Wir sind Nahrung für die Erde

Wenn alles Leben sich aus uns zurückzieht,
aus Händen und Füßen weicht, wir uns nicht mehr halten,
wenn Augen nicht mehr sehen,
wenn keine roten Flüsse durch Adern und Venen fließen,
wir keine Worte mehr finden
und unser allerletztes

– Ich liebe dich-

hören,
unsere Herzen sich im Takt verlieren und aufhören zu tanzen
wären wir Nahrung für die Erde.
Unsere Herzen wären Nahrung für die Liebe,
so zart, so süß, so weich.
Weit entfernt vom Weltlärm,
keine bösen Worte, keine bösen Namen
ins Weltall geworfen.

Worte der Liebe
reißen dann ein Loch in die Atmosphäre
und dann sind wir Regen
und weinen auf die Blumen.

Wir sind dann Schneeflocken
und legen uns wie eine Decke auf die tragische Dunkelheit.
Wir kriechen in ein Loch und finden da Heimat.
Irgendwo wo irgendwann uns niemand mehr kennt.
Unsere Körper sind dann Nahrung für die Erde.

Wir schlafen in der Süße unserer Liebe
in der Liebe unserer Süße
und werden ewiges Leben.

Fernab vom Weltlärm schlafen wir
und sind Nahrung für die Erde

©Émilia Rennart