Antonymen

Träume verfallen
wie Herbstblätter verfallen
und der Regen wäscht ihre Farben aus,
und verflüssigt sie.
Irgendwann fällt Schnee
in diesem mit Sehnsucht vollen Winter über sie,
wie im Sommer Gras über einen zerbrochenen Traum wächst.

Von heute auf  Morgen baut kein Herz sein Zuhause auf,
auch wenn der Herzwunsch riesengroß ist.

Für einen Augenblick
wärmen wir uns mit Illusionen auf
und legen einen Schal über die Schatten.
Wenn wir vor dem neuen Tag Angst haben,
verlegen wir das Ende der Nacht
um eine Ewigkeit und einen Augenblick.

Und die Sehnsucht schmilzt
wie der Schnee
und wir schmelzen wie Schneemenschen
in der Frühlngssonne.
Mit farbenleeren Herzen
brennen wir nicht mehr vor Sehnsucht.
Verfallene Träume,
weggeschmolzene Sehnsucht
farbenleere Herzen
riesengroße Herzenswunsch
dieser Winter voller Sehnsucht nach dir
wird ein Winter der Unsehnsucht

©Émilia

Gedanken schütteln ihre Fragen über mich.
Voller Erwartungen
rieseln alle Fragen aus den noch ungedachten Worten.

Es ist Winter und mir ist kalt
wenn ich meine Seele für dich öffne.
kalt ist es auch den Tintentropfen in der Feder
und der Schmerz klingt wie ein Rauschen durch meine Sinne
in dieser dezemberabendlichen Stille.
Das Glück versteckt sich in einem kalten Mantel
in einem monographen Labytinth.
Und die Liebe?
Sie hat kein klares Gesicht.
Ich lebe Farben und Träume und Liebe
und die Zeit vergeht wie die Jahreszeiten.
Mit dem Schicksal in den Händen
und doch schicksalsfremd
durch die Liebe.

Die Gedanken schütteln Fragen über mich
die sich in mein Herz setzen wie fragile Schneeflocken.

Es ist Winter und ich schreibe schneeweiß…

Lass mich einen still Moment sitzen
in meinem Gedankentempel.
Ich versuche die Schläfen zu sänftigen
und mein Herz.

Lass mich in meinen Gedanken versinken.
Vielleicht wenn ich aufwache
 sitze ich mit anderen Erinnerungen
auf der Fensterbank.

©Émilia

Der Unterschied

Der Unterschied zwischen Harmonie und Sehnsucht ist,
eine unsichtbare Note ganz unten.
Eine einzelne Klappe
auf die der kleine Finger sich legt
in letzter Sekunde des Liedes,
so aus Unaufmerksamkeit
und das ganze Lied ist dann
falsch.

©Émilia

 

Gedankenbild

Im Regensturm traf ich einen Mann mit einem karierten Regenschirm. Aus der Ferne staunten seine hellen Augen und schauten mich verwundert an. Ebenso verwundert sah ich ihn an. Er kam mir bekannt vor, obwohl ich genau wusste, dass ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Durch all seine Blicke verstand ich, dass er den gleichen Eindruck von mir hatte. Ein Lächeln umspielte seinen Mund, machten seine Gesichtszüge weich und seine hellen Augen warm. So als schien die Sonne über dem Meer. Ich lächelte nicht. Meine Sonnenuntergangsfarben passen nicht zu hellblaugrauen Meeresfarben. Ich senkte den Blick.

Wir sahen uns noch einmal für eine gefühlte Ewigkeit in die Augen und dann verschwand er in der Menschenmenge und ich auch. Ich weiß nicht ob er sich noch einmal nach mir umgedreht hatte, denn ich tat es nicht.

Nur seine hellen Augen blieben noch lange als Gedankenbild bei mir.

Beseelte Gedanken

Ich sehe in den nebeligen kalten Frühmorgen,

kurz vor dem Sonnenaufgang

die Augenlider halb geschlossen

über den noch schläfrigen Augen

sehe ich dass der Traum noch Indigofarben trägt.

In einem Papierschiffchen schläft auch die Sehnsucht

und wiegt sich auf den ruhigen Gedankenwellen.

Blauweiß, die Gedanken schweben…..

das Herz ist noch machtlos dagegen.

Das Grün keimt dazwischen

und wird die Gedanken beseelen.

Ich suche dich nicht im Blauweiß der Gedanken

und ich habe mir auch nicht vorgenommen

auf vergessenen Wegen zurückzuwandern

um dich zu denken.

Ich sehe nach vorne

und begegne dem neuen Tag mit einem neuen Lächeln

einem neuen Erstaunen, einem neuen Anfang.

Noch gehen meine Schritte nirgendwohin.

Ein bekanntes Lied

unterbricht die leise Kadenz der noch ungewissen Schritte.

In einer Ecke des Tisches

duftet eine Tasse mit frisch gebrühtem Espresso bittersüss.

Ein Espressokuss benetzt meine Lippen

Wieso beseelst du meine fast vergessenen Gedanken?

©Émilia

Der Himmel über mir

„Ein Tag wie jeder andere,“ dachte ich, als ich am frühen Morgen aufwachte.
Auf dem Land wird man ungewollt zum Frühaufsteher. Wir haben jede Menge Federvieh, das sehr früh am Morgen gefüttert werden muss, bevor es die ganze Welt zusammenschreit.
Nachdem ich mich leise für den Tag zurecht machte, meine strubbeligen Haare bändigte(zumindest es versuchte, aber bei hoher Luftfeuchtigkeit kringeln die sich wieder als hätte ich sie nie gekämmt)
Es nieselregnete, schneeregnete und regnete abwechselnd.
Also hieß es für mich, die Hühner, Gänse und Enten im Stall zu lassen. Zusätzliche Arbeit für mich.
Als ich die Körner verteilte und alle friedlich die Körner vom Boden pickten, war ich froh, das schon mal geschafft zu haben.
Ich zog meine Stallschuhe aus(wichtig ist, nicht mit Straßenschuhen zu dem Geflügel gehen) zog meine roten Regenstiefel an und ging mit einen Henkelkorb mit Eiern langsam zum Haus. Es war schon 9:00 Uhr. Es regnete noch. Ich sah zum Himmel und er sah aus als wäre er in zwei Teile geteilt. Auf der einen Seite war der Wolkenvorhang zugezogen und es regnete, auf der anderen Seite war der Himmel blau mit Schäfchenwolken und die Sonne schien.
Durch die kahlen Bäume schimmerte ein wunderschöner Regenbogen  pastellfarben und schlug eine Brücke. Seine kräftigen Pastellfarben faszinierten mich. Ich hielt den Atem an. Der Himmel war voller Wunder und so still. Auf einer Seite regnete es, als würde der Regenbogen mit einem Auge weinen und mit dem anderen Auge lachen.. In seiner Unendlichkeit ist jedes Detail sorgfältig ausgearbeitet und von einer solchen geordneten Unordnung, dass mich eine Welle der Ruhe überschwemmte. Ich fühlte mich wieder einmal mehr zu Hause.

 Diese Stille und dieses Himmelbild begleitete mich nach Hause.
 Ein sanfter Wind küsste hauchzärtlich meine warmen Wangen immer wieder. Er spielte mit meinen Haaren und verstrubbelte sie. Eine Erinnerung malte ein Lächeln auf meine Lippen und in meine Augen.
„Schäfchen,“ hörte ich eine liebevolle Stimme.
Ich mag meine Haare nicht. Das Glätten ist dauerhaft schädlich für die Haare und ich möchte sie nicht irgendwann abschneiten müssen. Jetzt, wo sie durch die hormonelle Umstellung nach der Geburt von Zoé und durch die Behandlung mit Arganöl und Kokosnussöl eine schöne Struktur haben. Sie sind nicht mehr so strohig und die Spitzen brechen nicht mehr.
„Schäfchen,“ Ich liebe seine Finger, wie sie sich in meinen Haaren verstecken. Liebevoll und weich fühlen sie sich auf meiner Kopfhaut an.
Der Wind umarmte mich und hielt mich zurück. Ich musste mich immer wieder aus seiner Umarmung befreien.
Ich gelang auf die sonnige Seite. Schäfchenwolken wanderten am Himmel entlang. Dann färbten sie sich wieder hellgrau und verschwanden unter der grauen Himmelsdecke. Und wieder weinte der Himmel. Der Regenbogen verblasste.
„Ich lade dich zu einem heißen Lindenblütentee mit Honig ein.“ sagte er, als ich die Küche betrat.
„Ich möchte einen leisen, harmonischen und lagsamen Samstag genießen.“
„Wir sind alle lieb zu dir,“ lächelte er und rückte mich ganz fest an sich. In seinen Armen könnte ich jetzt einschlafen.
Pustekuchen! Zoé verzierte die Fliesen mit Baguette und Eigelb. Was sie nicht mag fliegt unter den Tisch.
Sie sollte es auffegen. So kommt ihr kleiner bunter Besen mit der blauen Schippe zum Einsatz.
Der Samstag ist ein Tag wie jeder andere auch nur mit ein bisschen Wunder.
Jenseits des Lärms höre ich die Stille,
die die Seele in zwei Himmel teilt.
Jenseits der Worte spüre ich,
wie sich die Emotionen bis in meine Fingerkuppem schleichen.
Jenseits des Schattens suche ich nach der Farbe im Dunkeln,
um den traurigen Frühling des Herbstes zu spüren.

Jenseits des Rauches ist es die Asche,
die die stumpfen und angespannten Augen ins Licht zieht.
Hinter dem Schmetterling mit den sonnenfarbenen tranparenten Flügeln
befindet sich die Larve,
die ihren durchbohrenen Schmerz spürt.
Jenseits des Menschen gibt es eine Seele,
ein Geheimnis, eine Ruhe und ein Verlangen.

©Émilia

Ich hätte dir erzählt

Ich hätte dir von meinen Gedichten erzählt

wenn ich mehr Mut hätte.

Aber seit einiger Zeit

kann auch ich nicht mehr zuhören

wie der Reim zwischen den Worten schweigt,

oder wie ein Vers seufzt

zwischen Erinnerungen

um den Silben eine Bedeutung zu geben.

Und ich hätte dir von meiner Sehnsucht erzählt

Wenn nicht so viel Frost wäre in deinen Worten

um sie schon im Flug zu erfrieren.

Kein Himmel und kein Grün kann keimen,

bei so viel Frost an einem Ort.

©Émilia

Dezemberfarben

Ich verstecke mich im Dezember

mit den letzten Blättern mit allen Sehnsüchten und mit aller Liebe

Mit dem Gedanken, dass es dir gut geht

decke ich mich zu.

Auch meine Schläfen und die Nacht und den Traum

und alles was ich bin.

Und die warmen Tränen

verstecken sich zwischen den Schneeregen,

den eisigen Dezembertränen

und der heulende Wind

und die weinende Sehnsucht in mir

zersplittert den Traum und die Stille.

Ich habe dir gar nichts zu sagen

doch ich würde dir alles sagen,

was ich dir nicht gesagt habe.

Nur die Worte sind weg

wie die Liebe weg ist.

Nur noch ein paar verblassende Sehnsuchtsfäden

hängen zwischen den Herzgedanken

an den Herzwänden

und bluten ihre Farben aus.

Ich erzähle dir nicht von sanften Regenfällen,

Aromen und Farben

dich ich noch versteckt halte.

von der Sehnsucht die pastellfarben schläft

von der Liebe die bleibt

Ich erzähle dir nicht

vom Spätabendspaziergang

mit dir in meinen Herzgedanken

die mich Schritt für Schritt begleiten

und mich in den Schlaf wiegen und in den Traum begleiten

©Émilia