WENN …..UND NUR WENN….

Wäre ich ein Monat … wäre ich gern März.
Wäre ich ein Wochentag ….wäre ich Sonntag.
Wäre ich eine Tageszeit ….wäre ich Abend.
Wäre ich ein Meerestier …wäre ich ein Delphin.
Wäre ich ein Wegweiser ..würde ich vorwärts zeigen…immer weiter….
Wäre ich eine Tugend…..wäre ich die Geduld.
Wäre ich ein Planet ….wäre ich Venus.
Wäre ich eine Flüssigkeit …wäre ich eine erfrischende Quelle.
Wäre ich ein Vogel …wäre ich eine Schwalbe.
Wäre ich eine Blume….wäre ich eine Seerose.
Wäre ich das Wetter ….wäre ich Donner und Blitz.
Wäre ich ein Musikinstrument….wäre ich eine Gitarre.
Wäre ich eine Emotion …wäre ich ein Lachen.
Wäre ich ein Element…..wäre ich ein Wasserfall.
Wäre ich eine Blüte……. wäre ich eine Kirschblüte.
Wäre ich ein Tier …..wäre ich eine Katze.
Wäre ich ein wildes Tier ….wäre ich ein Wolf.
Wäre ich etwas zum Essen …wäre ich Schokolade.
Wäre ich eine Geschmacksrichtung…..wäre ich bittersüss.
Wäre ich eine Farbe …wäre ich rot.
Wäre ich Musik……wäre ich eine Balade.
Wäre ich ein Stoff ….wäre ich Seide.
Wäre ich drei Worte ….wäre ich „ich liebe dich“
Wäre ich ein Körperorgan….wäre ich Herz.
Wäre ich ein Gesichtsausdruck….wäre ich ein Lächeln.
Wäre ich eine Form …wäre ich eine Sphäre.
Wäre ich ein Kleidungsstück …..wäre ich ein Hemd.

©Émilia

Wohlwollend

Heute kam ein uraltes Ehepaar in die Praxis. Händchenhaltend…sich gegenseitig stützend und helfend.

Ich stand vorne an der Annahme und besprach mit meiner Assistentin etwas.

Der Alte Herr grüßte zuerst, dann grüßte sie. „Wir haben angerufen, ich glaube sie hat sich die Hand gebrochen.“ er sprach für sie. Sie stand etwas wackelig neben ihm und hielt sich mit einer Hand an ihm fest.

„Meine Liebe, du hätlst meinen Arm fest, ich kann die Dokumente nicht aus dem Umschlag holen.“ sagte er liebevoll.

Ich ging auf sie zu, lächelte sie an und brachte sie in ein freies Behandlungszimmer. Dann machte ich eine Anamnese und wollte ihr gerade sagen, dass sie gleich geröngt werden muss, als er besorgt eintrat und „Da bist du ja!“ rief. Sie zupfte seinen Hemdkragen zurecht.

Nach der Behandlung verließen die beiden sich gegenseitig stützend die Praxis.

Am Nachmittag fuhr ich mit Oma Elke und Zoé einkaufen.

Ich fragte Oma Elke, wieso einige Ehepaare es schaffen zig Jahre zusammenzubleiben und andere nicht.

„Sie sind vielleicht wohlwollend zueinander.“ versuchte sie eine Antwort zu finden.

Wohlwollend……ich wollte Elke nach einem Synonym fragen, übersetzen konnte ich es nicht. Für das Wohl des anderen Sorge zu tragen….

„Wohlwollend?“

„Ja, bestimmt. Sie müssen ja nicht immer einer Meinung sein, aber sie finden Kompromisse, sie unterstützen sich gegenseitig.“

Das ist also wohlwollend…..

Ob das erst ab einem bestimmten Alter beginnt, die Dauer einer Beziehung eine Rolle spielt, oder ob das schon zu Beginn so ist.

Meine Eltern haben es nicht geschafft. Mein Vater hatte seinen eigenen Kopf und je mehr sich Mama bemühte, umso mehr erwartete er. Was richtig oder falsch war, bestimmte er.  Meine Großeltern so weit ich es mitbekommen habe, waren sie sehr wohlwollend zueinander.

Auch dann wenn Oma’s große Klappe Opa manchmal verbal verletzte, oder auch nicht, denn er hätte sich bestimmt gewehrt. Er konnte ihr schon Paroli bieten wenn es ihm zu blöd wurde. Aber sie waren wie Kletten…..immer irgendwie aneinanderhängend. Ich habe es einmal auch nicht geschafft. Nach knapp zwei Jahren war es schon vorbei. Ob wir wohlwollend zueinander waren? Nein! Wir waren zu sehr mit uns selbst und mit unserem Ego beschäftigt. Aber der Mensch ist lernfähig und kann innerlich wachsen.

Wohlwollend. Auch wenn ich manchmal zu Lars sage, dass ich nicht sein Babysitter bin, versuche ich ihm sehr viel an Arbeit abzunehmen, ihn zu umsorgen. Nach dem „Zuerst-kommen-andere, dann du-Prinzip lebe ich. Man ist für das Glück des anderen verantwortlich.  Und es war von Beginn so. Bei ihm aber auch. Er versuchte von Anfang an mir Wege zu ebnen.

Wir haben eine verrückte Art uns zu streiten. Irgendwann müssen wir beide lachen über unsere Verrücktkeiten.

Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir finden Argumete und Kompromisse.

Aber was wenn einer immer unzufrieden ist, mit sich selbst und mit allem und allen um sich herum? Solche Menschen ziehen andere herunter.

Da würde es knallen, weil ich das nicht verstehen würde. Jeder empfindet doch anders……man kann ihm nicht vorschreiben wie er Glück zu empfinden hat und niemand kann vom anderen erwarten ausschließlich für sein Glück zu sorgen.

Wohlwollen,,,,,,,ein begrenztes Gut…..oder eine Art Liebe. Keiner liebt mehr als der andere.

 

Dazwischen

Wenn du zwischen den Fronten stehst, zwischen zwei Menschen, zwischen zwei…….und man erwartet von dir, dass du auf jemandens Seite sein sollst, du die Wahl hast, dich entscheiden musst, entweder oder……du wirst von einem Augenblick zum anderen ein Akrobat der sich auf die Zehenspitzen stellt und geschickt dazwischen zu wandern lernt. Und du versuchtst loyal, objektiv zu sein, wenngleich jeder dich auf seine Seite zieht, Erinnerungen dich überwältigen, Emotionen an deinem Herzzipfel zupfen und zerren. Farben, Düfte, gemeinsame schöne Erlebnisse versuchen dich ein einen besonderen Duft einzuhüllen.

Dann machst du akrobatische Sprüge zwischen den Emotionen, zwischen der Liebe, zwischen Menschen, zwischen allem was dich mit ihnen verbindet. Du tanzt auf einem Seil und du versuchst dein Gleichgewicht zu halten, damit du nicht dazwischen fällst. Ein Illusionist der alle Feinheiten lernen muss um Gedanken, Farben, Tränen, Menschen, Liebe, in ein Gleichgewicht zu einem gemeinsamen Nenner bringen muss.

An die Augenblicke in denen nichts funktioniert und du weder Gleichgewicht auf dem verbindenden Seil finden kannst, noch dazwischen auf Zehenspitzen tanzen kannst, denkst du gar nicht.

Dann ergibst du dich jemanden, etwas…..den Erinnerungen, den Emotionen, den Gedanken, der Liebe, ……..Allem.

Mitten im Gedicht

Mitten im Gedicht

zwischen den Zeilen,

wie auf einer einsamen Insel

umgeben von ungesagten Worten

die Blumen und Bäume und Gras sind.

Die Dschungel und Lianen sind.

Sie aß die Sonne

wie man eine exotische Sommerfrucht ißt,

mit vollem Mund

aß sie das Fruchtfleisch

und der Süße Saft bahnte seinen Weg

durch ihre Kehle,

wie ein Sirup des Lebens.

Und sie beißt in das Fruchtfleisch

bis zum bitteren Kern.

Sie saß unter den Bäumen

im Halbschatten des Sommers,

wie im Halbschatten des Lebens

und sah die Früchte fallen,

die wilden Rosen sterben,

mitten im Gedicht.

Und die Worte verblassen

wie die Farben.

mitten auf der einsamen Insel

blieben die Worte ungesagt

mitten im Gedicht

©Émilia

 

Spuren im Sand

Die Spuren deiner Schritte

waren vor einem Augenblick

doch noch so lebendig, noch so tief

Sie verlieren sich in diesem Augenblick

im silbergraufarbenen Sand…

Der Sand verliert sich

in einer Welle

die das Meer schäumend über den Sand wirft,

wie eine meerblaufarbene flauschige Decke

und bedeckt das Parfüm

einer vergeblichen Liebe mit Meeresduft.

Nur noch einen Augenblick,

nur noch einen Wellenschlag

und das Meer nimmt seine Muscheln zurück

und mein Herz wird leer sein von dir.

©Émilia (12. Juli. 2009)

 

ein anderes Schreiben

l’éprise des mots

Ich versuche hier auf eine andere Art zu schreiben. Ich hatte schon einmal vor ungefähr 10-12 Jahren begonnen auf diese Art zu schreiben, dann habe ich es total aufgegeben.
Die Anfänge sind immer etwas holprig. Ich laß einige Manuscripe noch einmal durch und ich fand ich schrieb damals besser. Metaphorischer, lyrischer…..ich sprach niemanden damit an. Ein lockeres Schreiben, einfach aus dem Gefühl, aus den Gedanken heraus. 
Vor 10-12 Jahren war ich zu meinen Gedanken, zu meinen Gefühlen etwas objektiver, etwas distanzierter. Ich war nicht aufgewühlt, nicht euphorisch, nicht traurig, nicht überglücklich.
Ich liebte auf eine andere Art. 

Nun versuche ich erneut so zu schreiben. 

Am Freitag Abend habe ich mir noch zwei Ordner aus der Praxis mitgebracht. Es muss ja auch alles seine kaufmännische Ordnung haben. Die Monatsabrechnung, die Überweisungen, die Gutschriften müssen regelmäßig kontrolliert werden. Ich habe die Leasingraten und andere Rechnungen überwiesen.

Am Samstag war Familientag. Die Mädels haben sich gefreut endlich wieder einmal mit in die Stadt zu dürfen. 
Omi Elke wollte mitfahren, damit sie ihre bescheidenen Vorräte auffüllt. Sie achtet auf jedes Gramm was sie ißt und kauft immer nur für 2-3 Tage ein.
Low-carb….und jeden neuen Mist macht sie mit, obwohl sie es gar nicht nötig hätte. Nun ja, vielleicht hat ihr mein Vater oft eingeredet, sie wäre fett. Hat er bei Mama auch immer gesagt. Nur Mama war von Natur aus sehr schlank und ließ sich eh von niemandem etwas einreden. 
Bevor wir den Supermarkt betraten, wurden einige Regeln durchgenommen. Es wird nichts angefasst, es wird nicht gerannt und es wird nichts in den Einkaufswagen gelegt, außer ich erlaube es.
Bevor wir zur Kasse gingen fragte ich “ haben wir alles?“ Oma Elke suchte …..was wohl……Sagrotan…..ich denke sie fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut wenn sie keine Sagrotan-Artikel im Haus hat.
„Ein Eis für alle, weil wir so artig waren,“ lud ich sie ins Eiscafé um die Ecke ein. Das ist das leckerste Eis das ich je gegessen habe.
„Nicht schmutzig machen!“ rief Zoé aus. „Ganz langsam essen!“
Sie hat ihre Lektion gelernt. Letztens bekam sie einen stechenden Eis-Kopfschmerz und brüllte wie am Spieß bis er abgeklungen war. Zuerst weigerte sie sich warmes Wasser als Gegenmittel zu trinken. Aber als Noelle auch warmes Wasser trank  – alles was Noelle macht ist gut – trank sie es auch und dann lachte sie weil „Kofweh weg“ urplötzlich war.
 „Zauberwasser?!“ sie wusste genau was fehlte. Also bestellte ich eine Flasche ungekühltes(pipiwarmes) Mineralwasser.
Lars hat sich total den Grillmeistern Pá und René angepasst.
Pá kam mit seinem Veló angerast und stellte einen Henkelkorb mit Gemüse auf den Terassentisch. 
„Die musste ich ernten, der Regen lässt sie sonst aufplatzen.“
Manchmal ist Familie eben nervig.
Ich mag keine Auberginen. Wenn die nicht frisch geerntet zubereitet werden, schmecken die bitter oder pikant. Panierte Auberginen …..schmecken wie unreife Wassermelonen.
„Gibt 4 – 5 Gläser 250 ml Brotaufstrich.“ meinte Pá
„Aber ja, außer dir und mir ißt ihn bestimmt niemand. Und deswegen so viel Arbeit.“ beschwerte ich mich. Aber ich möchte auch kein Essen wegwerfen. 
Tante zu fragen wie dieser Aufstrich zubereitet wird, ist sinnlos. Tante ist bestimmt mit ihren Gedanken beschäftigt.
Ich rief Tante an und fragte sie danach.
„Warte ich komm zu euch!“ sagte sie.
Sie gab das Kommando.
Alles abgewogen was im Korb war und was ich noch in der Vorratskammer hatte, ergaben:
4 kg Auberginen
-3 kg Paprika rot
-3 Stück Jalapeno
-700 g Zwiebel
-700 ml Tomatenmark
-500 ml SonnenblumenÖl
-4 Lorbeerblätter
– Pfeffer beliebig
– 3 Teelöffel Salz(wir verwenden nur Meersalz, seit Mama es in die Küche eingeführt hat)
– 1Teelöffel edelsüß Paprikapulver
Die Auberginen, Jalapeno und die Paprika werden gegrillt(man kann sie auch im Backofen grillen aber die ganze Küche riecht danach. es sei denn die Abzugshaube ist auf max. eingestellt. In ein Sieb geben und etwas abtropfen lassen. Ich verwende nichts aus Plastik. Auch die Paprika, Jalapeno und Auberginen werden jeweils durch den Fleischwolf gedreht, mit dem Mixer püriert, oder mit dem Kitchenaid püriert. Wie auch immer es bequemer ist.
Danach wird die die Auberginenhaut und die Paprikahaut schön zart abgezogen. 
Die Zwiebeln (geschält) und mit der Küchenmaschine ganz fein gehackt, oder durch den Fleischwolf gedreht.
Die Zwiebeln in Öl glasig dünsten, das Salz dazugeben und umrühren, danach das Tomatenmark und die Lorbeerblätter beimengen. Nur kurz auf niedriger Stufe aufkochen lassen. Danach werden die zermalenen Auberginen und Paprika dazu gegeben.
Die restlichen Gewürze dazumengen, langsam köcheln lassen, viel rühren, damit die Masse sich nicht am Topfboden festlegen kann. Wenn sich ein paar Tropfen Öl an der Oberfläche sammeln ist der Aufstrich fertig. Wir füllen die Gemüsemasse in sterilisierte(saubere und mit heißem Wasser ausgespülte) Gläser, die wir bis zum nächsten Tag in eine Decke gewickelt lassen.
Mit frischem Baguette, Ciabatta, oder Weißbrot ist es sooo lecker. Ich hatte Olivenbaguette da und es bekam eine besondere mediterane Note dadurch. Und die Mädels haben sich wie hungrige kleine Wölfe darauf gestürzt.
Lars hat daran gerochen, gekostet, gerochen…. und 3 Scheiben Brot damit verputzt. Immer dieses Getue wenn er etwas nicht kennt.
Aber ja, wir kochen nun mal anders. Gut oder nicht gut….egal und allen schmeckt es.
Es ergab 6 Gläser und es blieb noch etwas in einem Schüsselchen übrig.
Oma hat manchmal anstatt Brot, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln dazu gemacht.