Weihnachtsgrüße

Jeder Morgen ist ein neuer Anlass die Taschen unserer Kleidung mit Hoffnungen, Träume, Traurigkeiten
unzählige kleine und große Dinge, Ideen, die das Leben besser, schöner, trauriger aber vor allem anders machen
Und jeden Tag sagen wir uns; “ heute machen wir es sicher anders.“ Und jeder Tag ist in der Tat anders ob wir es so wollen oder nicht.
Wir wechseln durch das Jahr, die Mäntel, die Jacken, die Hosen, die Röcke, die Blusen.
Oftmals wenn wir das eine oder andere Kleidungsstück aus dem Schrank oder von der Garderobe hohlen, wühlen wir in den Taschen wie auf einer Entdeckungsreise nach schönen Augenblicken und Erlebnissen. Wir finden immer etwas darin.  Augegebene Hoffnungen, Staub aus zerschmetterten Träumen, nicht umgesetzte Ideen, zerknüllte Taschentücher mit Spuren von Tränen und Erinnerungen an vergangene Tage.

Und würde ich heute auf eine lange Zeitreise gehen, wäre sie sehr lang.
Ich erwähne es heute wieder: ICH MAG WEIHNACHTEN NICHT. Zu viel Melancholie darin.
Ich will kein frohes Fest, aber auch kein melancholisches.
Ich bevorzuge die Stille.
Ich kann mich nicht verkriechen und die Menschen und die Welt um mich herum ausschließen. Aber Ich täte es gerne.
Ich bin nicht der Nabel um den sich die Welt dreht.

Also habe ich mich gesammelt und meinen Lieben diesen Tag weihnachtlich gestaltet.

Und schon wieder bin ich bei den Taschen. Ich trage mein rotes Kleid, meine roten Schuhe und sogar rote Unterwäsche. Aber nur weil mein schwarzes Kleid mich traurig stimmt und mein indigofarbenes Kleid an dich erinnert.

Ich war zum ersten mal seit langer Zeit wieder in einer Christmette.
Spontan sage ich: „ich kenne den ganzen Ablauf doch schon auswendig.“ Das sagte ich als ich klein war zu meiner Oma, die stolz auf mich war wenn ich im Kinderchor mitkrähte. Ich tat es nicht für mich, aber für sie. Und sie war so stolz auf mich, dass ich ihre dunkelbraunen Augen bis nach vorne zu mir lachen sah und während der Singpause, die Chorleiterin mir ins Ohr flüsterte „Nicht lächeln, du sollst ernst singen und ich so rot im Gesicht wurde, wie die Weihnachtskugel am riesigen Christbaum der den Altar schmückte. Alles so ernst…..

Und auch heute kannte ich den ganzen Ablauf immer noch auswendig und nach wie vor, gehe ich nicht gerne in die Kirche. Und wenn die aktuelle Predigt das Aktuelle aus Politik und Wirtschaft auch noch aufgreift und debattiert, erst recht nicht. Die Kirche soll das laut und deutlich da tun, wo es angebracht ist und nicht in den dicken bakocken Mauern und bei einem eh schon viel zu viel aufgebrachtem Volk.
Weihnachten ist still.

So nun ist mein Mantel wieder im Schrank.

Und so wie ich es heute schon vielen Menschen wünschte, wünsche ich auch euch liebe Leser, ein gesegnetes, fröhliches oder stilles Weihnachtsfest und ein Lächeln in den Augen dass ich bis in mein Herz fühlen kann.

Herzlichst
Émilia