Je suis

 Je suis de ces gens fous
qui font d’un rien un tout
qui crient au feu
pour une brindille presque immobile.

J’ai une désastre dans le ventre
il s’apelle amour,
il ne dort jamais très longtemps.

C’est le désordre dans mes carnets
c’est le désordre sur l’étagère
c’est le désordre dans les tiroirs 
le désordre partout où je pose mes valises.
Elles ne ferment plus
comme ma mémoire.
Je collectionne le désordre pour tenter d’y trouver l’invisible.
Je cherche au fond des choses ce qui
j’espère secrètement, existe au fond de moi.
©Émilia

Ich bin kein Blatt im Wind.

 Ich werde dich nicht mehr vermissen,
ich werde keine Sehnsucht nach dir mehr haben.
Sieh wie die Blätter 
sich vom Ast lösen,
auch wenn es schmerzhaft ist.
Sie lösen sich
und fliegen umher
sehnsuchtsvoll bunt.
Chlorophyllehr.
Und der Regen
sammelt alle Regentropfen
zu einem Weinem
zu einer einzigen Traurigkeit.
Kein Regentropfen seufzt
und ein Weinen ist dem Regen nicht genug.
Er will Melancholie
Und der Wind hört nicht auf zu flüstern
er hört nicht auf zu heulen
Ununterbrochen ist sein Seufzer.
Er will die Sehnsucht, das Vermissen.
Ich werde dir nicht mehr sagen
dass ich dich vermisse.
Die Sehnsucht überlasse ich nicht dem Wind.
Dem Regen überlasse ich nicht meine Tränen
Ich bin kein Blatt im Wind.
©Émilia

Es wäre leichter für mich

Es wäre leichter für mich, 
dir nahe zu sein,
um meine Gedanken 
in der Stille verbergen zu können.
Es wäre einfacher für mich
dir einfach alles sagen zu können
ohne dass wir im Gestern stöbern.

Ich würde keine Worte verstecken,
in Ungewissheit eingepackt lassen
Mit keinem Schritt würde ich deine Türschwellen überschreiten 
und ich würde auch nicht an die Fenster klopfen,
um dich zu fragen, ob ich dir Traumfragmente geben kann.

Ich würde die gefallenen Blättern sammeln,
Wünsche aussortieren, 
sie in meinem Herzen verstecken
und ich würde vertraute Düfte sammeln
während ich verspreche zu bleiben.

Es wäre leichter für mich, wenn du in der Nähe wärst.
Lass mich meine Gedanken nicht in ungesagten Worten verbergen,
Sagen wir uns alles im Flüsterton
oder lassen wir die Stille uns zum Schweigen bringen.

©Émilia

Herbstelegie

Sage mir nicht,
dass ich braune Knopfaugen habe 
mit goldfarbenen Pünktchen 
die vor Freude oder Wut Funken sprühen.
Ich weiß,
herbstfarben versteckt sich die Zeit darin.
Wenn ich dich mit zartbitterfarbenem Blick ansehe,
senkt sogar der Mond seinen Silberblick.
Sage mir nicht,
mein Haar sei zu lang
und versteckt meine Schultern.
Irgendwann versteckt der herbst seine Silberfäden darin.
Ich weiß wie der Herbst sich entfaltet
das Chlorophyll aus dem Leben spült.
Und wenn wir zusammen den Mond ansehen
haben wir altweiberfarbene Haare
und der Mond lächelt uns zu.
Sage mir nicht,
dass irgendwann der Tod an unsere Tür klopfen wird.
Ich weiß,
dass das Leben nur einen Spaziergang der Zeit im Lichtstaub ist
Wir gehen den verborgenen Weg der Liebe
Wenn wir uns ansehen,
teilt der Mond sein Silber mit uns.
Sage mir nicht,
dass das was wir fühlen
ein „Für immer“ ist.
©Émilia

Serenade

Über den Bäumen 
hängt der Mond an einem seidenen Faden

unbeholfen pendelt er zwischen Tag und Nacht 
hin und her.

In der Abenddämmerung
habe ich die Meereswellen beobachtet 
wie sie sich 
zwischen den Felsen an der Küste brechen.
In der Luft schwebt der salzige Duft 
einer Liebe
als ich in einem entfernten Port
durch die namenlosen Gassen eilte
die nirgendwohin führten,
gefolgt von den Blicken 
der Möwen und Schwänen, 
die eine Sensucht in meinem Blick erkennen,
sie in meinem Herzen fühlen.

Die Sonne hängt noch zwischen abendrotfarben
über den Dächern.

Ich frage mich
ob Sonne und Mond wissen,
dass du zu Hause 
auf mich wartest.

Nun sitze ich hier in meinem Zimmer
im Kerzenlicht genieße ich 
den liebevollen, sehnsuchtsvollen Kuss 
zwischen Sonne und Mond
und der Kalender zeigt Oktober
und du wunderst dich wegen dem Kerzenlicht.

Der Zeiger der Wanduhr
bewegt sich einen Schritt
im Sinne des Augenblicks.

Dein Kuss in meinem Haar 
ist ein Wellenbrecher.
Wir sind Sonne und Mond 
in dieser Nacht.

Das Kerzenlicht wirft
ab und zu seinen zitternden Blick auf uns
und der Urzeiger verlängert den Augenblick.

©Émilia





Sie ließ los

Sie ließ los. 

Ohne einen Gedanken oder ein Wort ließ sie los.
Sie ließ die Angst los. 
Sie ließ die Vorurteile los.
Sie ließ den Zusammenfluss von Gedanken los, 
die um ihren Kopf schwärmten.
Sie ließ das Komitee der Unentschlossenheit in sich los.
Sie ließ alle „richtigen“ Gründe los. 
Ganz und gar,
ohne zu zögern oder sich Sorgen zu machen, ließ sie einfach los.
Sie hat niemanden um Rat gefragt wie man loslässt
Sie hat keine Bücher darüber gelesen wie man loslässt … 
Sie ließ einfach los.
Sie ließ all die Erinnerungen los, die sie zurückhielten.
Sie ließ all die Angst los, die sie davon abhielt, sich vorwärts zu bewegen.
Sie ließ die Planung und alle Berechnungen darüber los, 
wie man es genau richtig macht.
Sie versprach sich nicht, dann und dann werde ich loszulassen.
Sie hat nichts in ihrem Tagebuch darüber geschrieben.
Sie hat das geplante Datum nicht in ihren Tagesplaner geschrieben.
Sie überprüfte weder den Wetterbericht noch las sie ihr Tageshoroskop.
Sie ließ einfach los.
Sie analysierte nicht, ob sie loslassen sollte.
Sie rief ihre Freunde nicht an, um darüber zu sprechen.
Sie sprach kein Wort. Sie ließ einfach los.
Niemand war da, als es passierte.
Es gab keinen Applaus oder Glückwünsche.
Niemand dankte ihr oder lobte sie.
Niemand bemerkte etwas.
Wie ein Blatt, das von einem Baum fällt, ließ sie einfach los.
Es gab keine Anstrengung. Es gab keinen Kampf.
Es war nicht gut und es war nicht schlecht.
Es war was es war und es ist genau das.
Im Herzraum des Loslassens ließ sie alles gehen und fallen.
Ein winziges Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Eine leichte Brise wehte durch sie. Sie fröstelte für einen Moment.
Und die Sonne und der Mond schienen für sie gleichzeitig.
Und dann weinte sie 
in der leeren Herzkammer,
benetzte mit Regentränen die Herzwände
ein Lächeln trochnete die leeren Wände
Loslassen ohne Leere…..
wenn es schmerzt hatte es Bedeutung.

In meinem Traum

Mit einem Traum beginnt ein Weg
Die Gedanken zerpflücken ihn
und das Herz folgt nicht immer.


Und wieder stehst du im Garten
unter den Bäumen 
und zählst die Sterne zwischen den Zweigen
und das Blätterlaub verdeckt sie.
Du suchst und zählst
immer wieder
alle Sterne die nicht ins Fenster passen.
Dann wenn nach Mitternacht
der Mond wandert
was flüstern die Sterne dir?

Nichts.
Sie schweigen,
Sie singen ohne Stimme.
In mir ist Stille
und mein Herzmeer ist sanft.
Die Sterne zähmen mich.

Was wäre 
wenn Gefühlswolken und Emotionsblitze
ein Herzgewitter auslösen 
und kein Stern zeigt dir den Weg zu den Träumen?
Bis zum frühen Morgen wenn die Nacht graut
und der Morgen sich farbenlos zeigt?

In mir ist auch Himmel,
nicht nur Abis.
Ich kann in meinem Himmel Herzsterne zählen.
Die fröhlichsten die liebevollen, die geduldigsten,
die ungeduldigen und die rebellen, 
die zähmbaren und ungezähmten.

Auf die Regenwolken
würde ich einen Himmel malen,
damit die Menschen
die meine Herzwände lesen können.
Alle Träume.
Die verlorenen, die vergessenen,
die ungeträumten.

Ein Weg beginnt mit einem Traum.

©Émilia



Dass ich bin….

Lass mich Blatt werden

lass mich fliegen
damit ich den Ablösungsschmerz
vom Zweig, vom Ast, vom Baum vergesse.

Lass mich Herbst werden

damit ich die Wälder durchstreife
um sie blutrot anzumalen. 

Lass mich wind werden

lass mich fliegen
um zu sein
um zu fühlen, 
dass ich bin 

©Émilia

Die Sandfrau

Ich klopfte drei Mal an die Küchentür.
„Endlich ist Maré da.“ hörte ich die Stimme meiner Großmutter. Ich öffnete die Tür und umarmte stürmisch meine Großmutter die für ihr Alter noch ganz flink auf mich zurannte.

„Sei nicht so wild mit mir, ich bin nicht mehr gut auf den Beinen.“ scherzte sie.
„Omi!“ rief ich aus und küsste sie heftig und laut auf beide Wangen.
Meine Mutter stand in einer hauchdünnen himmelblauen Seidenbluse und einer schwarzen Bundfaltenhose vor mir und legte ihre zarten Arme um mich. „Schön dass du da bist!“ sagte sie mit tränenverschleierten espressofarbenen. Sie hatte die gleiche Augenfarbe wie mein Großvater und den gleichem gütigen und liebevollen Blick.
„Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Examen!“ sagten alle im Chor und es klang fast wie ein Kanon. Ich war mit meinen rationalen Gedanken und mit meinen Herzgedanken bei meiner Mutter. Wärend Großmutter, der Lebensgefährte meiner Mutter, zwei Tanten und zwei Onkel mich drückten und abknutschten als wäre ich ein Kuscheltier oder ein Quitschtierchen, daschte ich: „Sie ist regelrecht abgemagert, ausgelaugt und lebenleer. Merkt niemand etwas außer ich?“
„Merci!“ sagte ich gerührt und fühlte wie sich mein Gesicht puterrot färbte. Ich war verlegen, denn ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt.
„Seht euch das an!“ rief meine Mutter erfreut und ihre esspressofarbenen Augen sprühten goldfarbene Pünktchen. Wie Esspressolava in einer kleinen Tasse.  Sie lachte nicht nur mit dem Mund, sondern mit dem ganzen Körper. Sie reichte die bordeauxrote Kunstledermappe mit den Diplom und den Zeugnissen herum. Alle Augen waren stolz auf mich gerichtet.
„Nun ja, wenn man schon so viel Geld für ein Studium hinblättert, dann muss man es ja auch bravourös abschließen.“ scherzte ich. „Es ist doch nur ein Diplom und eine Aprobation. Es gibt Wichtigeres im Leben als eine Mappe mit Zeugnissen.“ Das meinte ich ernst.
„Sag mal, kannst du dich gar nicht darauf freuen? Du bist doch nicht autistisch!“ rief meine Mutter und ihre Stimme klang enttäuscht, dass sie mich nicht so erziehen konnte, dass ich vor Begeisterung singe und tanze. Sie wusste, dass ich mich tief in meinem Herzen freue, dass alle Herzmeerwellen an den Herzhäuten brechen und mein Herz an meinen Rippenbogen schlägt wie an eine Küste. Sie konnte es nur nicht verstehen, dass ich diese Freude und dieses Glück nicht zeige.
„Aber ja, freue ich mich. Was soll ich jetzt tun? Radschlagen oder mich um die eigene Achse drehen?“ lachte ich.
„Nach dem Essen gibt es die Geschenke!“ zwinkerte meine Mutter mir zu und setzte sich neben ihren Lebenspartner, den ich liebevoll Papá oder Pá nenne.
„Es gibt so Vieles worauf sie alle stolz sein können. Sie haben noch zwei Söhne und von den beiden schon vier süße Enkelinnen geschenkt bekommen. Wieso sollte ich jetzt der Mittelpunkt sein?
Und wieso sind alle um mich herum versammelt, als wäre ich eine Göttin?“ dachte ich.
Es gibt bei uns immer etwas zu feiern. Wenn es nichts zu feiern gibt, gibt es ein Familientreffen. Einfach so.
Bon Jovi sang „Let It Rain“. Meine Mutter liebte Bon Jovi. Sie stand auf und stellte das Radio etwas lauter.