Ich schäle mich langsam au dem Schlaf
wie ein erwachendes Morgenrot aus dem Fluss.
Augenblicksweise schält sich die Welt
aus der indigofarbenen Nacht.
Amorphe Gedanken
versuchen zurück
in den verblassenden Traum zu flüchten,
doch die Augen sind wach
und öffnen das Herz
bis zu den Wurzeln.
Noch kann ich nicht sehen
wohin ich gehe,
noch fühle ich mich träumend
warm auf dem weißen Laken.
Noch fühle ich deine Umrisse und deinen ruhigen Atem.
Noch zeigt die Nacht das Geheimnis der Stille.
Nur langsam schäle ich mich aus deinen Armen.


Vielleicht
heißt lieben,
zu lernen,
zu sein
wie ein Baum.
Zu lernen still zu sein,
die Welt sehen und hören,
und die Frühlingssonne,
die Dürre, den Wind
und den kalten Schnee fühlen.
Geduldig sein.
Wurzeln zu schlagen,
zu wachsen
und den Himmel berühren.

Vielleicht heißt lieben,
laut zu sein,
wenn der Wind, der die Äste biegt,
wenn der Wind das Laub durchwirbelt.
Vielleicht ist lieben viel mehr als das.

Momente die sich tief in die Herzwände graben,
und tief  bis in die Knochen.
Vergangene Momente
die sich nie mehr im Traum zeigen.
Verschlungene Erinnerungen
die sich wie ein Festkleid um mich wickeln
wenn ich in einen Traum schlüpfe.
Momente die mich zurück
in die Kindheit zaubern
um die Welt zu verändern
und ich zu klein war

um mein Schicksal zu ändern.

Vielleicht heißt lieben
genau das:
Herauszuwachsen

©Émilia