Bonne chandeleur à vous

Elle se fête 40 jours après Noël, le 2 fevriér une des fêtes chrétiennes célébrées par les catholiques.
Les entfants disent que c’est la fête de Crêpes mais c’est avant tout un jour religieux pendant lequel des chandelles étaient allumées.


Et oui c est la chandeleur.. .. des crêpes..

Bonne chandeleur à vous mes amies  et amis

Was aus dem Religionsunterricht (in der Kirche und nicht in der Schule) übrig blieb ist sehr wenig.

Irgendein Papst  im 4 oder 5 Jahrhundert christianisierte heidnische Traditionen.
An Candelmas geht man in die Kirche um Kerzen segnen zu lassen, damit geht man auf die Felder und zu den Ställen.  Die Römer und Kelten begrüßten so die Rückkehr der Sonne, indem sie Prozessionen mit Fackeln durch die Felder organisierten, um die Herden  und den Samen für eine gute Sommerernte zu zu schützen.
An Cadelmas Crêpes zu essen ist irgendwie ein Muss. Angeblich sind die Crêpes aus Weizenmehl aus der Vorjahrernte und sie wurden  an die Pilger verteilt die das Licht trugen.

Es gibt so viele Kreationen von Crêpesfüllungen. Zusätzlich zu Zimt und Zucker habe ich Frischkäse mit flüssiger Milchschokolade vermengt. und Hüttenkäse mit Dill vermengt für mich, weil ich Süssigkeiten nicht vertrage.




Zeitreise

Endlich ist der Geräteschuppen leer. Ursprünglich diente er als Geräteschuppen, aber im Laufe der Zeit wurde alles darin abgestellt, was nicht mehr benötigt wurde. 

Zwar wurde alles sehr achtsam hingestellt, zusammengestellt und auch sogar sortiert. Oma ließ es nicht zu, dass nur eine Erinnerung an meine Mutter weggeworfen wird. Also kam alles aus Mama’s Haus im Geräteschuppen unter. Und da blieb es bis die Tage. Hinzu kamen noch Oma’s Sachen.

Für mich war es nicht nur körperlich aufwendig alles erneut zu sortieren, aussortieren, sondern sehr emotional.

Als ich heute von der Praxis nach Hause kam, war auch der Schuppen nur noch Ruine. Morgen wird da ein leerer Platz sein.

Zwischen den Kisten, fand ich eine kleine Plastikkiste mit Sachen von mir. Alte Schulhefte, alte Liebesbriefe wie man sie als Teenager an die erste vermeintlich unendliche Liebe schreibt. Nicht gerade romantisch, wenn man die Liebesbriefe auf die letzten Seiten in Schulhefte schreibt und sie nicht dem der sie lesen sollte zukommen lässt. Aber dafür war ich damals viel zu schüchtern, viel zu viel mit allem anderen beschäftigt, als mit Liebe und Verliebtheit. Ich war verträumt, verspielt und kindisch. Ich hatte nichts was einen Mann an mir weiblich oder sogar sexy hätte finden können. Ich fand es total affig, wenn einige Mädchen in meiner Klasse sich zu erwachsen gaben, um den Jungs die zig Jahre älter waren als sie selbt anzubiedern. 

Und ich schrieb für meinem besten Freund, der es nie zu lesen bekam. Von meinem Taschengeld kaufte ich mir ein 200Blatt – Heft und schrieb Liebesbriefe für ihn.

Ich staune und wundere mich welche Ansichten über die Liebe und das Leben ich damals mit 16 Jahren hatte und wie lange ich durch Lieben und Leben umherirrte und mich innerlich immer mehr zurückzog, umso heftiger ich mich verliebte oder liebte.

Ich öffnete das Heft mit dem dunkelgrünen Plastikumschlag und las wie kindisch ich mit 16 auf die erste Seite schrieb:

Wenn du dieses Heft öffnest….“Si vous ouvrez cette page, considérez-la comme un théorème doux et aimant de l’âme sœur. En fin de compte, il se veut rien de plus qu’une formule arithmétique méticuleuse composée sentimentalement et entièrement de la somme de nos contraires. Entièrement composé, si vous voulez, du doux noyau d’un parchemin fragile cousu uniquement de la mélopée de nos lèvres amoureuses et enchaîné à jamais. Moi à un bout donc, et toi à l’autre, arrêtant le galop du temps qui pourrait être pour nous une sorte de poulain bordeaux perdu dans une abondance de sources scellées sur un champ de lavande. Exactement, dans un champ de fleurs sans fin sous un ciel étoilé sans fin, comme vous seul l’aimez. Et combien de choses vous déplaisez-vous vraiment? Innombrable. Je commencerais par les toits, car je sais que vous les aimez plus que tout, peut-être pour être plus proche du ciel, ou des constellations magnétiques que notre esprit ne peut même pas percevoir. Je continuerais avec les chats….Si vous ouvrez cette page, pensez-y comme un théorème doux et aimant de l’âme sœur, parce que c’est ce que vous êtes pour moi, et c’est ce que vous serez toujours pour moi….“

Und weitere Liebesbriefe schrieb ich und versendete sie nie.

Dans ce monde à la géométrie variable, qui manquait de symétrie et que je ne sais pas quoi donner à chacun sa place dans un dessin général, je vous ai choisi. Ou tu m’as choisi. Je sais, tu n’as peut-être pas besoin d’une raison d’aimer. Peut être……De combien de flocons votre peau a-t-elle été tissée et, surtout, pourquoi me faites-vous flotter jusqu’à l’infini vertigineux des étoiles antarctiques? Il est difficile de s’accrocher aux mots. Les chevaux de notre bonheur ne cessent de galoper…..

Heute würde ich mit einem Satz sagen: „Liebe ist immer nur das was man daraus macht.“ 

Und es macht mich traurig, dass ich diese unbändige Leidenschaft, diese vollkommene bedingungslose Art von Liebe nicht zum Ausdruck bringen kann. 

Und ich frage mich oft ob der Mensch den ich liebe es auch fühlt, ohne dass ich es ihm sage. Vielleicht erwarte ich, dass man diese Liebe in mir entdeckt und sie so annimmt…..aber nun ja ….jeder hat seine Art und ich habe eine chaotische Art.

Der Augenblick

Der Augenblick davor

war viel schöner als dieser Augenblick.

Zwischenzeitlich erinnerten mich meine Sinne

an den Duft von Akazien- und Lindenblüten.

Ich sehe wie die Akazienblüte

tropfenweise in den Lindenblütentee fällt.

Es schneit und es regnet im nächsten Augenblick

weiße Sternentränen vom Himmel.

Im nächsten Augenblick

malt sich ein Lächeln auf meinen Mund

eine Schneeflocke in meiner Handfläche

lehrt mich Sehnsucht und Vergänlichkeit 

in einem einzigen Augenblick.

©Émilia

Es schneit und es ist still.

 

Es schneit
und es ist still.
Ein divines Weiß
in einer diviner Stille.
Und ich stehe still
divine et païenne zugleich.

Es schneit über mich
und ich fühle und sehe
und ich bin ein Schneemensch.
Es schneit gnadenlos schön
es schneit Liebe bis es schmerzt
und Schmerz bis es liebt.
Es schneit über mich
in mich
mit fragilen Schneesternchen
mit Freude und Traurigkeit
Und ich bin ein fragiler Schneemensch
fröhlich und melancholisch zugleich.
Es schneit gnadenlos über mich,
auf meine Augenlider, auf meine Wimpern
auf meinem Mund
in mein Herz.
Ich stehe still gedankenlos
nur mein Herzschlag
erinnert mich an meine Lebendigkeit.
Divine et païenne zugleich
bin ich.
Es schneit chaotisch,
unermüdlich, ununterbrochen
mit weißer Stille
über mich.
 
©Émilia
 
 
 
 

Unter Schneemenschen

Es schneit 
da wo ich seit einer gefühlten Ewigkeit auf dich warte.
Und jede Schneeflocke
ist mir Schmerz und Heilung zugleich.


Es ist kalt und still und weiß
und ich habe Angst
dass wenn ich schreie
sich meine Schreie 
sich in der Stille verlieren,
dass das Weiß sie zudeckt
Schneeflocke für Schneeflocke.

So viele Schneemenschen um mich herum
und große und kleine Hände die sie formen
vom Rumpf bis zum Kopf 
und ich mittendrin in einer Spielschneeschlacht
wiege Illusionen in meinem Herzen.

So viel Lachen so viel Freude, so viel Wildheit
und so viel Leben.
Es schneit über mich
und der Schnee haften an meiner Stirn
in meinen Gedanken.

Ich warte auf dich, erwarte dich.
Es ist weiß hier, es schneit und es ist still hier
und du bist mir Schmerz und Heilung zugleich.

©Émilia



2021

Die Sonne steigt auf
in morgenroten Farben,
steigt höher in das Himmelblau
steigt ab in abendroten Farben
und geht unter.
Aus jedem Sonnenuntergang 
entsteht ein Sonnenaufgang.


Nach jedem Regen scheint die Sonne,
nach jeder Traurigkeit ein Lächeln.
Nach der Schwere wird es leichter,
wie nach jedem Unglück
das Glück da ist.

Jeder Absteig birgt ein Aufstieg,
in jedem Menschen ein Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.
Und die ganze Mischung 
definiert uns, unifiziert uns.

Wir sind Kerzen in der dunklen Nacht,
sind Laternen auf dunklen Wegen,
sind Licht für andere
oder wir gehen unter.

Wir entscheiden was wir sind.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern 
ein gutes Neues Jahr 
ein zufriedenes, gesundes  und liebevolles 2021.
Mögent ihr für jemanden Licht sein und Liebe
©Émilia



Buchform

 

Ich schreibe für gestern, für heute und für morgen. Ich schreibe für mich, für dich .  Meine Worte sind himmelblau und sandfarben und sie duften nach Anfängen, nach Sonnenaufgängen, nach Anfang einer Liebe, nach meinem Anfang, nach Ende, nach Lebensende, nach Liebesende, nach Sonnenuntergängen.

Ich schreibe über die Sandfrau.Über die Liebe, über das Werden, über sie als Mensch, über sie als Frau, als Liebende, Lust und Leidenschaft, über Veränderungen, Verwirrungen, über Umwege, Agonie, Fragilität.

„Bei mir sind die Feiertage in rot geschrieben“ – sagst du; bei mir auch, sage ich und füge hinzu, dass ich auch einen  Feiertag in blau geschrieben habe – DU

Das ist der Klappentext.
Zu mehr werde ich heute nicht mehr kommen.
Jedem der schreibt ist es bekannt, dass man den einen oder anderen Abschnitt, oder sogar ein ganzes Kapitel überarbeitet. Manchmal unterlaufen mir Schreibfehler, oder die Formulierung passt mir ganz und gar nicht, oder aber ich muss noch etwas ergänzen.

Dann überarbeite ich immer wieder mal Seite für Seite.

Was ich damit sagen möchte: ihr solltet immer wieder mal nachlesen ob sich der eine oder andere Kapitel geändert hat.

Zur Zeit habe ich nur wenig Schreibzeit und oftmals schreibe ich etwas flüchtig auf und es entstehen diese berühmten „Rennfehler“ die ich lange übersehe, bis man mich darauf hinweist.
Für die Hinweise bedanke ich mich herzlich

Émilia

Wintermoment

 Die Nacht legt sich über meine Herzgedanken
mit Regentränen in den Wolkenaugen.
Die Stille legt sich über die Gedanken
wenn der Mond aufgeht.
und sich über alle Herzgedanken erhebt.

Schneesterne fallen  sanft  vom Himmel
auf  meine regentränennassen Wimpern.
 Träume weben sich schneeweiß
Schneeflockenworte   
fallen ,
in die Schneestille.

Im Kerzenlicht  schreibe ich
mit roter Tinte 
ein   Hauch von Sehnsucht in mein  Tagebuch.

Das Kerzenlicht  tanzt ,
wirft lange und winzige Schatten,
zwischen die Worte .

Es ist  still in mir
um mich herum.
Nur  noch der Schneeregen  singt sein Lied vor dem Fenster .

Ich habe noch warmes Brot und Honig und Tee
und ich habe Liebe für dich –


©Émilia

Die Sandfrau

„-Lass dich treiben, lass es gut sein, nimm das Leben leicht.-“ Leicht gesagt, schwer getan. Es ist nicht immer einfach um einem herum und manchmal glaubt man das was gerade ist, sei viel zu schwer. Und dann atmet man durch und stellt sich dem Leben, man packt an, man versucht die Alltagsaufgaben zu lösen. Doch manchmal stagnieren wir, können nichts ausrichten, fühlen uns hilflos. Dann lassen wir uns treiben. Anschließend setzen wir ein Pokerface auf und sehen was um uns herum einfach passiert.“

„Hey!“

Maré zuckte zusammen, als hätte man sie in einer Mathestunde beim „Träumen“ erwischt. Sie sah erschrocken auf und blickt in das lächelnde Gesicht ihrer Kollegin. Sie waren keine Freundinnen, aber mit der Zeit sehr gute Kolleginen geworden. Sie stand neben ihr. Ihre schulterlangen mittelbraunen Haare trug sie offen. Sie hatte perfekte gerade Haare, als hätte die Natur oder die Genetik ein Lineal angelegt damit die Haare gerade entlangwachsen.

„Hast du geträumt oder dich wieder von der Außenwelt verkrochen?“ stichelte sie

„Was? Ja, nein, habe nur nachgedacht.“ antwortete Maré einsilbig.

„Ich habe Durst! Komm mit auf einen Drink!“ Ihre Kollegin tänzelte vor ihr.

„Lass gut sein. Kann ich heute nicht. Muss noch lernen.“ Maré wandte sich ab.

„Nennt du in Melancholie zu versinken, lernen? Weisst du was?  Man weiß nicht immer was das Beste für einem ist. Manchmal muss man jemanden das geben was er braucht und nicht was er will. Du brauchst Ablenkung meine Liebe!“ Sie packte Maré am Arm und zog sie mit sich.

„Lass das bitte! Zerre nicht an mir herum.“ wehrte sich Maré sichtlich genervt. „Und hör auf “ meine Liebe“ zu mir zu sagen!“

„Meine Unliebe dann! Mach schon!“ scheuchte ihre Kollegin sie.

Sie weiß vom Tod von Maré’s Mutter und von Maré’s nicht enden wollende Trauer. Oft trafen sie sich im Aufenthaltsraum oder ab und zu auf einen Café und erzählten sich gegenseitig ab und zu auch Privates.

Maré weiß, dass ihre Kollegin viele Verehrer, aber keinen festen Partner hatte. Und sie weiß auch, dass ihre Kollegin sie verkuppeln möchte.

„Ohne mich!“ sagte Maré entschlossen, als sie sich im Umkleideraum noch kurz frisch machte.

Entschlossen ging sie auf ihre Kollegin zu:“Weisst du was? Ich brauche deine gutgemeinten Aufmunterungen nicht. Ich möchte von dir nicht mit irgendeinen Kollegen, Freund, oder was auch immer verkuppelt werden. Ich möchte  jetzt auch nichts mit dir oder irgendwem etwas trinken gehen. Ich will das alles nicht!“ Maré schrie die Wut heraus. „Ich kann kein Pokerface aufsetzen und mit einem Mann, der die beste Frau der Welt verdient, über Gott und die Welt reden, aber mit den Gedanken in den Wolken und mit dem Herzen in einer Traurigkeit versunken zu sein. Er hätte das micht verdient.“

Ihre Kollegin sah sie erschrocken an. Bevor sie etwas erwidern konnte, nahm Maré ihre Jacke und ihren Rucksack und lief an ihr vorbei, ohne sich zu verabschieden.

Ja, nein! Man weiß nicht immer was das Beste für einem ist. Manchmal sind das was man gern hätte und das was man braucht, zwei verschiedene Dinge. Dann nimmt man was man im Moment braucht.

Und Maré brauchte niemanden um sich herum. Sie brauchte Zeit für sich. Sie brauchte niemanden, der sie in den Fluss des Lebens werfen will. Sie ist schon viel weiter. Sie ist schon im Meer und sie schwimmt und taucht und lässt sich treiben. Das alles braucht ihre ganze Kraft, ihre ganze Ausdauer und ihre ganze Geduld. 

Gleichgewicht ist das Wichtigste um zu erkennen wann man sich zurückhalten soll, wann man innehalten soll wenn man unsicher ist und wann man wieder loslegen sollte.

Maré aber ließ sich zu jenem Zeitpunkt treiben. Sie hatte weder Gedankengleichgewicht noch Herzsicherheit. Ihr inneres Koordonatensystem war durcheinander.

„Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an,“  dachte sie, während sie auf den Straßenverkehr achtetete und ihr Auto sicher nach Hause lenkte.

Das Timing bestimmt den Alltag, den Job, die Liebe,……eigentlich das ganze Leben.

„Ich weiß nicht ob jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, mich zu verlieben!“ dachte sie als sie sich badfertig machte. „Ich möchte niemandem meine Trauer aufzwängen. Ich will nicht das Gefühl haben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, mit dem richtigen Menschen.“ 

Nach einem entspannenden Bad rief sie ihre Kollegin an und entschuldigte sich für ihr Verhalten.

„Hmmm, das Timing,“ wiederholte ihre Kollegin mit einem winzigen Hauch Ironie in der Stimme. „Schon mal daran gedacht, dass das ach so unperfekte Timing in deinem Leben etwas verändern konnte? So ein bisschen etwas, oder alles. Das ganze Leben?“ sie wurde etwas lauter, denn die Musik im Hintergrund war laut. „Das ist deine Angst. Du hast Angst vor Veränderungen, meine Liebe. Was wenn jemand dich anspricht, was wenn du dich in ihn verliebst oder eher er in dich, oder noch besser: die Liebe ergreift dich, dir jemand zu nahe kommt, dich mitreißt, dich ins Leben reißt, in die Tiefe einer Liebe reißt? Das ist es. Das ist deine verdammte Angst.“

„Ich habe keine Angst!“ weinte Maré.

„Aber ja hast du Angst Maré!“ antwortete ihre Kollegin bestimmt.“ Du verliebst dich und es gibt kein zurück und was ist wenn du es noch magst verliebt zu sein? Sag jetzt nicht ich habe Unrecht! Wie Recht ich habe!“ 

„Gut du hast Recht!“ sagte Maré mit tränengetränkter Stimme.

„Damit du weißt: du hast einige schnuckelige Typen verpasst. Einige waren so richtig süß. Nur damit du weißt was du alles verpasst hast! Du brauchst Trauersex!“ 

Maré räusperte sich verlegen. „Was zum Teufel ist Trauersex?“

„Hast du wirklich keine Ahnung vom Leben, oder tust du nur so?“ lachte ihre Kollegin und ihr Lachen klang wie zerspringendes Glas.

„Du das ist abartig! Das kann ich nicht. Mich an eine fremde Haut zu pressen, sich egegnseitig die Körperkonturen zu streicheln, sich in eine fremde Körpermulde zu legen, jemanden zu küssen mit dem ich bis anhin keinen Alltag geteilt habe? Und danach wortlos wieder in meinen Alltag, in mein augenblickliches Chaos zurückzukehren, als wäre nichts gewesen?“

„Dramatisiere es doch nicht so! Du siehst alles viel zu engstirnig! Du hast doch genug Verehrer die dich gerne auf andere Gedanken bringen könnten.“

„Weißt du, ich möchte nicht nur Körper sein der sich sehnt, der sich hingibt bis alle Muskeln schmerzen, bis die Lippen brennen, etwas was sich bis zur Hingabe öffnet bis man weint, weil man sich  mit allen Sinnen verliert.“ Maré redete als höre ihr niemand zu.

„Was ist so falsch daran? Was ist falsch daran, wenn du dein Leben weiter lebst? Deine Mama verschwindet nicht aus deinem Herzen, aus deinen Gedanken. Hast du davvor Angst? Fühlst du dich deswegen schuldig, du lebst weiter und sie ist tot?“

„Nein! Verstehst du wenn ich dir erkläre, dass jemand Eigentliche in mir findet, das in mir sieht was andere nicht sehen und umgekehrt. Ich will für jemanden mehr sein als nur Körper!“

„Und wie willst du das anstellen, wenn du dich versteckst. Wie soll dich jemand finden? Wie soll er dich ansehen, wenn du ihn nicht ansiehst? Nächstes Mal bist du dabei, versprochen?“

Maré versprach irgendwann mit ihr um die Häuser zu ziehen.

 

Durch die Jahreszeiten

Das kleine Kind
pflückt verspielt eine Blüte vom Frühlingsbaum.
Aus Blütenblätter, Blütenstaub und zartgrünen Grashalmen,
webt es seinen Weg ins Leben.
Was ist Leben?
Ein Spiel.
Und im Spiel erscheinen sie wie im Traum,
Feen und Drachen und Elfen.
Es ist Magie.

Im Morgengrauen am offenen Fenster 
steht ein junger Mensch und wundert sich.
Der Lindenbaum schüttelt seine Blüten ab.
Womit kann man Liebe vergleichen?
Mit dem Himmel, mit einem Berg, mit dem Meer,
in Weite, Höhe und  Tiefe?
Was ist Leben? 
Liebe und Wunder.
Er wird neugierig.

Der alte Mensch
mit Nebelfäden im Haar
und Stirnfalten.
Abends ist er müde und gedankenverloren
sitzt er da 
zwischen kahlen Bäumen und gefallenen purpurfarbenen Blättern.
Sogar der Traum schmerzt
wenn er ihn fragt was noch passieren wird.
Er sammelt Sehnsucht und ein paar Blätter.
Was ist Leben? Ein Kampf  und Hoffnung auf ein Morgen.

Der alte Greis
mit den Schläfen im Winter
von einem schneebedeckten Baum 
nimmt er eine Schneeflocke.
Er legt die Sehnsucht 
in eine Eisblume am Fenster
Was ist Leben?
Ein Moment.
Und im nächsten Augenblick
flüchtet er still und leise
zum spielen in das nächste Leben
in den nächsten Anfang
und hinterlässt Spuren im Schnee.

©Émilia