Herzstürme

Von einer elementaren Macht entfesselt

riecht die Luft nach Wildheit und Feuersturm.

Und im Grau des Himmels

grollt der Donner mit einer immensen Leidenschaft

so dass die dunkelgrauen regenschweren Wolken angstvoll zittern.

Blitze zerreißen die Wolken,

der Himmel brennt lichterloh.

Eine Regentränenfluten, die sich in Hagel verwandeln

fielen auf die Erde wie Wasserbälle

Mit Elektrizität geladene Luft.

Entfesselte Wildheit der Regenwolken im Herzhimmel

Ich kann nicht anders als es zu lieben

– dein mistralisches stürmisches Herz.

©Émilia

Braille-Schrift

Meine Augen malen mir Bilder von Gesichtern

die ich zurückgelaasen habe.

Sie malen mir Bilder von Menschen die mich zurückgelassen haben.

Sie malen mir den Weg der Herzzeit

in meine Herzlandschaft.

Und ich schreibe ein Buch

mit allen Worten die sich in mein Herz gelegt haben.

Mit allen Gedankenblitzen die meine Herzlandschaft durchbohren,

wie Nadeln sich in einen Rocksaum nähen.

Mit allen Wettern und Unwettern.

Du hast mir gesten versprochen,

mich sorgfältig zu lesen.

Mit den Fingern behutsam

über jeden Buchstaben, über jedes Wort zu streichen

wie Blinde Braille-Schrift lesen,

mehr mit dem Herzen, als mit den Augen.

©Émilia

Blog

Vous pouvez me retrouver sur mon autre blog où je suis plus active „Laissez votre coeur trouver son chemin. L’amour fait les plus grandes douceurs et les plus sensibles infortunes de la vie. L’amour est la poésie des sens. L’amour est l’emblème de l’éternité, il confond toute la notion de temps, efface toute la mémoire d’un commencement, toute la crainte d’une extrémité.“

Als die Musik eine besondere Wichtigkeit in meinem Leben bekam, schrieb ich die Titel und den Interpreten auf. Ich hörte Musik aus verschiedenen Genre. Überwiegend hörte ich  Rock, Balladen und Folk.
Ich hörte gestern die Musik vergangener Tage. Titel für Titel spielte ich an, oder ganz ab.
Ich hörte aus jedem Wort, aus jedem Vers, die ganze Sehnsucht, die ganze Traurigkeit heraus. Ich fühlte im Refrain nur Sehnsucht, aber nicht das Glück. Und nicht die Liebe die im Lied besungen wurde.
Ich hörte mir das letzte Lied auf der Playliste an und fühlte wie sich die Sehnsucht in Liebe verwandelte. Wort für Wort lauschte ich, Vers für Vers sang ich in Gedanken mit. Ich summte die Melodie zwischen den Versen mit.
Der Refrain sang ich leise mit. jede Wiederholung des Refrains sang immer lauter mit.
Dann drückte cih auf Replay und sang das ganze Lied mit. Ganz laut. So als würde mich niemand hören und sehen tanzte ich.
Ich fühlte so viel Liebe in diesem Lied und drückte immer wieder auf Replay.
Und mein Herz flog aus mir heraus uns sang mit Liebe immer wieder den Refrain.

Ich höre gerne Musik. Ich suche zwischen den Worten nach der Liebe, nach der Traurigkeit in mir. Ich suche mich in jedem Lied

©Émilia

Poème pour L

Je voudrais un jardin
Où nous serions assis
Où tu prendrais ma main
Où le temps, endormi,
Nous ferait un écrin.

Le rosier et le chêne
Ta peau contre la mienne
Nous sourires enlacés
Sous le soleil, s’aimer.

Je peindrai chaque fleur,
Les parfums, les couleurs,
Je tracerai nos noms en travers de l’écorce
Et dans cette aquarelle puiserai la force
D’attendre un jour de plus…

Sans cet espoir tenace je serais perdue.

Verwandlung

Wir schenken uns der Stille,

dem Schweigen,

der Nacht

und uns selbst.

Und trotzdem reden wir viel

wortlos, gedankenlos.

Aus unseren Augen blühen Wildrosen

und wir suchen in der wilden Augenerde nach Liebe.

Bewundernd musternd was Liebe schafft

– die Farbe und das Licht

und die Tiefe –

Und wir sind bereit unsere Ahnung zu entfalten

und die wilden tiefen Wurzeln.

Und wir sehen uns sinnlich,  nackt und begehrend

und die Haut glühend und gierig nach Küssen

bereit für sinnliche, schweißtreibende Gefechte

und Lust und Erfüllung.

Und wir sind bereit füreinanander zu brennen

Das Herzgewölbe, die Flüsse, das Zentrum

sind Feuer und Flamme

Lust und Genuss.

Wir schreiben uns Liebesbriefe

mit selbstgemischter Tinte auf die Haut.

Und wir schenken uns die Stille.

In ihr sind Momente voll mit Musik

und wir sind Verwandlung

©Émilia

Menschen und Jahreszeiten

Ich las als Teenager gerne Naturgeschichten. Über Bäume, über Tiere, über Flüsse, Jahreszeiten und manche  Autoren geizten nicht mit Metaphern. Ein Fragment blieb mir in Erinnerung.

So sinngemäß zitiert: „Vergleichen wir Menschen die uns im Leben begegnen mit den Jahreszeiten.“

In Gedanken wandere ich zurück, als ich ca. siebzehn Jahre alt war. Mit siebzehn ist man als Mädchen zwar schon eine junge Dame und achtet sehr auf sein Äußeres. Mit siebzehn sah ich aus wie ein Mädchen mit fünfzehn und so fühlte ich mich auch.

Bis eines Tages im November. November ist ein melancholischer verregneter Herbstmonat. Die Bäume werfen ihre letzten Blätter im Novembersturm ab. Die Natur ist eine amorphe Elegie. Eine Enigma im Nebel.

Ich stand auf dem Perron und wartete ungeduldig auf die Métro.  – Acht Haltestellen waren es von der Schule bis zum Bahnhof. An der neunten musste ich aussteigen. Ich hatte also jede Menge Zeit Menschen zu beobachten. –

Ich zog die Mantelkaputze fester zusammen, damit meine Ohren vor dem Schneeregen geschützt sind und hielt sie mit einer Hand fest. Die andere Hand steckte ich tief in die Manteltasche. Der Novembersturm peitschte den Schneeregen auf den Perron und riss mir immer wieder die Kaputze vom Kopf. Die Regentropfen und die winzigen Schneeflocken glänzten wie Pailletten auf meinen Haaren und Schulten und reflektierten das Neonlicht.

Endlich hielt die Métro, ich stieg ein und setzte mich auf einen freien Platz am Fenster. Ich hatte jede Menge Zeit Menschen zu beobachten. Ich sah ihnen einen Augenblick lang in die Augen, auf ihre Gesten, auf die Haare oder auf ihre Kleidung.

„Vergleiche Menschen mit den Jahreszeiten, “ fiel mir der Satz wieder ein. Wir erkenne ich Frühlingsmenschen? Sind sie fragil, sensibel und voll von Zärtlichkeit? Sind die Sommermenschen schön im Herzen und besonders warmherzig, liebevoll und fröhlich? Herbstmenschen lieben sie Farben? Tragen sie den Duft der Ernte, eine innere Stärke in sich? Und Wintermenschen sind sie still und schön wie  unberührter Schnee? Tragen sie eine besondere Ruhe im Herzen?

Ich beobachtete fremde Menschen und ordnete sie den Jahreszeiten zu. Ich kannte diese Menschen nicht und ich kannte deren Natur nicht. Ich habe geraten.

Ob ich richtig oder falsch lag, habe ich nie erfahren.

Die Métro hielt an der Haltestelle am Bahnhof. Ich stirg aus und rannte los, um meinen Zug nicht zu verpassen.

Zuhause wurde ich von dem Gedanken Menschen den Jahreszeiten zuordnen abgelenkt. Und bis anhin kam mir dieser Gedanke nie wieder in den Sinn.

Heute las ich zufällig über einen Wintermenschen. Und sofort fiel mir der Satz wieder ein.

Ich sah Zoé an un entdeckte den Frühling in ihr. Den Frühlingshimmel ihn ihren Augen, die zarten Händchen, die Fragilität ihres Körpers, das zärtliche, fröhliche Lächeln, und die aufkeimende Hoffnung und das unruhige Streben nach Wachsen. Mein Frühlngsmädchen.

Ich sah dir in die Augen, sah einen See im Sonnenuntergang. Ich hörte deine wärmende Stimme wie sie meine Sinne berieselt wie ein feiner Sommerregen. Ich fühle deine beschützenden Arme um mich, ich fühle mich an deiner Schulter geborgen. Tief in deinem Ich erahne ich manchmal ein reinigendes Sommergewitter.  Deine Worte donnern und deine Augen blitzen wie ein See im Sturm. Dann schenkst du mir das schönste Lächeln. Es ist wie ein Sonnenaufgang. Warm spiegelt es sich in den  morgenfrischen Tautropfen. Mein Sommergefährte.

Und ich? Ich bin eher der launschische Frühlingsmensch, der manchmal die Stille des Winters vermisst, aber im gleichen Augenblick impulsiv aus sich herauswachsen will. Ich weine Aprilschnee und lache Mairegen. Ich liebe meine Natur die immer pastellfarben ist.

©Émilia

MutterTag

„Muttertag ist ein Tag wie jeder andere auch,“ pflegte Mama immer zu sagen.

Sie hat von uns Kindern nie erwartet, dass wir besonderen Wert auf solche aufgezwungene Tage, wie Muttertag, Valentinstag, Frauentag usw. legen.

Sie war in jeder Lebenslage ein sehr emotionaler und temperamentvoller Mensch. Gleichzeitig war sie sehr introvertiert.

Ich mache eine Zeitreise zurück. So weit zurück wie meine Erinnerungen noch reichen. So weit zurück wie meine Erinnerungen noch Bilder vor meine Augen legen können.

Mama war nicht die typische Mama die uns jeden Tag mit einem Küsschen weckte, uns wusch und könnte und uns zur Schule brachte, damit wir unsere Füße nicht anstrengen müssen zum Laufen.

Mama war berufstätig. Sie arbeitete hart. Sie arbeitete Schichtdienst und Bereitschaftsdienst und machte Überstunden, damit meine Eltern ein Haus bauen konnten.

Sie schleppte schwere Einkäufe, putzte und kochte für uns. Und sie hatte immer ein Ohr zum zuhören, eine Hand um uns zu streicheln, Worte um uns zu trösten und viel Humor, um uns zum Lachen zu bringen. Sie hatte aber auch eine Art Heiligkeit in sich zu der wir aufsahen. Sie war eine sehr schöne Frau, hatte eine besondere Zärtlichkeit in ihrem Wesen und ebenso eine besondere Fragilität. Sie zeigte ihre Liebe auf eine besondere Art in den kleinen Dingen des Alltags. Wer nicht tiefgründig genug fühlte, nahm sie nicht wahr.

Sie sagte nie „ich liebe dich, oder ich habe dich lieb“, sondern zeigte es indem sie indem sie sagte „was täte ich jetzt ohne dich?“ oder „komm her du kriegst ein Kuss.“ Als wir klein waren und sie uns noch hochheben und tragen konnte, hob sie uns hoch und wirbelte uns im Kreis herum.

Am Muttertag aber deckten wir Kinder den Frühstückstisch mit dem guten Porzellan für sie. Und als wir ihr für ihre Liebe und Fürsorge dankten weinte sie. Zuerst löste sich die erste Träne aus den Augenwinkeln und rollte die Wangen herunter auf unsere Haare und dann lösten sich alle Tränen aus dem Wimpernsaum und fielen wie ein Platzregen auf unsere Köpfe.

„Oh, ich will euch nicht die Haare waschen,“ lächelte sie verlegen und küsste uns auf die Stirn. Stirnküsse zeigen innige, bedingungslose Liebe. Sie küsste unsere Stirn, wischte den Lippenstift mit dem Daumen weg und verstrubbelte unsere Haare. Wir sind alle Wuschelköpfe. Sie liebte unsere Haare. „Lammwolle“ nannte sie unsere Haare.

Das war der besondere Augenblick – Mama’s Tränen in meinen Haaren glänzten wie winzige Perlen in den Haarstränen.

Als Mama erkrankte versuchte ich ihr diese Liebe und Fürsorge zurückzugeben.

Rollentausch. Als Kinder nehmen wir und als Erwachsene geben wir.

Ich weiß nicht ob Mütter sich generell lieber an die Töchter wenden, aber sie wollte nie, dass die Jungs sie sehen wenn sie Schmerzen hatte. Von den Jungs lehnte sie jede Hilfe ab was ihre Pflege betraf. Wir wurden beste Freundinnen und doch sagten wir uns nicht alles, wie beste Freundinnen es tun. Wir strittenn uns auch sehr heftig und lagen uns Minuten später in den Armen und weinten uns uns gegenseiten an den Schultern des anderen aus. Tränenregen bereinigt jede Wut, jede Traurigkeit. Dann lachten wir wieder. Vielleicht mag ich deshalb den Regenbogen so sehr. Er verkörpert die Freude des Himmels nach einem Unwetter.

Der rasante Fortschritt ihrer Erkrankung, machte sie zu einem anderen Menschen. Sie empfand irgendwann, dass sie nicht mehr die Frau zu der ein Mann aufsieht war. Sie nahm rapide an Gewicht ab als man ihr eine Niere entfernte und als man dann in der anderen einen Nierenzellkarcinom diagnostizierte. Sie fuhr eines Morgens( zum Wochenmarkt, sagte Oma) und kam nie an. Oma hatte keine Tochter und ich keine Mama mehr.

Ich hatte damals als ihre Krankheit fortgeschritten war, selbst viel durchzustehen und das Studium noch dazu zu bewältigen. Ich war nicht rund um dir Uhr bei ihr. Ich nicht ihre Hand und sie schlief nicht in meinen Armen ein als sie für immer einschlief. Das wäre mein letztes Geschenk an sie gewesen.

Heute bin ich selbst Mama und weiß wie es ist als Mama alles zu geben. Ich begreife es erst jetzt, wie es ist, zischen Muttersein, Partnerschaft und Beruf einen Spagat zu ziehen und darauf zu balancieren. Und ich denke ich werde auch meiner Tochter mit Tränen ihre Haare waschen.