Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie

„Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie.“…..“Nicht alles ist bestimmt etwas Dauerhaftes und Schönes im Leben zu werden“ sagte der Scheidungsrichter.

Das sollte man sich vor Augen und vor Herzen halten bevor…… Vor Herzen halten…..gibt es diese Redewendung überhaupt? Egal….jetzt schon….

Tante hatte gestern um 9:00 Uhr ihren Scheidungstermin. Sie war sehr aufgeregt, aufgewühlt, aber sie blieb dennoch logisch. Wir dachten alle, dass sie wieder emotional ganz abbauen wird, aber sie blieb erstaunlich sachlich und logisch.

Sie hatte sich regelrecht herausgeputzt. Tante ist noch mit über 70 noch eine schöne und gepflegte Frau. Gestern war sie noch beim Friseur um ihren mittellangen graumellierten Haaren, eine besondere Note zu geben zu lassen. Noch ist viel Dunkelbraun zu sehen. Dunkelbraun mit grauen Strähnen. Natürlich ist wunderschön. Tante ist eine natürliche Frau. Sie hat ihren eigenen dezenten Stil durch ihr ganzes Leben beibehalten.  Farblich immer aufeinander abgestimmt. Ja nicht auffallen. Von ihr kann man modisch etwas lernen.

„Kommt einer von euch mit mir, damit ich nicht ganz verlassen da stehe?“ bat sie.

Ich tauschte mit einem Kollegen den Dienstplan und René nahm sich ein paar Stunden Freizeit. Lars hatte seinen freien Tag und er begleitete mich.

René fiel auf: „Tante, wo ist dein Anwalt?“

„Na, ich kann mich doch wohl noch selbst verteitigen. Ich will ja nur geschieden werden. Ich habe nichts Böses getan. Der sitzt doch noch da wie ein Affe auf dem Schleifstein“ flüsterte sie und lachte laut. Niemand sagte etwas, um sie nicht aufzustacheln. Tante ist mit Wut, Traurigkeit, Enttäuschung geladen wie eine Kriegsbombe.

Wir saßen im Flur des Familiengerichtes. Mein „Onkel“ sah sie an, sah uns an.  Ich konnte in seinem Blick nichts lesen. Auch er schien etwas nervös zu sein. Er grüßte höflich und wir grüßten ihn zurück. Er war zu uns immer fair, immer nett. Sein Verhältnis zu Tante hat uns nichts anzugehen. man sollte objektiv bleiben und sich raushalten.

Seine Anwältin flüsterte ihm andauernd etwas zu. Er nickte nur und presste die Lippen zusammen.

Wit hatten noch ganze 10 Minuten zu warten und die Atmosphäre war geladen. Ein emotionales Unwetter lag in der Luft.

„Ihr habt euch doch einvernehmlich getrennt, oder?“ hakte René nach.

“ Aber ja! Er hat sich nicht dazu geäußert, als er den Scheidungsantrag unterschrieb. Der soll sich jetzt ja nicht quer stellen. Und wenn wir uns nicht einig werden, hat er den letzten Furz gelassen, das schwöre ich euch.“ schimpfte Tante.

Was wenn….wenn er sie auf Unterhalt verklagt, weil seine Rente ihm zu klein ist…..? Tante hatte immer gut verdient und ihre Rente sei höher als seine. Lars hielt meine Hand und flüsterte mir ins Ohr ich sollte mich raushalten….

Ich stand neben Tante und legte meine Hand auf ihre. Dann wurden wir herein gebeten.

Onkel, seine Anwältin, Tante und ich. Vielleicht dachte man ich wäre ihre Anwältin….oder was weiss ich, was die meinten. Ich durfte rein, Lars und René mussten draußen bleiben.

Man hätte eine Stecknadel fallen gehört, so still war es im Saal. Tante sah mich an.

Niemand wurde gehört. Weder Tante noch die Anwältin, weder Onkel. Nach 41 Jahren Ehe wurden sie mit drei Sätzen geschieden. “ Die Eheleute haben sich auseinander gelebt. Nicht alles ist bestimmt etwas Dauerhaftes und Schönes im Leben zu werden. Die Eheleute……..gehen in 10 Tagen, bis die Scheidung rechtskräftig ist, getrennte Wege.“

„War es das?“ fragte ich mich. Es ist so, wenn keiner auf zwei Trennungsjahre besteht. Und wenn man sich friedlich einigen kann, wem was gehört, geht so etwas sehr schnell.

Händeschütteln in dieser Zeit geht ja noch nicht….man wünschte sich alles Gute und schon war die Sitzung geschlossen.

Tante war blass und blutleer im Gesicht. Ihr fehlten die Worte, die Emotionen. Ihr fehlte Leben.

Onkel stellte sich vor sie, wie ein stolzer Gockel mit seinen steingrauen Anzug, mit seiner gepflegten Statur und sagte mich rauer Stimme: “ ich wünsche dir viel Glück und alles Gute was dir bei mir gefehlt hat.“ Er hatte Tränen in den Augen und ich war nahe dran ihn zu umarmen. Irgendwie tat er mir leid. Tante war schon immer irgendwie „allein“. Von Familienfesten hielt Onkel sich immer fern. Alles und jeder war schuld, dass Tante sich immer mehr von ihm entfernte. Jeder setzte Tante Flausen in den Kopf…..alle waren gegen ihn. So hat er sich gerechtfertigt.

Tante musste ja ihre Gründe gehabt haben, diesen Schritt zu wagen. Temperament hin oder her, Tante ist Logikerin. Sie wäre bis in aller Ewigkeit geblieben. Sie hasst jede Veränderung die auf emotionaler Basis stattfindet. Onkel ein Pantoffelheld, der zu allem Ja und Amen sagte und doch tat was er wollte und Tante nie wusste. Er stand immer neben Tante wie ein Pipiprinz. Und Tante warf ihm Kälte vor.

Aber ich rätselte nie, wieso Tante das Handtuch geschmissen hat. Es ist ihr Leben.

Tante drehte sich um, hakte sich bei Lars und René ein und schritt wie eine Königin voran. „Wunderklasse,“ dachte ich und konnte kaum noch mein Lachen verkneifen. Sie könnte ein Kriegsheer kommandieren, wenn sie emotional geladen ist.

Wir stiegen in den Aufzug und redeten kein einziges Wort miteinander. Was hätten wir drei Etagen lang sagen sollen?  Es war bestimmt schon alles gesagt…

Unten angekommen, trafen wir auf eine Frau, mitte 50 oder vielleicht auch schon mitte 60 mit honigblond gefärbten Haaren und einem feuerroten Einteiler. Sie sah uns nur kurz an und schlich sich an uns vorbei.

„Nun, jetzt wisst ihr warum!“ rief Tante aus. Dann rannte sie fast voraus. Aus dem Augenwinkel voraus sah ich wie die blonde Frau Onkel umarmte. Er stand da wie eine Wachsfigur. Emotional unbeteiligt. Vielleicht war es das was Tante an ihm störte.

„Gehen wir einen saufen!“ rief sie aus. „Den ganzen Scheiß herunterspülen.“

„Mal langsam Tante, du trinkst doch keinen Alkohol.“ rief ich. „Es ändert sich nichts wenn du dich jetzt betrinkst.“

„Jetzt schon!“ Tante war wieder wie ein unerzogenes Kleinkind das seinen kindischen Willen durchzusetzen versucht.

„Tante wir fahren nach Hause und dann, können wir etwas trinken. Glaubst du ich setze mich mit Maske irgendwo rein? Ich bin doch kein Hund mit Maulkorb.“ überzeugte sie René.

„Hast einen Schnaps?“ keifte sie.

„Weisswein habe ich da.“ René trinkt ganz selten mal Weisswein. Meine Schwägerin trinkt mal ab und zu ein Glas Wein nach dem Essen. Manchmal trinkt er ein Glas mit.

Sie sah ihn mit ihren dunkelbraunen verschlafenen Kulleraugen an. „Hm….Lars, wenn der nicht mitkommt, dann gehen wir zwei uns ansaufen.“

Lars sah mich erschrocken an. „Tante, du weißt, ich trinke doch nichts. Ich muss ja auch noch fahren.“ Er war mit Tante überfordert.

Tante beruhigte sich schnell wieder. Wir stiegen in unsere Autos und fuhren nach Hause.

„Ich verkaufe die Wohnung in der Stadt ihm unter dem Arsch weg. Ich habe alle Belege. Ich habe sie bezahlt. Sie ist ausbezahlt. Mein Erbteil steckt da drinnen, Jeden Cent will ich haben.“ sagte sie sachlich als würde sie über das Wetter reden.

„Kinder ich bin eine geschiedene alte Hexe!“ rief sie zu Hause. „War ich unangemessen zu euch?“ langsam kam sie wieder zu sich.

„Nein, Tante wir verstehen das. Es ist jetzt wie es ist. Und du bist nur geschieden, aber du bist nicht keine Hexe.“ versuchte ich sie zu trösten.

„Kindchen, weisst du was? Wenn du traurig bist und gerade etwas Schweres durchmachst, tu nichts Unangebrachtes, Unüberlegtes, so einfach etwas Spontanes aus dem Inneren heraus. Wenn das Herz wütend und traurig ist, weiß es nicht was es will. Du siehst ja was rauskommt.“

Ich schüttelte verneinend den Kopf. Tanteeeee……wenn du wüßtest…..

Tante machte sich einen doppelten Espresso. „Wie unhöflich von mir……  euch nichts anzubieten! Leute ich verblöde“…..sie deckte schnell den Kaffeetisch und nahm ein Blech paar Walnusskekse mit Schokoladengrasur aus dem Kühlschrank. Ich schäumte Milch auf für Zauberkaffee und machte mir heißes Wasser für den grünen Tee. Die legte die Nusstaler auf ein Kuchentablett und stellte es in die Mitte des Tisches im Wohnzimmer.

„Wann hast du denn die gebacken?“ fragte ich.

„Hochzeit feiert man doch auch, wieso denn keine Scheidung. Gekocht habe ich nichts!“

„Seit wann Tante, wusstest du von der Frau?“ fragte René vorsichtig.

„Die ist doch schon wieder neu,“ lachte sie. „Jetzt hat sie ihn an der Backe. Der wird sich jetzt von ihr bemuttern lassen. Der hatte immer mal eine zwischendurch.“

Tante verrührte dem Milchschaum in ihrem Zauberkaffee und war mit den Gedanken in den Wolken. Und mit dem Herzen….?

Die Sonne floss wie heißes Gold durch den sonnenuntergangfarbenen Küchenvorhang. Wir badeten alle mit dem Gesicht im warmen Sonnenlicht und es färbte uns goldfarben.

Sogar ein altes Photo von Mama, war in Sonnenlicht gebadet. Da war sie 21 und bestimmt dachte sie zu jenem Zeitpunkt an die große Liebe, oder an ihr Studium und nicht dass ihr Leben anders verlaufen würde. Das Leben geht Wege und Umwege…..Dass eine 22jährige die Frau eines 40jährigen werden wurde, dass diesem Mann klar wurde, wie bedeutungslos sie werden würde für ihn und wir Anachronismen die sein Leben auf den Kopf stellten.

Hier lächelte sie noch ganz unbefangen glücklich. Hier war sie noch gesund, oder ihre Niere war noch nicht erkrankt. Erst als wir Zwillinge 5 waren, begann sie sich zu verändern und nahm meiner Mama, die Freude, die Liebe und das Leben.  Das Sonnenlicht badete ebenso ihr Haar, als würde sie uns trösten wollen.

Oma trug es immer bei sich in ihrem Portmonnaie. In der Vitrine im Küchenschrank habe ich es zwischen Rahmen und Glas gesteckt. So als Schutzengel.
Ich verabscheidete mich von allen, dankte Tante für die Nusstaler und fuhr zum Dienst. Lars holte die Mädels von Omi Elke ab und war für den Rest des Tages voll ausgelastet.

„La vie réussie“  so ein psychologisches Käseblättchen lag  zwischen Rechnungen und Werbung.

Ich katapultierte es ins Altpapier.

Für mich aber gehört zu einem Leben immer auch das Tragische, Schicksalhafte, dessen Schönheit. Die Brüche und das Zerbrechen.

Mein Verstand ist heute eine Schachtel mit Erinnerungsstücken, kein Platz für die Liebe, keine Lust darin für die Praxis. Die Natur ist flauschig und ausgetrocknet wie die Watte in der Milchzahndose meiner Milchzähne. Unansehlich werden ausgefallene Milchzähne mit der Zeit. Ohne Leben, ohne lebendige Nerven…..entsorgen soll Unglück bringen und mehr davon kann ich nicht mehr tragen. Wieso macht mich Tante heute so traurig? Die Sonnenbrille schützt meine Augen vor der brennenden Sonne. Mir ist …..übel…..die Kekse…..Süsskram ist nichts für mich…..und ich habe Sodbrennen…..das Baby ist viel agiler als Zoé es in meinem Bauch war. Es strampelt, als würde es die Uteruswand durchtreten wollen. „Dauert noch 16 Wochen bis du raus darfst,“ dachte ich und streichelte meinen Bauch. So viel Bauch ist es zwar nicht, aber bei dem Wetter ist er etwas unangenehm und schwer.

3 OP vor mir…….ich will Feierabend…….ich will nach Hauseeeeeee.

Ich denke an……..man soll keine Entscheidungen treffen wenn man traurig ist…..

Nous savons, tout n’est pas supposé devenir quelque chose de beau et de durable dans la vie….Parfois, les gens croisent ton chemin pour te montrer la voie à suivre, ainsi que ce qui est bien pour toi ou ce qui ne l’est pas !

Pour t’apprendre à t’aimer, pour t’aider à enlever cette carapace que tu as créée suite aux blessures de la vie.

Certains vont passer juste pour un court moment, et d’autres pour de très longs moments…

Tout le monde ne restera pas éternellement mais nous devons continuer à les remercier pour ce qu’ils nous ont donné, car toutes ces rencontres ajoutent un sens à notre vie.

Ich bin dankbar für jede Liebe, die bis anhin meinen Weg gekreuzt hat….für jeden Menschen…..

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