Winterwind

Sehe auf die Stelle wo wir standen

dort vor dem alten Walnussbaum,

als du mir sagtest, dass der Winter kommt

und auf die sich in den Winterschlaf

trämenden Äste zeigtest.

Und dann breitetest deine Flügel aus,

umarmtest den Wind

mit gefrorenen Federn,

hobtest dein Federnkleid,

damit es sich nicht in den Bäumen verheddert,

schriest auf,

dein Herz brannte,

verbrannte

als du zum Winterwind wurdest.

Die Fenster in Haus

beschlugen sich.

Das Glas fror

als deine Flügel

Eisblumen darauf malten.

„Das Kerzenlicht

in deinen Haaren wärmt mich,

ich muss los.“ sagtest du.

„Und die Eisblumen?“ schrie ich

„Es fehlen noch welche bis das Fenster zubemalt ist!“

Und weg warst du als Winterwind

und deine gefrorenen Federn schneiten

alles zu.

Und ich blieb mit hängenden Flügeln

am Fenster stehen.

In meinen Augen spiegelte sich zitternd das Kerzenlicht.

Und dann fielen Federn aus deinen Flügeln,

als sollte ich die Leichtigkeit einer Feder fühlen lernen.

©Émilia

un baiser

Je t’enverrai un baiser avec le vent,
Et je sais que tu l’entendras,
Tu te retourneras et, sans me voir, je serai là.
En un baiser, tu sauras tout ce que je ne t’ai pas dit…