Am Freitag Abend habe ich mir noch zwei Ordner aus der Praxis mitgebracht. Es muss ja auch alles seine kaufmännische Ordnung haben. Die Monatsabrechnung, die Überweisungen, die Gutschriften müssen regelmäßig kontrolliert werden. Ich habe die Leasingraten und andere Rechnungen überwiesen.

Am Samstag war Familientag. Die Mädels haben sich gefreut endlich wieder einmal mit in die Stadt zu dürfen. 
Omi Elke wollte mitfahren, damit sie ihre bescheidenen Vorräte auffüllt. Sie achtet auf jedes Gramm was sie ißt und kauft immer nur für 2-3 Tage ein.
Low-carb….und jeden neuen Mist macht sie mit, obwohl sie es gar nicht nötig hätte. Nun ja, vielleicht hat ihr mein Vater oft eingeredet, sie wäre fett. Hat er bei Mama auch immer gesagt. Nur Mama war von Natur aus sehr schlank und ließ sich eh von niemandem etwas einreden. 
Bevor wir den Supermarkt betraten, wurden einige Regeln durchgenommen. Es wird nichts angefasst, es wird nicht gerannt und es wird nichts in den Einkaufswagen gelegt, außer ich erlaube es.
Bevor wir zur Kasse gingen fragte ich “ haben wir alles?“ Oma Elke suchte …..was wohl……Sagrotan…..ich denke sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut wenn sie keine Sagrotan-Artikel im Haus hat.
„Ein Eis für alle, weil wir so artig waren,“ lud ich sie ins Eiscafé um die Ecke ein. Das ist das leckerste Eis das ich je gegessen habe.
„Nicht schmutzig machen!“ rief Zoé aus. „Ganz langsam essen!“
Sie hat ihre Lektion gelernt. Letztens bekam sie einen stechenden Eis-Kopfschmerz und brüllte wie am Spieß bis er abgeklungen war. Zuerst weigerte sie sich warmes Wasser als Gegenmittel zu trinken. Aber als Noelle auch warmes Wasser trank  – alles was Noelle macht ist gut – trank sie es auch und dann lachte sie weil „Kofweh weg“ urplötzlich war.
 „Zauberwasser?!“ sie wusste genau was fehlte. Also bestellte ich eine Flasche ungekühltes(pipiwarmes) Mineralwasser.
Lars hat sich total den Grillmeistern Pá und René angepasst.
Pá kam mit seinem Veló angerast und stellte einen Henkelkorb mit Gemüse auf den Terassentisch. 
„Die musste ich ernten, der Regen lässt sie sonst aufplatzen.“
Manchmal ist Familie eben nervig.
Ich mag keine Auberginen. Wenn die nicht frisch geerntet zubereitet werden, schmecken die bitter oder pikant. Panierte Auberginen …..schmecken wie unreife Wassermelonen.
„Gibt 4 – 5 Gläser 250 ml Brotaufstrich.“ meinte Pá
„Aber ja, außer dir und mir ißt ihn bestimmt niemand. Und deswegen so viel Arbeit.“ beschwerte ich mich. Aber ich möchte auch kein Essen wegwerfen. 
Tante zu fragen wie dieser Aufstrich zubereitet wird, ist sinnlos. Tante ist bestimmt mit ihren Gedanken beschäftigt.
Ich rief Tante an und fragte sie danach.
„Warte ich komm zu euch!“ sagte sie.
Sie gab das Kommando.
Alles abgewogen was im Korb war und was ich noch in der Vorratskammer hatte, ergaben:
4 kg Auberginen
-3 kg Paprika rot
-3 Stück Jalapeno
-700 g Zwiebel
-700 ml Tomatenmark
-500 ml SonnenblumenÖl
-4 Lorbeerblätter
– Pfeffer beliebig
– 3 Teelöffel Salz(wir verwenden nur Meersalz, seit Mama es in die Küche eingeführt hat)
– 1Teelöffel edelsüß Paprikapulver
Die Auberginen, Jalapeno und die Paprika werden gegrillt(man kann sie auch im Backofen grillen aber die ganze Küche riecht danach. es sei denn die Abzugshaube ist auf max. eingestellt. In ein Sieb geben und etwas abtropfen lassen. Ich verwende nichts aus Plastik. Auch die Paprika, Jalapeno und Auberginen werden jeweils durch den Fleischwolf gedreht, mit dem Mixer püriert, oder mit dem Kitchenaid püriert. Wie auch immer es bequemer ist.
Danach wird die die Auberginenhaut und die Paprikahaut schön zart abgezogen. 
Die Zwiebeln (geschält) und mit der Küchenmaschine ganz fein gehackt, oder durch den Fleischwolf gedreht.
Die Zwiebeln in Öl glasig dünsten, das Salz dazugeben und umrühren, danach das Tomatenmark und die Lorbeerblätter beimengen. Nur kurz auf niedriger Stufe aufkochen lassen. Danach werden die zermalenen Auberginen und Paprika dazu gegeben.
Die restlichen Gewürze dazumengen, langsam köcheln lassen, viel rühren, damit die Masse sich nicht am Topfboden festlegen kann. Wenn sich ein paar Tropfen Öl an der Oberfläche sammeln ist der Aufstrich fertig. Wir füllen die Gemüsemasse in sterilisierte(saubere und mit heißem Wasser ausgespülte) Gläser, die wir bis zum nächsten Tag in eine Decke gewickelt lassen.
Mit frischem Baguette, Ciabatta, oder Weißbrot ist es sooo lecker. Ich hatte Olivenbaguette da und es bekam eine besondere mediterane Note dadurch. Und die Mädels haben sich wie hungrige kleine Wölfe darauf gestürzt.
Lars hat daran gerochen, gekostet, gerochen…. und 3 Scheiben Brot damit verputzt. Immer dieses Getue wenn er etwas nicht kennt.
Aber ja, wir kochen nun mal anders. Gut oder nicht gut….egal und allen schmeckt es.
Es ergab 6 Gläser und es blieb noch etwas in einem Schüsselchen übrig.
Oma hat manchmal anstatt Brot, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln dazu gemacht.

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