Ich führe dich
durch die Straße mit weißen kleinen Häusern
und roten Blumen an den Fenstern.
Die Steinwege schlängeln wie graue Schlangen
zwischen den Häusern.
Nur unsere Schritte durchbrechen die unheimliche Stille.

Am Abend flüsterst zwischen leidenschaftlichen Küssen,
dass der Tag sehr schön war,
und malst mit den Fingen und Küssen
eine raffinierte Landkarte.

Eines Tages werde ich dich einladen
in ein Café an der Ecke,
Espresso aus winzigen
blumigen nostalgischen Tassen zu trinken,
auf denen Maler ihre Musen und Liebesgärten verewigten.
Wir werden uns in die Augen sehen,
wie Liebende es tun.
Hand in Hand werden wir ein Plätzchen suchen,
eine verwitterte Bank
versteckt hinter den Reben
und Herz an Herz
Haut an Haut
werden wir uns lieben
zwischen den blutroten Sonnenuntergängen
und den orangefarbenen Morgenröten.

Danach werden wir
auf den grauen Steinschlangen
nach Hause schlendern
liebestrunken
zwischen den weißen kleinen Häusern.

©Émilia

Sommerserenade

Regen wird angekündigt, wir werden Orkan und Sturm sein
und Wind und Regen.
Danach wird alles vergessen sein.
Ich habe einen Schal über die Liebe gelegt
damit sie geschützt ist.

Die Wolken werden uns rächen, es wird einen Sturm geben
und Wind und Regen.
Wir gehen nicht raus, die Straßen sind verlassen.
Die Bäume schütteln ihre Blätter ab
und Gedankenäste
Erinnerungen werden uns umkreisen
und mit uns tanzen.

Schließe das Fenster, sonst tränen die Wolken

und wir werden Angst haben
vor Blitz und Donner.

Jedenfalls regnet es bis morgen,
Warten auf die Nacht, im Wind wird unser Herz durchwirbeln,
wird rütteln und schütteln.
Morgen ist alles still.
Der Sturm, der Wind und wir.

Bis dahin verlieren wir uns in einem Wort.

©Émilia