Lass mir das Wort

Nimm mir den Herbst, wenn du willst,

und alles was dazu gehört.

nimm mir den Regen und das Blatt im Wind,

nimm den Raureif aus den Gedanken,

lass mir die WorteNimm meine kalten Abende,

die verlorene Sehnsucht auf den Pfaden,

nimm mir die Montage und die Freitage

nimm mir alles, was du sammeln kannst,

nimm mir kein Wort.



Nimm dir Zeit zwischen den Nächten

den Sonnenuntergang, wenn du willst

nimm das Grau und den Rost, 

es ist schon spät,

aber lass mir das Wort.



Ich behalte das Wort

und schreibe meine Gedanken

im Regen und im Traum,

in weiß und in grau und rostfarben

und webe Sehnsucht 

zwischen die Zeilen.

Ich streue Worte auf die Pfade

zertrete sie nicht

mit deinen Schritten.



Ein Wort, eine Farbe ein Gedanke

sonst will ich nichts behalten



©Émilia

 

 

6 Gedanken zu “Lass mir das Wort

  1. Deine Worte zertreten? Niemals, liebe Emila, NIEMALS! – Es ist wunderbar, dass Dir Worte, dass Dir das Schreiben so viel bedeuten. Ich glaube, dass auf diese Weise Dein schöner Charakter auf die ihm gemäßeste und beindruckendste Weise seinen Ausdruck findet. Auch dann, wenn Du das gar nicht bewusst beabsichtigst, und ich denke, dass Du viel zu bescheiden bist, um das beabsichtigt zu tun. Ich aber kann es lesend fühlen und erspüren und das ist immer wieder ein mir Zuversicht und Erdung schenkendes Erleben.

    Ich bin sehr dankbar, Dir begegnet zu sein, sehr dankbar, dass wir uns lesen und austauschen.

    Ganz viele, liebe Wochenendgrüße an Dich!

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    1. Vielen Dank an die Götter, dich zu lesen! Ich habe so viele Gedanken, die ich lieber aufschreibe, anstatt mit lieben Menschen darüber zu diskutieren.. Oftmals passen sie gar nicht zum logischen Alltag, aber sie sind da. Und ich bin in vielen Gesichtspunkten eine Einzelgängerin. Beruflich bin ich viel unter Menschen, der Krankenhausalltag ist manchmal auch sehr anstrengend. Und wenn ich nach hause komme und meinen lieben damit noch den Kopf mache mit meinen Gedanken, würde ich keine Freizeit mehr haben.

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      1. Ich bin Chirurgin. Ich weiß, klingt hart für manche Menschen. Ich bin Quereinsteigerin, habe zuerst Hebamme gelernt und habe mich dann erst für das Studium entschlossen, nachdem ich von meinen Eltern dazu getrieben wurde. Und wie man es so schön sagt, die Freude kommt beim Tun, freue ich mich wie ein Kind, wenn ich auf das gelungene Ergebnis blicke.
        Dann aber am Ende des Dienstes ziehe ich mich gerne zurück zu den Menschen die ich liebe. Innerlich reflektiere ich viel, aber nach außen möchte ich nicht mit jedem Menschen über alles diskutieren, was mich beschäftigt. In Ehen führt das oft bis zur Trennung oder sogar Scheidung. Zumindest bis man die Liebe neu entdeckt. Das ist eine harte Lehre für mich gewesen. Ich passe manchmal, oder ich lerne nach und nach dass das Leben in einer Liebe und Ehe nicht nur meine Ordnung haben kann

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      2. Es gibt Chirurgen, denen ich buchstäblich mein Leben verdanke. Ich habe großen Respekt udn große Achtung vor diesem Beruf und den Menschen, die ihn ausüben. – Im ersten Drittel des nächsten Jahres werde ich mich wieder in die Hände eines Chirurgen begeben (müssen), zu einer OP, vor der ich zugegebenermaßen sehr großen Respekt habe.
        Deine Arbeit muss sehr fordernd sein, um so mehr bewundere ich, wie es Dir gelingt von Deinem anspruchsvollen Dienst in die Poesie zu gleiten, und dass und wie schön diese Poesie ist, das ist nun für mich um so faszinierender.
        Du bist ein sehr besonderer Mensch für merin Empfinden.

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      3. Ich bin keine Bloggerin. Ich bin neben meinem Beruf auch Frau und Mutter(seit 20 Monaten). Ich schreibe am Ende des Tagen, einfach unreflektiert meine Gedanken und Empfindungen auf. Ich filtere sie nicht. Deshalb sind sie manchmal für Menschen die mich gar nicht kennen etwas „gewönungsbedürftig.“ Schreiben ist meine Ausdrucksweise.
        Auch in der Liebe, ist es so. Ungefilterte Romantik ist zwar schön, aber im Alltag ist die Poesie in der Liebe wie Hintergrundmusik. Geschieht unbewusst und man hört nicht genau hin.
        Und wenn ich schreibe tanke ich Kraft.
        Die Besonderheit in mir kriegt nicht jeder zu sehen.
        Ich bin eher wie ein ungezogenes wildes Kind. Meistens zeige ich meine schlechten Seiten. Vielleicht ein Schutz oder was auch immer. mag man mich schlecht, liebt man mich gut mehr, oder so.

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