Frénétique

Ich weiß nicht,
ob ich dich geatmet habe
als Sonnenaufgang
wie ein frischer Sommermorgen.

Ich weiß nicht,
ob ich an dir genippt habe
wie an einem Morgentautropfen
an einem Sommerregentropfen,
oder an einer Träne,
wie aus einer dampfenden Tasse Espresso.
Honigbittersüss!

Ich weiß nicht,
ob ich plötzlich aufgewacht bin
mit dir unter meiner Haut
oder du hast mich langsam infiltriert,
wie ein diffuses Licht,
Nase,
Mund,
Hals,
Haut,
Blut,
Herz!

Ich weiß nur wenn deine Haut mich berührt
und deine Lippen mich hauchzärtlich wachküssen
wie ein Schmetterling am frühen Morgen
eine Blume wachküsst,
honigbittersüss,
dann weiß ich
dass ich mich mit dir verflechte
dass ich eins werde mit dir.
Frenetisch
honigbittersüss.

©Émilia

Honighimmel

Ich genieße den honigduftenden Himmel deines Mundes,
Die Süße des Kusses fließt wie goldener Honig

durch deine weißen Zähne
über deine samtweiche, honigbittersüsse Zunge.

Mein Mund ist voll von deiner Süße deines Kusses
wie der Himmel voll ist von dem Geschmack der Sterne,
Hell, kühl und nass und honigbittersüss,
fühlt sich deine Zunge
im Himmel meines Mundes an.
Ich genieße die Magie der vom Honigkuss erweckten Sinne.

Ich atme das Blau des Himmels deines Mundes,
honigfrisch sinnlich verfeinert,
blühen deine Küsse auf meiner Zunge
und die magischen Symphonien machen mich glücklich.

Ich liebe den Himmel deines Herzens!

Du ein Fluss und ich ein Meer

Aus blaugrünen Ziegeln
wie die Farbe eines See
errichte ich eine Sehnsuchtsäule
und lerne fliegen.

Aus Seerosenblättern
flechte ich eine langes Traumseil
hänge es an eine Wolke
als eine Schaukel für Sonnenaufgänge.
Am Seeufer der feine Sand
singt unter meinen Sohlen
die Liebe als Refrain.

In uns, zwei zusammengeführte Gewässer,
du ein Fluss und ich ein Meer
schlagen die Seepferdchen mit ihren Flügeln
einen Regenbogen
Ich als Meerjungfrau, und du als Schmetterling
in einem diskreten Sonnenuntergang vereint.
In unseren Augen tragen wir Anfänge
und Worte, die noch ungesagt sind

©Émilia

Jemand

Jemand geht mit leisen Schritten durch mein Herz wie durch einen Wald,
auf der Suche nach meinem Ich.
Jemand passt seine Schritte nach dem Sekundenzeiger meins Herzschlags an.
Jede Systole, jede Abweichung von der Regel der Stille
nimmt er mit sich.

Jemand schleicht sich durch meine Herzhäute in meine Herzkammern
und sieht sich um in meinem Ich.
Wie ein bunter samtweicher Teppich breiten sich meine Herzhäute vor ihm aus.
Er setzt sich an den Fluss meiner Tränen,
er setzt sich auf die Gartenbank und beobachtet alles in meinem wilden Herzgarten.

Er setzt sich in meine Gedanken
und wohnt darin wie in einem blauen Haus mit großen Fenstern.
Jemand lächelt mich an,
und ich lächele zurück,
als würde mir die Sonne ein warmes Lächeln für den Tag schenken.
Manchmal füllen sich meine Taschentücher mit Tränen
wenn er weint.
Manchmal fallen Worte in meine Tinte
wie ein Goldpartikel aus irgendeinem Herzstern,
wie eine silberfarbene Träne aus einer Regenwolke,
wie ein fallendes Blatt aus einem Herzbaum,
wie ein Tag, wie eine Nacht.

Jemand begleitet mich …

©Émilia

Herbstmetapher Metamorphose

Das Laub der Bäume färbt sich

für einen Blättertanz im Herbstwind.

Es weinen die Wolken

über den Tanz

und der Wind wirbelt Blatt für Blatt

bis zu Boden fällt und Farbe verliert.

Decke mich zu mein Lieber

mit einem Vorhang aus Morgennebel,

oder mit deinen Herzhäuten.

Lass mich den Herbst verschlafen und die Farben.

Ich verpuppe mich

wie ein Schmetterling sich verpuppt

hinter den Herbstaugen.

Ich gehe in meine Stille und schweige

wie ein Stein irgendwo am Rand eines Weges

Ich verstecke mich nicht,

ich hülle meine Liebe nur in Seide.

Und dann kitzele ich die Zeit

und erwache aus dem Schlaf

als große Liebe.

©Émilia