Eine Freundschaft

„Ich schließe die Augen nicht,

wenn sich der Schlaf unerwartet unter meine Augenlider schleicht.

Ich möchte dich denken,

dich träumen, die Zeit mit dir zurückrufen,

unsere Freundschaft vor mir sehen“ sagte er.

„Ich fühle es, wenn du mich anrufst,

lange bevor mein Telefon summt.“

Seine Stimme klingt weich,

als würde er mir eine Serenade singen.

„Ich bin nur ein Schatten auf der verzweifelten Suche nach Licht,

ein Mann der seinen Weg sucht,

ein Blinder der sein Leben ertastet.

Und dann werde ich irgendwann sterben.

Komm führe mich an deine offene Herztür,

zeige mir den Weg,

lass mich die Tränen deines Glücks fühlen.

Sag mir, wer erinner sich an mich,

an den Moment, als ich dich noch sehen konnte,

als ich dein Lächeln sehen konnte,

wie ich mich auf dich freute wenn wir uns sahen?

Sag, wer erinnert sich an mich,

an einen leblosen Schatten,

auf der verzeifelten Suche nach Licht?

eine verlassene Seele, die aus dem Nichts gelöscht wird?

Ich war tränenbitter und leidenschfaftsüss,

wer wird sich an das alles erinnern?

Ich war Kind und ich hatte Freunde,

ich hatte eine Freundin – dich.

Ich liebte das Leben,

ich liebte das Licht,

ich liebte dich auf eine besondere Art.

Eine Art die mich erfüllte.

Die Zeit wird mich löschen

wie ein Schwamm eine vollgeschriebene Tafel,

wie ein Schatten an einem vergessenen Ort.

Ich wünschte es gäbe eine Wiedergeburt,

einen Neubeginn.

Wie nach der Nacht die Helligkeit des Tages kommt.

Ich würde Leben und lieben und glücklich sein.

Ich würde lieben und geliebt werden.

Ich würde von warmen Fingern berührt werden,

von weichen Haarsträhnen gekitzelt werden,

von Augen angesehen und von Lippen geküsst werden.

Ich würde meine Seele geben,

mein Fleisch

meine Liebe.

Ich würde sogar unsterlich werden – für dich.

©Émilia