.

Das ist Liebe – eine Art Liebe –

Danke fürs Lesen!!

Der Schlaf

Im Haus meiner Großeltern hatten wir einen riesengroßen Raum, dass sie liebevoll „Werktagsstubbe“ nannten. Er beinhaltete Küche, Wohzimmer, Esszimmer und Spielzimmer. Es war ein Anbau zum Haus. Nur zum Schlafen gingen wie in Haus.

Der Raum hatte zwei riesige Fenster. Das hintere Fenster war das Küchenfenster. Unter dem anderen Fenster stand ein mit grobem Samt überzogener Chaiselongue. Das schöne Blumenmuster war unter einer Decke versteckt. Ich hob immer die Decke um das eingewebte Blumenmuster zu betrachten.

Oma machte Nachmittags immer ein Nickerchen darauf.

Opa erzählte uns Kindern wie er Oma kennengelernt hatte.

„Der sanfte Wind spielte zärtlich mit ihren Haaren. Die Morgensonnne wärmte ihr Gesicht und unterstrich somit ihre feinen Gesichtszüge. Der Wasserspiegel des Sees sah sie aus wie eine Prinzessin. Hinreizend weich und zärtlich sah sie aus, eure Oma.“

Er lächelte.

„Sie fütterte die Schwäne und Enten und ihre Augen schienen zu lächeln. Ab und an huschte ein Lächeln über ihre Lippen um sich in ihren Mundwinkeln zu verstecken. Und ich hässlicher Frosch fühlte mich neben ihr wie ein Prinz. Ich war fasziniert von ihr und konnte seine Augen nicht von ihr lassen.“ erzählte Opa weiter.

Opa war auch als alter Mann noch adrett und er sah immer noch gut aus, als seine Haare schon fast grau waren. Und immer noch war er von Oma fasziniert.

Immer wenn sie ihr Mittagsschläfchen hielt und er zu Hause war, sah er ihr beim Schlafen zu, während er leise Musik hörte.

Ab und zu wachte sie plötzlich auf, sah sich um, sah Opa an und schlief weiter. Ihre Wangen färbten sich im Schlaf rosig“

„Sie hat rosige Bäckle, “ lächelte er und seine Augren strahlten so viel Glück und so viel Liebe aus. Sie war sein Glück.

Was für ein Zustand der Seelenerfüllung! Was für ein wundervolles Gefühl! Wie erstaunlich es war für mich zu sehen wie sie sich im Kopf, in der Seele und an der Seite hatten, wenn sie aufwachten, wenn sie einschliefen ….

Die Menschen verändern sich im Laufe der Zeit, doch die Liebe bleibt, so wie die Steine ​​im Flussbett bleiben wenn das Wasser weiter fließt.

Er sah Oma mit der gleichen kontemplativen Liebe an, mit der er sie vor vielen, vielen Jahren ansah. Sie hat sich zwar äußerlich etwas verändert. Ihre dunkelbraunen Haare mochten im Wind genauso schön gewesen sein, aber die Zeit hatte ihnen die Farbe Dunkelgrau wie die Nacht und Weiß wie der Schnee verliehen. Die Augen lachten immer noch.  Die anmutigen Bewegungen ihrer Jugend wurden vom Alter etwas unterdrückt, doch flink wie „ein Wiesel“ war sie immer noch. In seinen Augen blieb sie die gleiche charmante Prinzessin.  Und es war schön für ihn, seine Prinzessin schlafen zu sehen.

Nach all den Jahren, die sie zusammen verbrachten  war seine Liebe so lebendig wie am Anfang und er stellte sicher, dass sie es jeden Tag und jeden Moment wusste und fühlte.

Und sie wusste und fühlte es. Sie liebte ihn auf ihre Art.

Eines Tages blieb er im Bett. Fieber und Husten schwächten seinen Körper. Die Lunge, der Darm und die Lymphknoten waren dem Krebs verfallen.  Und sie pflegte ihn rund um die Uhr.

Und dann schlief er ein. Am 14. Januar 1996.

Er war göttlich. Er sah aus wie ein Schutzengel. Und die Tatsache, dass Oma ihren schlafenden Engel sehen musste, erfüllte ihre Seele mit Traurigkeit. Sie berührte zärtlich seine Wange.

„Jetzt ist er unser Schutzengel!“ sagte sie mit weinender Stimme.

Tränen tropften auf Opas Gesicht. Sogar auf die Nase. „Ich mach dich ganz nass!“ sagte sie und küsste ihn auf den Mund aus dem alles Leben, alle Worte geflohen sind zusammen mit seiner Seele.

„Mach das Fenster auf Kind!“ sagte Oma lauter, als wären wir alle taub und sah mich an. „Und dann geht alle raus!“

Ich stand da und hatte Angst. Für mich ist der Tod nur ein schwarzes absolutes Nichts.

Ich bin nicht religiös, aber Gefühle mit Rituale zu verbinden, ist auch für mich sinnvoll.

Und heute wie jedes Jahr an diesem Tag zünde ich eine Kerze an.

Solfège – das ungeschriebene Lied

In deinen Armen entsteht Solfège um Solfège

und meine Saiten vibrieren in der Sonne.

Ich singe jeden Gedanken mit einem Lächeln

aus der Tiefe meines Herzens heraus

und male die Liebe in Noten

auf sonnige Notenlinien zu dir.


Ich lese die Partituren unserer Liebe

bis hin zu den Anfängen

als die Zeit ohne dich leer

und die Nächte einsam waren.


In deinen Armen fand ich diese aufkeimende Liebe

versteckt zwischen schüchternen zärtlichen Gesten

und hauchzärtlichen Küssen,

wenn das Auge der Welt nicht auf uns sah.

Als Worte zwischen uns noch ein ungeflüstertes Flüstern waren

zwischen Angel und Tür.


Ich fühle mich wie damals

auf der Schwelle aller Anfängen

als alles noch Wunder war,

als jeder Tag eine neue Musiknote war

Gefühle noch keinen Namen hatten

und Liebe noch ein ungeschriebenes Lied war.


Wie eine Gitarre liege ich in deinen Armen

und dein Hände schreiben sehnsuchtsvolle Noten auf meine Saiten

unter meinen Schläfen

tropft Melancholie in jede Note.


Wir schreiben uns bis in die Unendlichkeit führende Notenlinien

wie ein Fluss, dessen Wellen sich manchmal brechen

so dass wir uns verlieren

und wir stehen am Ufer wie zwei Schlüssel Sol

immer am Anfang des Liedes.


©Émilia

Ich werde keine Herzschläge zählen

Ich werde keine Herzschläge zählen

und keinen Gedanken enwirren,

wenn mein Herz dich vermisst,

und ein einsamer Gedanke

sich auf die Reise zu dir

über alle Herzberge,

über alle Gedankenflüsse,

über alle Stolperstraßen macht.

Ich werde Musik hören, tanzen,

leise Worte schreiben,

Metaphern die nicht vergleichen,

Herzworte die in kein Gedicht passen,

Gedanken die sich nicht reimen.

Ich werde mich freuen, lachen, weinen,

höher leben, tiefer fühlen, dich anders lieben.

Ich werde aber keine Herzschläge zählen,

keine Gedanken entwirren.

Ich werde mich nicht verlieren in deiner Liebe

♡Emilia