Die Sandfrau

Ich heiße Maré. Eigentlich heiße ich Marie, aber wen interessiert es denn so genau? Alle nennen mich Maré (Marie, Marei, Maria, Mareille…..wie marée – französisch Gezeiten) hier ein gängiger Kosename für Marie, Maria und alle anderen Variationen mit dazu.

Wir schreiben das Jahr 2008 und ich bin heute 25 Jahre alt geworden und studiere Medizin. Noch weiß ich nicht welche Fachrichtung ich anstreben soll. Ich habe noch ein Jahr Zeit es herauszufinden. Eventuell werde ich mich für die Chirurgie entscheiden. Sicher bin ich mir jedoch nicht.

Heute bin ich zum Essen verabredet. Ich mache mir gar nichts aus chinesischem Essen, aber ich habe ein paar Kommilitonen eingeladen mit mir zu feiern und hier kann man zum „Studentenpreis“ gut essen und ausgelassen feiern. Und die Glückskekse hier prophezeien immer das Leben haargenau.

Nicht dass ich an so einen Esotherikkram glaube, aber man braucht, oder ich brauche, im Leben irgendwelche Anhaltspunkte, irgendwelche Hoffnungen, wenn man das so sagen kann. Mag sein, dass es albern ist, oder kindisch, aber ich mag die Zettelchen in den Glückskeksen. Die Kekse esse ich fast nie.

Aus Geburtstagen mache ich mir auch nichts. Warum? Ich fühle mich nicht wohl im Mittelpunkt zu stehen. Nicht einmal an meinem Geburtstag. Es ist viel mir zu intim, mich der Heftigkeit meiner Emotionen auszuliefern, meiner eigenen Heftigkeit. Mich meinen Kommilitonen so zu zeigen.

Also kusche ich vor meiner Wildheit. Ich möchte niemandem gefallen.

Männer gefallen sich selbst und Frauen möchten anderen gefallen. Ob ich gezähmt wurde, wie alle Mädchen gezähmt werden ab einem gewissen Alter oder schon ab der École Maternelle, zurückhaltend zu sein. Die Wildheit, das Selbstglück, der Forschertrieb so klein wie möglich zusammenzufalten um nicht aufzufallen? Eigentlich nicht. Ich habe mich der Gesellschaft zumindest äußerlich angepasst, wie man sich der Mode anpasst, um nicht als Eigen zu gelten.

Das Eigentliche…… die wilde Natur, behält man für andere unsichtbar, oder man teilt es mit der……nur ich kenne niemanden, bei dem ich das könnte.

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je t’ai cherchée

Je t’ai cherchée
dans tous les regards,
et dans l’absence des regards,
dans toutes les robes, dans le vent,
dans toutes les eaux qui se sont gardées,
dans le frôlement des mains,
dans les couleurs des couchants,
dans les mêmes violettes,
dans les ombres sous les hêtres,
dans mes moments qui ne servaient à rien,
dans le temps possédé,
dans l’horreur d’être là,
dans l’espoir toujours
que rien n’est sans toi,
dans la terre qui monte
pour le baiser définitif,
dans un tremblement
où ce n’est pas vrai que tu n’y es pas.