Spuren im Sand

Die Spuren deiner Schritte

waren vor einem Augenblick

doch noch so lebendig, noch so tief

Sie verlieren sich in diesem Augenblick

im silbergraufarbenen Sand…

Der Sand verliert sich

in einer Welle

die das Meer schäumend über den Sand wirft,

wie eine meerblaufarbene flauschige Decke

und bedeckt das Parfüm

einer vergeblichen Liebe mit Meeresduft.

Nur noch einen Augenblick,

nur noch einen Wellenschlag

und das Meer nimmt seine Muscheln zurück

und mein Herz wird leer sein von dir.

©Émilia (12. Juli. 2009)

 

ein anderes Schreiben

l’éprise des mots

Ich versuche hier auf eine andere Art zu schreiben. Ich hatte schon einmal vor ungefähr 10-12 Jahren begonnen auf diese Art zu schreiben, dann habe ich es total aufgegeben.
Die Anfänge sind immer etwas holprig. Ich laß einige Manuscripe noch einmal durch und ich fand ich schrieb damals besser. Metaphorischer, lyrischer…..ich sprach niemanden damit an. Ein lockeres Schreiben, einfach aus dem Gefühl, aus den Gedanken heraus. 
Vor 10-12 Jahren war ich zu meinen Gedanken, zu meinen Gefühlen etwas objektiver, etwas distanzierter. Ich war nicht aufgewühlt, nicht euphorisch, nicht traurig, nicht überglücklich.
Ich liebte auf eine andere Art. 

Nun versuche ich erneut so zu schreiben. 

Am Freitag Abend habe ich mir noch zwei Ordner aus der Praxis mitgebracht. Es muss ja auch alles seine kaufmännische Ordnung haben. Die Monatsabrechnung, die Überweisungen, die Gutschriften müssen regelmäßig kontrolliert werden. Ich habe die Leasingraten und andere Rechnungen überwiesen.

Am Samstag war Familientag. Die Mädels haben sich gefreut endlich wieder einmal mit in die Stadt zu dürfen. 
Omi Elke wollte mitfahren, damit sie ihre bescheidenen Vorräte auffüllt. Sie achtet auf jedes Gramm was sie ißt und kauft immer nur für 2-3 Tage ein.
Low-carb….und jeden neuen Mist macht sie mit, obwohl sie es gar nicht nötig hätte. Nun ja, vielleicht hat ihr mein Vater oft eingeredet, sie wäre fett. Hat er bei Mama auch immer gesagt. Nur Mama war von Natur aus sehr schlank und ließ sich eh von niemandem etwas einreden. 
Bevor wir den Supermarkt betraten, wurden einige Regeln durchgenommen. Es wird nichts angefasst, es wird nicht gerannt und es wird nichts in den Einkaufswagen gelegt, außer ich erlaube es.
Bevor wir zur Kasse gingen fragte ich “ haben wir alles?“ Oma Elke suchte …..was wohl……Sagrotan…..ich denke sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut wenn sie keine Sagrotan-Artikel im Haus hat.
„Ein Eis für alle, weil wir so artig waren,“ lud ich sie ins Eiscafé um die Ecke ein. Das ist das leckerste Eis das ich je gegessen habe.
„Nicht schmutzig machen!“ rief Zoé aus. „Ganz langsam essen!“
Sie hat ihre Lektion gelernt. Letztens bekam sie einen stechenden Eis-Kopfschmerz und brüllte wie am Spieß bis er abgeklungen war. Zuerst weigerte sie sich warmes Wasser als Gegenmittel zu trinken. Aber als Noelle auch warmes Wasser trank  – alles was Noelle macht ist gut – trank sie es auch und dann lachte sie weil „Kofweh weg“ urplötzlich war.
 „Zauberwasser?!“ sie wusste genau was fehlte. Also bestellte ich eine Flasche ungekühltes(pipiwarmes) Mineralwasser.
Lars hat sich total den Grillmeistern Pá und René angepasst.
Pá kam mit seinem Veló angerast und stellte einen Henkelkorb mit Gemüse auf den Terassentisch. 
„Die musste ich ernten, der Regen lässt sie sonst aufplatzen.“
Manchmal ist Familie eben nervig.
Ich mag keine Auberginen. Wenn die nicht frisch geerntet zubereitet werden, schmecken die bitter oder pikant. Panierte Auberginen …..schmecken wie unreife Wassermelonen.
„Gibt 4 – 5 Gläser 250 ml Brotaufstrich.“ meinte Pá
„Aber ja, außer dir und mir ißt ihn bestimmt niemand. Und deswegen so viel Arbeit.“ beschwerte ich mich. Aber ich möchte auch kein Essen wegwerfen. 
Tante zu fragen wie dieser Aufstrich zubereitet wird, ist sinnlos. Tante ist bestimmt mit ihren Gedanken beschäftigt.
Ich rief Tante an und fragte sie danach.
„Warte ich komm zu euch!“ sagte sie.
Sie gab das Kommando.
Alles abgewogen was im Korb war und was ich noch in der Vorratskammer hatte, ergaben:
4 kg Auberginen
-3 kg Paprika rot
-3 Stück Jalapeno
-700 g Zwiebel
-700 ml Tomatenmark
-500 ml SonnenblumenÖl
-4 Lorbeerblätter
– Pfeffer beliebig
– 3 Teelöffel Salz(wir verwenden nur Meersalz, seit Mama es in die Küche eingeführt hat)
– 1Teelöffel edelsüß Paprikapulver
Die Auberginen, Jalapeno und die Paprika werden gegrillt(man kann sie auch im Backofen grillen aber die ganze Küche riecht danach. es sei denn die Abzugshaube ist auf max. eingestellt. In ein Sieb geben und etwas abtropfen lassen. Ich verwende nichts aus Plastik. Auch die Paprika, Jalapeno und Auberginen werden jeweils durch den Fleischwolf gedreht, mit dem Mixer püriert, oder mit dem Kitchenaid püriert. Wie auch immer es bequemer ist.
Danach wird die die Auberginenhaut und die Paprikahaut schön zart abgezogen. 
Die Zwiebeln (geschält) und mit der Küchenmaschine ganz fein gehackt, oder durch den Fleischwolf gedreht.
Die Zwiebeln in Öl glasig dünsten, das Salz dazugeben und umrühren, danach das Tomatenmark und die Lorbeerblätter beimengen. Nur kurz auf niedriger Stufe aufkochen lassen. Danach werden die zermalenen Auberginen und Paprika dazu gegeben.
Die restlichen Gewürze dazumengen, langsam köcheln lassen, viel rühren, damit die Masse sich nicht am Topfboden festlegen kann. Wenn sich ein paar Tropfen Öl an der Oberfläche sammeln ist der Aufstrich fertig. Wir füllen die Gemüsemasse in sterilisierte(saubere und mit heißem Wasser ausgespülte) Gläser, die wir bis zum nächsten Tag in eine Decke gewickelt lassen.
Mit frischem Baguette, Ciabatta, oder Weißbrot ist es sooo lecker. Ich hatte Olivenbaguette da und es bekam eine besondere mediterane Note dadurch. Und die Mädels haben sich wie hungrige kleine Wölfe darauf gestürzt.
Lars hat daran gerochen, gekostet, gerochen…. und 3 Scheiben Brot damit verputzt. Immer dieses Getue wenn er etwas nicht kennt.
Aber ja, wir kochen nun mal anders. Gut oder nicht gut….egal und allen schmeckt es.
Es ergab 6 Gläser und es blieb noch etwas in einem Schüsselchen übrig.
Oma hat manchmal anstatt Brot, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln dazu gemacht.

Fühle,
ich verliere die Worte,
als hätte ich mich selbst verloren
während ich dich liebte.

Ich kann nicht mehr mit den selben Worten schreiben
und auch nicht mit den gleichen
weil meine Erinnerungen an dich verblassen
wie eine Farbe verblasst,
wenn etwas schon so lange her ist.

Auch wenn es die Teit ist,
die Augenblicke ausradiert
um Platz den neue Augenblicken zu machen.

Das Leben geht doch weiter,
wie der Fluss der Zeit weiter fließt

Wieso, auch wenn deine Arme nie mein Zuhause waren,
vermisse ich dich jetzt?

©Émilia

Albtraum

Ich hatte einen heftigen, abartigen Albtraum. Ich stand auf der Veranda, eher eine Art Wintergartenveranda, eines Hauses. Vor dem Haus erstreckte sich eine große Wiese. Das Haus stand quasi auf einer Wiese. Die Vorhänge fielen mir auf. Sie waren aus elfenbeinfarbener, handgehäkelter feinen Spitze. Seide mit feinen Härchen. Wunderschön waren sie.
Die Wiese war sattgrün und das Gras sah so frisch wie nach einem Regen aus. Ich war allein. Ich wollte zur Tür gehen und konnte nicht gehen. Ich konnte mich nicht bewegen. Und ich wollte mich drehen und ich konnte mich nicht drehen. Ich konnte nicht sprechen.
Ich dachte „was ist jetzt? Was passiert mit mir?“ Dann wachte ich auf.
Ich stieg aus dem Bett und fühlte mich wie benommen, ging ins Bad, sah in den Spiegel und alles schien unverändert.
3:20 zeigte die Wanduhr im Bad. Mir war kalt. Ich ging zum Kühlschrank, trank einen Schluck Mineralwasser und ging zu Bett.

Ich habe so ein Haus noch nie im Leben gesehen. So viel war aus Holz und sehr filigran geschnitzt. Ich wollte die Spitzengardinen anfassen, die Schnitzereien am Fenster anfassen.

Ich kann gehen, das beruhigt mich.

Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie

„Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie.“…..“Nicht alles ist bestimmt etwas Dauerhaftes und Schönes im Leben zu werden“ sagte der Scheidungsrichter.

Das sollte man sich vor Augen und vor Herzen halten bevor…… Vor Herzen halten…..gibt es diese Redewendung überhaupt? Egal….jetzt schon….

Tante hatte gestern um 9:00 Uhr ihren Scheidungstermin. Sie war sehr aufgeregt, aufgewühlt, aber sie blieb dennoch logisch. Wir dachten alle, dass sie wieder emotional ganz abbauen wird, aber sie blieb erstaunlich sachlich und logisch.

Sie hatte sich regelrecht herausgeputzt. Tante ist noch mit über 70 noch eine schöne und gepflegte Frau. Gestern war sie noch beim Friseur um ihren mittellangen graumellierten Haaren, eine besondere Note zu geben zu lassen. Noch ist viel Dunkelbraun zu sehen. Dunkelbraun mit grauen Strähnen. Natürlich ist wunderschön. Tante ist eine natürliche Frau. Sie hat ihren eigenen dezenten Stil durch ihr ganzes Leben beibehalten.  Farblich immer aufeinander abgestimmt. Ja nicht auffallen. Von ihr kann man modisch etwas lernen.

„Kommt einer von euch mit mir, damit ich nicht ganz verlassen da stehe?“ bat sie.

Ich tauschte mit einem Kollegen den Dienstplan und René nahm sich ein paar Stunden Freizeit. Lars hatte seinen freien Tag und er begleitete mich.

René fiel auf: „Tante, wo ist dein Anwalt?“

„Na, ich kann mich doch wohl noch selbst verteitigen. Ich will ja nur geschieden werden. Ich habe nichts Böses getan. Der sitzt doch noch da wie ein Affe auf dem Schleifstein“ flüsterte sie und lachte laut. Niemand sagte etwas, um sie nicht aufzustacheln. Tante ist mit Wut, Traurigkeit, Enttäuschung geladen wie eine Kriegsbombe.

Wir saßen im Flur des Familiengerichtes. Mein „Onkel“ sah sie an, sah uns an.  Ich konnte in seinem Blick nichts lesen. Auch er schien etwas nervös zu sein. Er grüßte höflich und wir grüßten ihn zurück. Er war zu uns immer fair, immer nett. Sein Verhältnis zu Tante hat uns nichts anzugehen. man sollte objektiv bleiben und sich raushalten.

Seine Anwältin flüsterte ihm andauernd etwas zu. Er nickte nur und presste die Lippen zusammen.

Wit hatten noch ganze 10 Minuten zu warten und die Atmosphäre war geladen. Ein emotionales Unwetter lag in der Luft.

„Ihr habt euch doch einvernehmlich getrennt, oder?“ hakte René nach.

“ Aber ja! Er hat sich nicht dazu geäußert, als er den Scheidungsantrag unterschrieb. Der soll sich jetzt ja nicht quer stellen. Und wenn wir uns nicht einig werden, hat er den letzten Furz gelassen, das schwöre ich euch.“ schimpfte Tante.

Was wenn….wenn er sie auf Unterhalt verklagt, weil seine Rente ihm zu klein ist…..? Tante hatte immer gut verdient und ihre Rente sei höher als seine. Lars hielt meine Hand und flüsterte mir ins Ohr ich sollte mich raushalten….

Ich stand neben Tante und legte meine Hand auf ihre. Dann wurden wir herein gebeten.

Onkel, seine Anwältin, Tante und ich. Vielleicht dachte man ich wäre ihre Anwältin….oder was weiss ich, was die meinten. Ich durfte rein, Lars und René mussten draußen bleiben.

Man hätte eine Stecknadel fallen gehört, so still war es im Saal. Tante sah mich an.

Niemand wurde gehört. Weder Tante noch die Anwältin, weder Onkel. Nach 41 Jahren Ehe wurden sie mit drei Sätzen geschieden. “ Die Eheleute haben sich auseinander gelebt. Nicht alles ist bestimmt etwas Dauerhaftes und Schönes im Leben zu werden. Die Eheleute……..gehen in 10 Tagen, bis die Scheidung rechtskräftig ist, getrennte Wege.“

„War es das?“ fragte ich mich. Es ist so, wenn keiner auf zwei Trennungsjahre besteht. Und wenn man sich friedlich einigen kann, wem was gehört, geht so etwas sehr schnell.

Händeschütteln in dieser Zeit geht ja noch nicht….man wünschte sich alles Gute und schon war die Sitzung geschlossen.

Tante war blass und blutleer im Gesicht. Ihr fehlten die Worte, die Emotionen. Ihr fehlte Leben.

Onkel stellte sich vor sie, wie ein stolzer Gockel mit seinen steingrauen Anzug, mit seiner gepflegten Statur und sagte mich rauer Stimme: “ ich wünsche dir viel Glück und alles Gute was dir bei mir gefehlt hat.“ Er hatte Tränen in den Augen und ich war nahe dran ihn zu umarmen. Irgendwie tat er mir leid. Tante war schon immer irgendwie „allein“. Von Familienfesten hielt Onkel sich immer fern. Alles und jeder war schuld, dass Tante sich immer mehr von ihm entfernte. Jeder setzte Tante Flausen in den Kopf…..alle waren gegen ihn. So hat er sich gerechtfertigt.

Tante musste ja ihre Gründe gehabt haben, diesen Schritt zu wagen. Temperament hin oder her, Tante ist Logikerin. Sie wäre bis in aller Ewigkeit geblieben. Sie hasst jede Veränderung die auf emotionaler Basis stattfindet. Onkel ein Pantoffelheld, der zu allem Ja und Amen sagte und doch tat was er wollte und Tante nie wusste. Er stand immer neben Tante wie ein Pipiprinz. Und Tante warf ihm Kälte vor.

Aber ich rätselte nie, wieso Tante das Handtuch geschmissen hat. Es ist ihr Leben.

Tante drehte sich um, hakte sich bei Lars und René ein und schritt wie eine Königin voran. „Wunderklasse,“ dachte ich und konnte kaum noch mein Lachen verkneifen. Sie könnte ein Kriegsheer kommandieren, wenn sie emotional geladen ist.

Wir stiegen in den Aufzug und redeten kein einziges Wort miteinander. Was hätten wir drei Etagen lang sagen sollen?  Es war bestimmt schon alles gesagt…

Unten angekommen, trafen wir auf eine Frau, mitte 50 oder vielleicht auch schon mitte 60 mit honigblond gefärbten Haaren und einem feuerroten Einteiler. Sie sah uns nur kurz an und schlich sich an uns vorbei.

„Nun, jetzt wisst ihr warum!“ rief Tante aus. Dann rannte sie fast voraus. Aus dem Augenwinkel voraus sah ich wie die blonde Frau Onkel umarmte. Er stand da wie eine Wachsfigur. Emotional unbeteiligt. Vielleicht war es das was Tante an ihm störte.

„Gehen wir einen saufen!“ rief sie aus. „Den ganzen Scheiß herunterspülen.“

„Mal langsam Tante, du trinkst doch keinen Alkohol.“ rief ich. „Es ändert sich nichts wenn du dich jetzt betrinkst.“

„Jetzt schon!“ Tante war wieder wie ein unerzogenes Kleinkind das seinen kindischen Willen durchzusetzen versucht.

„Tante wir fahren nach Hause und dann, können wir etwas trinken. Glaubst du ich setze mich mit Maske irgendwo rein? Ich bin doch kein Hund mit Maulkorb.“ überzeugte sie René.

„Hast einen Schnaps?“ keifte sie.

„Weisswein habe ich da.“ René trinkt ganz selten mal Weisswein. Meine Schwägerin trinkt mal ab und zu ein Glas Wein nach dem Essen. Manchmal trinkt er ein Glas mit.

Sie sah ihn mit ihren dunkelbraunen verschlafenen Kulleraugen an. „Hm….Lars, wenn der nicht mitkommt, dann gehen wir zwei uns ansaufen.“

Lars sah mich erschrocken an. „Tante, du weißt, ich trinke doch nichts. Ich muss ja auch noch fahren.“ Er war mit Tante überfordert.

Tante beruhigte sich schnell wieder. Wir stiegen in unsere Autos und fuhren nach Hause.

„Ich verkaufe die Wohnung in der Stadt ihm unter dem Arsch weg. Ich habe alle Belege. Ich habe sie bezahlt. Sie ist ausbezahlt. Mein Erbteil steckt da drinnen, Jeden Cent will ich haben.“ sagte sie sachlich als würde sie über das Wetter reden.

„Kinder ich bin eine geschiedene alte Hexe!“ rief sie zu Hause. „War ich unangemessen zu euch?“ langsam kam sie wieder zu sich.

„Nein, Tante wir verstehen das. Es ist jetzt wie es ist. Und du bist nur geschieden, aber du bist nicht keine Hexe.“ versuchte ich sie zu trösten.

„Kindchen, weisst du was? Wenn du traurig bist und gerade etwas Schweres durchmachst, tu nichts Unangebrachtes, Unüberlegtes, so einfach etwas Spontanes aus dem Inneren heraus. Wenn das Herz wütend und traurig ist, weiß es nicht was es will. Du siehst ja was rauskommt.“

Ich schüttelte verneinend den Kopf. Tanteeeee……wenn du wüßtest…..

Tante machte sich einen doppelten Espresso. „Wie unhöflich von mir……  euch nichts anzubieten! Leute ich verblöde“…..sie deckte schnell den Kaffeetisch und nahm ein Blech paar Walnusskekse mit Schokoladengrasur aus dem Kühlschrank. Ich schäumte Milch auf für Zauberkaffee und machte mir heißes Wasser für den grünen Tee. Die legte die Nusstaler auf ein Kuchentablett und stellte es in die Mitte des Tisches im Wohnzimmer.

„Wann hast du denn die gebacken?“ fragte ich.

„Hochzeit feiert man doch auch, wieso denn keine Scheidung. Gekocht habe ich nichts!“

„Seit wann Tante, wusstest du von der Frau?“ fragte René vorsichtig.

„Die ist doch schon wieder neu,“ lachte sie. „Jetzt hat sie ihn an der Backe. Der wird sich jetzt von ihr bemuttern lassen. Der hatte immer mal eine zwischendurch.“

Tante verrührte dem Milchschaum in ihrem Zauberkaffee und war mit den Gedanken in den Wolken. Und mit dem Herzen….?

Die Sonne floss wie heißes Gold durch den sonnenuntergangfarbenen Küchenvorhang. Wir badeten alle mit dem Gesicht im warmen Sonnenlicht und es färbte uns goldfarben.

Sogar ein altes Photo von Mama, war in Sonnenlicht gebadet. Da war sie 21 und bestimmt dachte sie zu jenem Zeitpunkt an die große Liebe, oder an ihr Studium und nicht dass ihr Leben anders verlaufen würde. Das Leben geht Wege und Umwege…..Dass eine 22jährige die Frau eines 40jährigen werden wurde, dass diesem Mann klar wurde, wie bedeutungslos sie werden würde für ihn und wir Anachronismen die sein Leben auf den Kopf stellten.

Hier lächelte sie noch ganz unbefangen glücklich. Hier war sie noch gesund, oder ihre Niere war noch nicht erkrankt. Erst als wir Zwillinge 5 waren, begann sie sich zu verändern und nahm meiner Mama, die Freude, die Liebe und das Leben.  Das Sonnenlicht badete ebenso ihr Haar, als würde sie uns trösten wollen.

Oma trug es immer bei sich in ihrem Portmonnaie. In der Vitrine im Küchenschrank habe ich es zwischen Rahmen und Glas gesteckt. So als Schutzengel.
Ich verabscheidete mich von allen, dankte Tante für die Nusstaler und fuhr zum Dienst. Lars holte die Mädels von Omi Elke ab und war für den Rest des Tages voll ausgelastet.

„La vie réussie“  so ein psychologisches Käseblättchen lag  zwischen Rechnungen und Werbung.

Ich katapultierte es ins Altpapier.

Für mich aber gehört zu einem Leben immer auch das Tragische, Schicksalhafte, dessen Schönheit. Die Brüche und das Zerbrechen.

Mein Verstand ist heute eine Schachtel mit Erinnerungsstücken, kein Platz für die Liebe, keine Lust darin für die Praxis. Die Natur ist flauschig und ausgetrocknet wie die Watte in der Milchzahndose meiner Milchzähne. Unansehlich werden ausgefallene Milchzähne mit der Zeit. Ohne Leben, ohne lebendige Nerven…..entsorgen soll Unglück bringen und mehr davon kann ich nicht mehr tragen. Wieso macht mich Tante heute so traurig? Die Sonnenbrille schützt meine Augen vor der brennenden Sonne. Mir ist …..übel…..die Kekse…..Süsskram ist nichts für mich…..und ich habe Sodbrennen…..das Baby ist viel agiler als Zoé es in meinem Bauch war. Es strampelt, als würde es die Uteruswand durchtreten wollen. „Dauert noch 16 Wochen bis du raus darfst,“ dachte ich und streichelte meinen Bauch. So viel Bauch ist es zwar nicht, aber bei dem Wetter ist er etwas unangenehm und schwer.

3 OP vor mir…….ich will Feierabend…….ich will nach Hauseeeeeee.

Ich denke an……..man soll keine Entscheidungen treffen wenn man traurig ist…..

Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie….Parfois, les gens croisent ton chemin pour te montrer la voie à suivre, ainsi que ce qui est bien pour toi ou ce qui ne l’est pas !

Pour t’apprendre à t’aimer, pour t’aider à enlever cette carapace que tu as créée suite aux blessures de la vie.

Certains vont passer juste pour un court moment, et d’autres pour de très longs moments…

Tout le monde ne restera pas éternellement mais nous devons continuer à les remercier pour ce qu’ils nous ont donné, car toutes ces rencontres ajoutent un sens à notre vie.

Ich bin dankbar für jede Liebe, die bis anhin meinen Weg gekreuzt hat….für jeden Menschen…..

.

Sommerserenade

Es ist wieder Sommer
und wir wandern Hand in Hand
seit dem du mich gebeten hast zu bleiben.
Und wir sind uns Lied
und Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Ich kenne das Geheimnis des Zaubers nicht
und ich kenne auch kein Lied d’enchantement,
das unser Schicksal lenkt,
das das Glück um uns herum sammelt
und das Unglück von uns fern hält.

Wir sind uns nur Sonne und Mond
und Tag und Nacht.
Wir sind uns Regen und Gewitter
und Schatten und Licht.
Wir sind uns Feuer und Wasser
Glut und Asche.

Ein Schneehaus
aus Hoffnungen zu bauen
haben wir gemeinsam gelernt,
einen Unterschlupf für unsere Träume.

Für alles und für nichts
und für das was mit der Zeit,
durch die Stille,
durch den Alltag vergessen werden,
ich wünschte wir könnten
immer wieder zu den Anfängen zurückkehren
um voneinnader zu lernen.

Es ist wieder Sommer
und wir sind Blüte und Frucht
und wir werden vergehen
um als Blüte wiedergeboren werden.

Doch heute sind wir uns Liebe.
©Émilia

Ich führe dich
durch die Straße mit weißen kleinen Häusern
und roten Blumen an den Fenstern.
Die Steinwege schlängeln wie graue Schlangen
zwischen den Häusern.
Nur unsere Schritte durchbrechen die unheimliche Stille.

Am Abend flüsterst zwischen leidenschaftlichen Küssen,
dass der Tag sehr schön war,
und malst mit den Fingen und Küssen
eine raffinierte Landkarte.

Eines Tages werde ich dich einladen
in ein Café an der Ecke,
Espresso aus winzigen
blumigen nostalgischen Tassen zu trinken,
auf denen Maler ihre Musen und Liebesgärten verewigten.
Wir werden uns in die Augen sehen,
wie Liebende es tun.
Hand in Hand werden wir ein Plätzchen suchen,
eine verwitterte Bank
versteckt hinter den Reben
und Herz an Herz
Haut an Haut
werden wir uns lieben
zwischen den blutroten Sonnenuntergängen
und den orangefarbenen Morgenröten.

Danach werden wir
auf den grauen Steinschlangen
nach Hause schlendern
liebestrunken
zwischen den weißen kleinen Häusern.

©Émilia

Sommerserenade

Regen wird angekündigt, wir werden Orkan und Sturm sein
und Wind und Regen.
Danach wird alles vergessen sein.
Ich habe einen Schal über die Liebe gelegt
damit sie geschützt ist.

Die Wolken werden uns rächen, es wird einen Sturm geben
und Wind und Regen.
Wir gehen nicht raus, die Straßen sind verlassen.
Die Bäume schütteln ihre Blätter ab
und Gedankenäste
Erinnerungen werden uns umkreisen
und mit uns tanzen.

Schließe das Fenster, sonst tränen die Wolken

und wir werden Angst haben
vor Blitz und Donner.

Jedenfalls regnet es bis morgen,
Warten auf die Nacht, im Wind wird unser Herz durchwirbeln,
wird rütteln und schütteln.
Morgen ist alles still.
Der Sturm, der Wind und wir.

Bis dahin verlieren wir uns in einem Wort.

©Émilia

Blitzgefühlgedanken

Verspreche mir nichts an diesem Abend,

weder dass er schön sein wird,

weder dass er Liebe ist.

Verspreche mir nichts

weder morgen noch übermorgen,

noch an anderen Tagen

die kommen werden,

oder nicht mehr sein werden.

Lass den Augenblick sein

lass ihn Liebe sein,

lass ihn sein Augenblicksparadies leben

lass ihn endlos sein.

Und dann….

lass es Sehnsucht sein

die dich zu mir führt

für einen weiteren Augenblick

für eine weitere Nacht und einen weiteren Tag

Und dann lass es Liebe sein

die uns am Leben hält

die uns beflügelt

die uns Sehnsucht ist

und Paradies.

©Émilia