Es ist September zwischen uns

Es ist September zwischen uns
herbstlich still, erntegelb und rostrotfarben
die Sonne scheint noch sommerwarm
doch es ist schon etwas herbstkühl,
Ich lege meine müden Flügel auf die Bank zum trocknen,
doch meine Füße gehen weiter
gehen neue Wege.

Ich gehe sehen, verstehen, vergessen, finden.
Ich gehe wissen
ob die Sehnsucht mich zu dir zieht
weiser und anders und mit weniger Fragen
an die Liebe.
Ob es noch zu früh ist, oder schon zu spät
oder die Zeit ist um und die Liebe weg.
Ob sie noch da ist
mit all ihren Farben,
mit all ihren Herzschlägen
mit jedem Atemzug.

Es ist September zwischen uns
und es duftet nach sommerverbrannten Blättern
nach Ernte und Verwüstung,
nach Süße und Schwere,
nach Salztränen und reifen Früchten.
Noch haben wir bunte Träume, warme sanfte Sehnsüchte
Nächte mit viel Liebe
und wunderschöne rostrote Morgen.

Ich will sehen, entdecken
alle Herbstfarben in uns.
Die Ernte in uns,
die Süße,
das Bittersüße.

Ich warte darauf,
dass der Zenit mich mit einem leidenschaftlichen Refrain einfängt,
mich heraushebt,
mich hochhebt und mit mir den Tanz der karminroten Liebe tanzt,
bis ich zum Morgengrauen
in meinem nassem Haar verflochten
unter einem Seidenlaken einschlafe.

Und du wiegst mich mit dem Laken wie ein Neugeborenes
bis die Zeit sich rückwärts dreht
und uns mit einem letzten Vers entzaubert. .
Seufzend mit kussverbrannten Lippen
singe ich den Refrain aus einem seltsames Lied
eine Art neuen Zauber
und lege mich auf meine morgentaunassen Flügel
und warte auf deinen entzaubernden Morgenkuss

©Émilia