Über mich

Frag den Mond,
er ist mein treuer Vertrauter
in Nächten mit wenig Schlaf
Er kennt mein Lächeln und meine Tränen,
meine Gedanken, Sehnsucht und Sünde,
Er kennt meine Träume, meine Albträume
und im Morgengrauen ist er nur ein Schatten
so groß wie ein Nadelöhr.

Lass die Bücher über mich erzählen.
Wie oft habe ich sie gestreichelt
vorsichtig Gefühle zwischen die Seiten gelegt
und Lesezeichen zwischen die Gefühle
wie Blumen oder Blätter,
habe ich sie zwischen die Seiten gepresst.

Lass die Wege über mich erzählen
die meine Schritte getragen und gewiegt haben
– in den Jahren, die vergingen,
wieviel Sehnsucht ich getragen habe.
Wie oft ich mich verlaufen habe
wie oft ich mich selbst verloren habe,
auf der Suche nach Liebe und Glück.

Lass den Regen über mich erzählen
Wie oft er mir Musik war,
wie oft er mit mir weinte.
wie oft hat er mich umarmt.
Wie oft ich ihn gebeten habe über mich zu regnen.

Lass die Sehnsucht alles sagen,
was sie fühlt und was sie weiß
wie ich war, wie ich bin,
und nicht sein werde.
Sie hängt Gedanken an die Fenster
wie filigrane Blätter oder Eisblumen
in Nächten ohne Schlaf und Traum.
Lass sie erzählen von der Ferne
das mein Herz zurücklegt
mal lächelnd mal weinend.

©Émilia