Es ist bald 1:00 Uhr
in etwa 10 Minuten
ohne dich
ich
ohne mich du

Dein weißes Hemd
lege ich auf mein Gesicht
sehe hinaus in die Nacht,
durch dich
ohne dich
mich.

Leer ist mein Blatt Papier
und deine Teetasse ist leer.
Und leer sind die Herzbügel
wie ein Geigenbogen ohne Musik

Es duftet nach Regen
nach Äpfel
nach dir
nach mir.

Die Wolken regneten
ohne uns
eine Elegie.

Ich suche dich
auf der anderen Bettseite,
in der Herztasche deines Lieblingshemdes,
wo wir gemeinsam
Herz an Herz,
Haut an Haut schliefen
und uns von der Welt versteckten.

Morgen
werde ich eine Decke aus Zeit nähen
um die Leere zuzudecken.

Alles was wir heute nicht getan haben
werden wir nie mehr tun.
Es passt kein Morgen mehr
unter die Zeitdecke

Die Nacht wird dunkel sein und leer
wie der Weg der Füße ohne Schuhe.
Und die Nacht wird weiß sein wie fluglose Engelsflügel
Dunkel sein wie die Augen der Sehnsucht,
tief sein
wie das Heulen hungriger Wölfe nach Leben.

Es ist 1:00
vobei
an Sekunden und Minuten
vorbei an dir
an mir
am Saum einer Wolke,
am Rande eines Traumes.

©Émilia