Serenade

Himmel, erhöre mein Gebet
Und lass mich ein Stern sein
Ab dort
möchte ich
Augen, die mich ansehen den Blick erwidern .
Lass mich Himmel, ein Stern sein!

Wind, umarme mich fest
Und mache meinen Traum
zu einer lindernden Brise
und lass mich in die Ferne schweben
um jemanden zu trösten
wenn er traurig ist.
Mach mich zur lindernden Brise!

Herz, lass dir Flügel wachsen
und fliege dahin, wo du dich wohl fühlst.
Bade deine Flügel im Licht
und fliege dann zurück zu mir
Sei mir Licht und Wärme
Mach mich Herz zur Liebe!

©Emilia

Eine Frage an euch

Jetzt störe ich euch so kurz vor Weihnachten mit einer Frage. Wenn ich euch mitten in den Weihnachtsvorbereitungen störe, entschuldige ich mich.
Meine Nichte (9 Jahre alt) fragte ob die Jahreszeiten irgendwo eine Seele(sie sagte Herz versteckt haben)in sich tragen. Ich bezweifle das. Sonst würden sie nicht so leicht etwas verändern, als wäre die Veränderung nur eine leichte Geste die man spontan macht, oder ein Kleid das man wechselt, wenn man es möchte.
Und wie wäre es dann möglich, im Handumdrehen zu blühen, nachdem es so viele Tage geschneit hat und wir mit so viel Regen beschert wurden? Woher nehmen sich die Jahreszwiten die Kraft, die Welt mit Farben zu füllen, nach all den Nächten und der Stille, mit der sie uns bedeckten? Wie können sie die Welt so wärmen und sogar erhitzen, wenn sie so viele gefrorene Nächte und Tage hatten?
Bitte nicht lachen. Die Frage ist gerechtfertigt.
Wie oft möchten wir ein Geheimnis enträtseln?
Ich würde gerne diese sogenannte Seele oder dieses Herz halten, es in seiner Beschaffenheit fühlen, es schlagen hören, es ganz sanft streicheln.
Das Geheimnis der Blüte nach dem Blättern.
Und von der Niederlage nach dem Schneesturm. Vielleicht würde ich sie ein bisschen im Regen liegen lassen und dann mit ihr zum Feuer rennen, damit sie sich nicht erkältet. Ich würde zusehen, wie sie sich so leicht erholen kann. Wie sie es macht, woher sie Kraft bezieht, sich zu erholen und dann würde ich sie frei lassen. Hat die Seele der Jahreszeiten Flügel?
Der Frühling zum Beispiel ist eine Erneuerung. Wir lächeln, verlieben uns, lieben, wir freuen uns für die pastellfarben, die Sanftheit und Zartheit des Neuen.
Haben wir nicht erst unsere Träume im Ofen verbrannt und uns damit gewärmt? Wurden wir nicht erst zur Asche und regnteten unsere Augen nicht erst die Traurigkeit aus uns? Haben wir unsere Hoffnungen nicht erst dem Wind als Opfer überlassen und verloren all unsere Erinnerungen im Herzsturm? Und nun lächeln wir über die Zartheit der Farben, genießen die Wärme der Sonne, bewundern die Früchte tragenden Bäume und die Kunst der Herbstfarben.
Hätten die hahreszeiten eine Seele, könnten sie sich nicht so schnell verändern. Nicht ohne Spuren von geweinten Nächten, nicht ohne Herznarben.
Vielleicht leihen sie sich immer ein Stück von uns. Sonst wären sie nicht so launisch wie wir es sind.
Ich denke,im Sommer nehmen sie Liebe,im Herbst Traurigkeit,im Frühling Hoffnung und im Winter Statik und mischen sie dann irgendwo und verändern sich dann in ihrer Natur.
Sie haben ihre Seele vielleicht in unseren Erinnerungen. Das Lächeln des Frühlings spiegelt sich in meinen Augen, die Hitze des Sommers, fühle ich im Herzen als Sehnsucht, die Farben des Herbstes, ich finde sie im Sonnenuntergang und die Kälte des Winters kriecht manchmal in meine Seele … Manchmal kommt ein Seelensturm und streckt mich nieder und plötzlich habe ich auf einmal einen viel Kraft … Wir tragen die Jahreszeiten- in uns, und die Jahreszeiten tragen uns in ihnen.
Ich habe ihr nachdem mir das alles durch die Gedanken rannte, geantwortet, dass die Seele von uns Menschen und die der Jahreszeiten sich ähnlich sind.

Wir Menschen haben nur eine andere Logik, die viel winziger ist als die der Natur. Das Herz der Natur ist viel größer.