Regen

Den Regen zu bitten über mich zu regnen
den Tag von der Haut
Herz und Gedanken wurde erhört
Aus allen Wolken fallen
riesige Tropfen
über mich.
Ich stehe unter den Wolken
in meinem Sommerkleid aus feinen Leinen.
Mit jeder faser schmiegt es sich an meine Haut
und ich bin nackt, durchnässt innen und außen.

Ich stehe da und
ich sage niemandem
nicht einmal zu mir selbst
ich hoffe auf Sonne

©Émilia

Ich vermisste dich

Ich vermisste dich …
wie durch einen Zufall
Eine Regenwolke stieg in meine Augen
plötzlich
wie ein Gedankenzufall
wie ein kalter Regen im orangefarbenen Sonnenuntergang.
Ich vermisste dich zufällig.
Ein kalter Sonnenuntergangsregen stieg in meine Augen
und weimte Tränen.

Ich habe bis spät in die Nacht meiner Stille zugehört,
ein Brüllen, das sich in einem tiefen Echo verlor
durch die Dunkelheit walzen, mir  Sehnsucht zu flüstern, ohne zu flüstern,
Ich habe bis spät in die Nacht mein Schweigen gehört.
Es fiel mir schwer, meine Aufmerksamkeit auf ein Buch zu lenken
da ein Meer aus Tränen mich drängte,
mich zu hinein werfen,
und mit den Wellen weinen.
Ich habe bis spät in die Nacht auf mein Schweigen gehört,
ein Brüllen, das in einem tiefen Echo verloren ging
wenn ich Wellen weinte
im Tränenmeer

©Emilia

heute

Heute
fand ich versteckte ungedachte Gedanken
ein kraftloser Traum, von Zeit zu Zeit geträumt.
Der blinde Spiegel eines Gestern
vor meinen Herzaugen

Ich halte die Erinnerungen in der Schublade
die Melancholie, die Früchte trägt.
Ich gebe mich hin
dem wandernden Wind.
In der Dunkelheit der Nacht
verliere ich mich unter tausenden von blinden Sternen
am wolkenverhangenen Nachthimmel.

Ich fühle mich wie ein armer Wanderer
mit staubigen löchrigen Schuhen
mit an den Rosendornen zerissenem Schattenmantel
der mich immer mehr entblößt als umhüllt.

Das Blinzeln der letzten Sekunde,
ein hauchzarter Kuss auf den Lippen vergessen,
der zärtlich noch das Herz berührt.
Aus all den Träumen wähle ich nur die mit Sehnsucht,
die meine stillen Augen überfluten
und habe die Morgentautränen aus den Wimpern gesammelt,

©Émilia

Dich zu lieben

Dich zu lieben ist

nicht immer

an deiner Seite zu sein,

nicht immer dich zu denken,

nicht immer dich zu träumen.

Dich zu lieben

ist für dich da zu sein,

es erlaubt dir, mich vollständig zu kennen

bis zum Zentrum meines Schmerzes,

und meiner Liebe.

Dich zu lieben ist

zusammen

mit unseren Händen, unser Heim zu bauen.

Dich zu lieben ist

nichts von dir zu erwarten.

Dich zu lieben ist in der Stille,

auf dich zu warten.

Dich zu lieben schmeichelt dir nicht,

verbessert nicht deine Eitelkeit,

schwächt dich nicht,

verwirrt dich nicht.

Dich zu lieben

soll dir den Wert deines Schattens zeigen,

das Wunder deines Lächelns.

Dich zu lieben bedeutet nicht nur dich anzusehen,

dich riechen oder schmecken

Dich zu lieben

mit dir gleichzeitig alles anzusehen,

eins werden mit deinem Duft,

ein Teil von dir sein.

Dich zu lieben ist

nicht auf meine Träume zu verzichten.

Dich zu lieben ist

mit dir aus meinen Träumen zu erwachen.

 

Kirschblüte

Halte mich fest

für einen Augenblick,

die Kirschblüten liegen als feiner seidener Teppich

zu unseren Füßen.

Der Frühling ist auch nicht mehr das was er mal war.

Es sommert schon zeitweise.

Wir trinken Tee

aus windfarbenen Tassen.

Der Wind ist nicht farblos,

er trägt alle Farben in sich und mit sich.

Und er spiegelt eben dein Lächeln.

Es regnet nicht

und ich vermisse den Regen

und um uns herum duftet es

nach Tee und Flieder

Fliederfarbene Atmosphäre

und Regenduft im Wind.

Und du…du lächelst mich an

und ich träume die Welt in Farben.

Halte meine Hand

für einen Augenblick

und die letzte Kirschblüte am Baum

Ich bin dir Wind und Frühling und Kirschblüte

 

DU

Wir sehen uns schweigend an,

er wandert furchtlos durch die Schatten

und ich versuche schon einen Augenblick zuvor.

jeden seiner Schritte zu erraten.

Seine Augen brennen wie Glut

die bei jeder Liebkosung ein Feuer entfacht.

Um uns herum werden die Tage zu Nächten

aus einer Zeit ohne Zeit

und wir, Auge in Auge, drehen uns

in einem schwindelerregenden Gleichgewicht,

bis ich müde für einen Moment innehalte

und der Moment zerbricht

wie eine unachtsam behandelte Sanduhr.

Die Sandkörner fallen aus der Zeit

und Zeit bedeutet nichts mehr.

Dann,

ich höre seine Stimme, die mir flüstert

dass ich schön bin und er mit mir gehen wird

bis ans Ende der Welt oder noch weiter.

Und plötzlich wird alles wieder da

Das Feuer, das Meer und Zeit ohne Sanduhr.

Er sah mich schweigend an,

mit einem zärtlichen Lächeln in den Augen,

„Du verstehst wirklich nicht,“

während ich, zerbrechlich wie ein Löwenzahn,

mit Morgentau in den Blütenblättern,

und mit Tränen in den Augen.

dass du nicht nur Flügel brauchst, um zu fliegen,

sondern jemand der dich in die Arme nimmt,

wenn du müde bist?“

Ich strecke ihm beide Arme ohne Angst entgegen

und fühle mich von seinen Augen beschützt.

©Émilia