Ich wandere am Ufer meines Herzflusses entlang,
fühle das Rauschen des Blutes in meinen Adern,
mit jedem Herzschlag fühle ich die Wirbel
und die sanften Wellen gegen die Ufer schlagen.

Ich sehe im klaren Wasserspiegel,
meine Augen folgen dem sinnlichen Tanz der Wellen.
Diese Tiefe, diese Kreise dieser Liebe….
so verborgen….
Dieses Fühlen…. so laut, so heftig, so tief.

Unter dieser Oberfläche,
ist das Liebe?
Ist so die Liebe?
Ich berühre sie mit der Hand,
mit einem Kuss,
mit alle Sinnen, sinnlich, hauchzärtlich sanft.

Noch möchte ich nicht
in diese Tiefe gezogen werden,
noch nicht Mut Haut und Haar und Herz verschlungen werden.
Noch will ich nicht ertrinken.

Am Uferrand des Herzflusses
fern vom Rätsel der Liebe zu sitzen und warten
schützt mich vor Stromschnellen und Wasserfällen
dieser Liebe.
Noch möchte ich nicht eintauchen,
noch möchte ich nicht schwimmen,
noch möchte ich nicht an ihrem Herzgrund liegen.

Noch zitze ich am Rande des Unfassbaren,
des Unbegreifbaren.
Ich warte…..
Ist mein Herz bereit seinem Fluss zu folgen?

Bleibe ich an Land
und sehne mich nach dieser Liebe,
oder ich tauche ein in diesen diesen Fluss,
schwimme und breche Wellen,
lege mich auf ihren Herzgrund
erlebe Ebbe und Flut,
die Tiefen und Untiefen dieser Liebe?

In dem Augenblick,
wenn Liebe und Leben wie Sandkörner durch die Finger rieseln, erkennt man den Nebel vor dem großen Nichts und man beginnt nach der Sonne dahinter zu suchen.

©Émilia