Ich habe neben deiner Stimme gelegen

Ich habe neben deiner Stimme gelegen.

Es war wirklich schön dort
Wange an Wange
und deine warme Armhöhle
war mir wie ein Tempel.

Ich kann mich nicht einmal erinnern,
was du gesungen hast.
Vielleicht ein Lied über die Bäume und der Fluss
die dich umgaben
oder ein Lied über verträumte Nächte.
Oder vielleicht deine Kindheit, die sich
irgendwo in den Worten verloren hat oder in der Musik.

Ich kann mich nicht einmal erinnern, was du gesungen hast.

Ich habe mit den Fingern in deinen Haaren gespielt.
Sie hatten viele Ringe im Morgengrauen
und du hast mich ausgelacht.

Ich erinnere mich nicht einmal,
warum du im Schaf geweint hast.
Vielleicht einfach so, aus der Traurigkeit heraus,
oder vielleicht vor Sehnsucht oder vor Rührung.
Ich kann mich nicht erinnern, warum du geweint hast.

Ich lag neben deiner Stimme und ich liebte dich.

©Émilia

Die Jahreszeiten der Unendlichkeit

Wie schön die Liebe mitten im Winter ist
Die Stille unter dem Schnee auf uns
wie eine wärmende Decke
Der Himmel über uns schneit
sein Federbett auf uns
Eiszapfen klingeln in unseren Haaren
bei jedem feurigen Kuss.

Lass uns zwei Schneemenschen sein
von Kinderarmengebaut und mit Kinderlachen belebt
Wir schützen sie bei Kälte und Frost
mit sebstgestrickter Kleidung aus Raureiffasern und Schneeflocken.

Wie schön die Liebe ist mitten im Sommer
Wenn sie nach Kirschen duftet,
die gerade reifen.
Der Himmel über uns ist blau und sonnig
Dein Körper in meinem Körper entfacht das Sonnenfeuer
und wir brennen lichterloh.

Und unsere Feuer verflechten sich
Unsere Feuer lieben sich
Wir sind gemeinsam die Achse der Welt
Wir sind der Sommer des ganzen Feuers.

Wie schön die Liebe ist mitten im Herbst
Wie eine Tagundnachtgleiche
Wenn die Liebe uns verurteilt
das Schicksal der reifenden Trauben zu tragen.

Lernen wir uns zu freuen
lernen wir uns zu lieben
opfern wir uns dem Schicksal.
Und dieser Weinstock voller Trauben
Es wird für immer seinen Wein uns schenken.

Wie schön die Liebe ist im Frühling
die Schönste aller Zeiten.
Die Lämmer hüpfen spielen über die zartgrüne Wiese
ein hauchzarter Kuss
bedeckt die Knospen unter der rosafarbenen Bluse

Die Liebe ist ein Buch mit Siegeln und Rätseln
unergründlich wie die Natur und das Leben.
Der Himmel schlägt Wege im Schicksal
Unsere Körper aus Knospen und Blättern
lernen wir in der Liebe zu schmecken ?!

©Émilia

Ein Elefant balancierte in einem Spinnennetz

„Ich bin launisch wie das Frühlingswetter,“ sagte sie zu  ihm eines Abends.

„Aber ja, launisch  wie ein Wirbelwind, dann sanft und warm und ebenso aufbrausend und unbeständig.“ beschrieb er sie.

Die Ruhe vor dem Sturm und der Sturm mit voller Kraft zugleich.

Sie hält so gut  wie möglich die Kälte des Winters von ihren Lieben fern.

Ihre Augen sind manchmal voller Traurigkeit in den Tag und trotzdem spiegeln sie die warmen Farben der Liebe.

Das glückliche Lächeln eines Augenblicks der Freude ist wie ein Taukranz auf dem fragilen seidenen Faden, eines Spinnennetzes.

Wenn man sich vorstellt wie schwer die Welt für diesem Faden ist?

Nun ja … Manchmal ist es so, unsere ganze Welt hängt an diesem fragilen Faden. Manchmal vergessen wir kindlich daran zu glauben, dass Liebe die ganze Welt in den Händen tragen kann, wie Atlas der das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trägt.

Sie erinnerte sich an ein Kinderlied, dass sie im Kindergarten rauf und runter gegrölt hatte:

Un éléphant qui se balançait

sur une toile, Toile, toile,

toile d’araignée,

C’était un jeu tellement,

tellement amusant

Qu’il appela un deuxième éléphant

Sie ersetzte die Leinwand mit einem Spinnennetz. Die vermeinte Fragilität die eingentlich unterschätzt wird

„Eins!

Ein Elefant balancierte in einem Spinnennetz

Und weil das Netz nicht gerissen ist

ist ein weiterer Elefant ist dazugekommen!

Zwei!

Zwei Elefanten schaukelten in einem … “

„Wie kommst du jetzt darauf?“ lachte er. Vielleicht lachte er über ihre Stimme, oder aber über ihre tanzenden Bewegungen. Vielleicht einfach nur so…..aus Liebe, da er ihre Albernheiten kennt.

„Das Schwere und die Elefanten sind wir in unserer Liebe.“ sagte sie mit einer nachdenklich melancholischer warmen Stimme.

„Du hast meine Seele geschält und geöffnet wie eine Orange und das Fruchtfleisch zwischen deinen Fingern zerdrückt, hast daran gesaugt und jeden Tropfen Saft genossen, bis du mich ohne Essenz gelassen hast. Jetzt ist meine Essenz in jedem Atemzug von dir. Du fühlst was ich fühle.

Quo vadis?…

Wir haben so eine große Verantwortung füreinander. Und einer von uns muss ein Anführer sein und dafür Sorge tragen, dass wir beide glücklich, ausgeglichen und erfüllt sind.  Ich bin manchmal schwach und wenn ich im Augenblick den Sinn nicht sehe,  kann und will ich nicht kämpfen. Ich habe manchmal keine Ressourcen mehr, weil du mich forderst und aussaugst.

Ich bin froh, dass du meine Seele gerettet hast, indem du alles mitgenommen hast. Ich weiß, ich bin bis zum Ende dein.“ dachte sie. Laut zu denken würde zu Diskussionen führen.

„Fühle dich reich, du hast mich, denn so ganz hatte mich noch niemand haben können. Und stell dir vor, ich hätte hier nicht die Oberhand….“ führte sie fort.

„So siehst du uns also?“ fiel er ihr ins Wort.

„Aber ja, du wolltest wissen wo wir gemeinsam angekommen sind.“

Er antwortete in einem verärgerten Ton:

„Ich bin der Mann, der dich liebt. Ich werde alles tun um das Schwere im Spinnennetz zu stützen um uns Elefanten im Netz dieser Liebe zu halten und wir werden uns treffen, um uns wie beim ersten Mal zu lieben …

Ich bete darum, dass ich für uns beide die Kraft habe alles Schwere von uns abzuwenden.“

Bete für dich selbst ……aber nicht für mich.

„Ich habe jetzt Gefühle, die ich herausschreien könnte, damit sie mein Herz nicht mehr so beschweren. Ich habe sie jetzt und nicht Morgen oder übermorgen. Jetzt in diesem Augenlick. Ich wünsche dich mit Umarmungen fast zusammenzudrücken und ich vermisse Tränen, die noch nicht einmal Quelle sind und die meine Wangen lieber verbrennensollen, anstatt dass ich sie von dir abzukühlen lassen möchte.

Und ich habe Liebe für dich in meinem Herzen.Lass mich dich nur nicht lange mit feuchten, traurigen Augen voller Sehnsucht ansehen. Küsse mich so innig wie du nie geküsst hast!“ dachte sie und sah ihm in die Augen.

„Meine Hände werden Nacht für Nacht

verrückt nach deinem Körper sein

Traum für Traum werde ich dich träumen.

Unser Verlangens ist…

es ist unsere Nahrung und Trank.

Du bist nicht müde und ich bin nicht müde.

Hungrig und nackt.

Verrückt und gesund.

Auch eine Art unserer Liebe.“ dachte sie weiter. Heute…..Jetzt….Nicht Morgen….Das Leben ist Jetzt.

„Würde der Spiegel des Universums zerbrechen, wenn wir uns nicht mehr lieben würden?

Würde der Bodensatz der Welt zerbrechen und würden die Splitter des Endes über uns fliegen?“ fragte sie schelmisch.

„Ich würde für die erste Sekunde um das Ende bitten, das mich noch näher zu dir bringen würde. Wir zwei Splitter auf dem Scherbenhaufen der Welt.“ lachte er.

„Aber ja! Würde er nicht. Das Leben geht immer weiter, mit und ohne uns. Man weiß nie was Morgen sein wird. Das unbekannte Vielleicht, wie ein bekannter Schriftsteller Francois Rabelais es nannte. Und das ist beängstigend. Und wenn es hart auf hart kommen wird, ich weiß nicht wie unser Zusammenhalt aussehen würde. Die große Unentschlossenheit.“

„Gut! Von wegen unentschlossen. Ich bin nicht unentschlossen.“ sagte er knapp. Er ist nun mal der Mensch der in drei, vier Worten alles sagen kann. Drei Worte die alles beinalten. Die Welt, das Spinnennetz und die Liebe.

Liebe ist……nicht immer alles…..so sehr man auch liebt. Es gibt immer einen entscheidenden Punkt wo sie hängen bleibt……und nicht weiter geht…..Und an der Schwere scheitert man nicht nur, weil die Kraft ihre Grenzen setzt, sondern weil die Liebe an dieser Grenze zerschmettert und man sich immer für den scheinbar leichteren Weg entscheidet.

Die unkonditionierte oder bedingungslose Liebe trägt keine pure Logik in sich. Damit der Faden nicht reißt, bedarf es an Elastizität und Beschaffenheit.

Abis

Was macht die Unendlichkeit der Liebe aus? Es treffen sich zwei Menschen, verlieben sich auf den ersten oder zweiten und sogar auf den hundertsteen Blick ineinander und streben gemeinsam die große Unbekannte dieser Unendlichkeit zu erforschen.

Der Rest sind Details, Schritte, Stufen, Tests, Pausen. Alles, was für eine Liebe im Leben zählt, ist dieser Ausgang, diese Sekunde.

Und manchmal rinnt die Liebe mit der Zeit einfach durch die Finger, wie durch eine Sanduhr. manchmal beißt man eifrig mit animalischer Befriedigung, nur um den Hunger zu stillen von der Liebe ab und geht, bevor der Alltag den Boden berühren kann.

Und wiederum manchmal, stellt man fest, dass diese Liebe nicht lebensfähig sein kann oder darf.

Ich habe mich ein einziges Mal von einer enormen Höhe in diesen Abis geworfen. Es war eher ein Schweben als ein Fallen. Und als ich endlich fiel, war ich für lange Zeit innerlich gebrochen.

Ich wusste nicht wohin ich gehöre und zu wem.

Ich weiß nun, dass meine Flucht mich von der Tendenz reinigen wird, Zuflucht in dieser Sehnsucht nach dieser vollkommenen Liebe zu suchen.

Heute durchlebe ich noch die Momente dieser Sehnsucht nach dieser Vollkommenheit – das große Unbekannte –

Ich habe so viel Liebe zurückgelassen, dass es dich bis zur Unendlichkeit reichen sollte.

Aber ich lebe meine getroffene Entscheidung und lerne neu zu lieben.

Liebe in Schritten in Stufen durch das Leichte und durch das Schwere. Auf Tests möchte ich verzichten, ich schreibe keine gute Noten……da muss schon jemand sehr viel Geduld und Verständnis aufbringen.

Und ich erst recht mit dem Menschen den ich liebe.

Ich trage alle Jahreszeiten
dieser Liebe in mir.
Den Frühlingsregen,
die Sommersonne,
die Herbstfarben
und die Eisblumen.
Ich fühle die Sehnsucht
des fragilen Anfangs,
ich fühle die Wärme Sommersonne,
ich fühle das Farbenfeuer im Tanz der Blätter
und die Kälte der Eisblumen auf meinen Wangen.

Die Zeit gräbt Tiefen in die Liebe

ungezähmt wild.
Und die Sehnsucht nach uns…nach wir
ist eine Quelle die zum Fluss wächst.

Es ist das Vermissen…… das Uns…das wir…

Ich warte auf dich
in meinem Herzen,
Lass uns unsere Sinne verflechten
im Regen
und Blicke zu einem Gelübte formen
und aus dem Herzen
den Mut zu Uns schöpfen.
Mit dir würde ich lernen
die Liebe im Wir
und im Liebessturm
das Uns und das Wir.

©Émilia

Schlaf süss

Ich bewache deinen Schlaf…..

schlaf süss…..

ich habe alle Träume geküsst,

jeden einzelnen gutenachtgeküsst

und sie zum Schlafen unter deine Lider gesetzt.

Ab und zu

lächelt einer im Schlaf,

ein anderer seufzt,

ein anderer dreht sich unruhig hin und her

ein anderer redet im Schlaf.

Lege deinen Kopf auf meinen Schoß und schlaf….

Ich forme kostbare Haarringe mit meinen Fingern.

Der Regen malt Ideogramme auf die Fensterscheiben,

ich bemühe mich nicht sie zu deuten.

Ich folge nur den Regenrinnsalen

die sich auf die Scheiben schreiben

alles löschen und von vorne beginnen.

Der Wind peitscht die regenschweren Zweige

hin und her und her und hin

wie die Träume deine Lider zum Zittern bringen

Schlaf süss….

heute Nacht werde ich dich bestimmt träumen.

©Émilia

Spätherbstsymphonie

Der Spätherbst schreibt seine Partitur über meine Seele

Ich bin ein verlorenes Blatt im Wind, schwebend zwischen Himmel und Erde,

mit zarten Bewegungen, in der beängstigen Stille unbekannter Wege

mit Tränenregen und Wirbelstürmen im Herzen und noch ungeborene Lieben.

Der Geigenbogen spielt eine Symphonie der Gedanken

und die Musik begleitet mich in meinen Träumen.

Der Spätherbst legt sich melancholisch über mich

schwer wie eine Federndecke umhüllt er mich mit Wärme.

Erschrocken fallen die Sekunden aus der Sanduhr

noch wissen sie nicht um die Liebe

und bitten die Zeit, sie in ein Flüstern zu verwandeln.

Die Noten haben es eilig, sich in ungeschriebenen Seiten zu verstecken

Der späte Herbst singt eine Serenade an meinem Fenster

und auf Altären aus bunten Blättern

setzt er die noch ungeborene Liebe.

©Émilia

Ein Gedanke

Manchmal möchte ich, dass das Herz Augenblicke fotografieren könnte. Alle mit einem Lächeln, alle mit allen Träumen, alle mit allenTränen, alle mit Sehnsucht …

Ein Album voller Lebenssequenzen!

Ist es zu viel verlangt?!