L’heure du loup – die Stunde des Wolfes

L’heure du loup – die Stunde des Wolfes ist die Zeit kurz vor dem Morgenstern, das Intervall in dem die Nacht, dem Tag weicht, kurz bevor die Sonne aufgeht. Die Zeit in der sich angeblich viele Sterbende verabschieden. Die Zeit in der die meisten Unfälle passieren, die Zeit in der unser Schlaf am tiefsten ist und in der wir träumen und alpträumen. Wer Nachtdienst weiß, dass die Konzentration zwischen 3:00 Uhr – 5:00 Uhr sinkt, weil der Blutdruck und die Körpertemperatur niedrig werden, da der Stoffwechsel sich eigentlich im Schlafmodus befinden sollte.

Für Schlaflose ist die Wolfsstunde eine quälende Zeit. Das Fühlen und die Emotionen sind am intensivesten, die Gedanken tiefgründiger.

Ich erlebe die Wolfsstunde eher selten, aber wenn der Wolf nach mir schnappt, dann schnappt er heftig zu.

Ich habe keine guten Gedanken, meine Emotionen lösen Herzrasen aus und ich habe keine Worte und keine Farben, um dieses  – ich nenne es Angst – Gefühl zu beschreiben.

Meistens verscheucht der Handywecker um 4: Uhr den Wolf, oder ich stehe auf.

Der Schatten den der Wolf hinterlässt hüllt mich noch ein paar Minuten ein.

Espresso verscheucht den Wolf. Nach dem ersten, wirft er noch etwas Schatten, aber beim zweiten Espresso rennt er weg.

Und wenn ich keinen Frühdienst habe und alle noch im Tiefschlaf oder in den Träumen liegen, habe ich meine kreative Wolfsstunde.

Meistens schreibe ich und höre dazu Radio.

Tout est poésie.

Draußen auf der Fensterbank

ruht eine Amsel

vom ersten Morgenflug aus.

Und wenn ich traurig bin

fängt sie an zu singen.

Leicht und berauschend

wie dein Morgenlachen.

Sie sitzt da,

als würde sie ihre Flügel ablegen und mich beschwören:

„Streife das Kleid der Melancholie ab

und singe mit mir.“

Nous avions tout aimé,

tout aimé l’un de l’autre.

Je te cherche et t’attends,

je suis les battements

de nos cœurs qui s’appellent

répétant en échos

comme en morse des mots.