Doch am Ende des Tages trägt mich wieder ein Traum, ohne mich zu fragen.

In einer lauwarmen Sommernacht,

ein Traum führt mich weit weg von mir

Meine Gedanken sind frei von dir, von uns.

Ich lege den Tag in den Traum,

befreie mich von seiner Routine,

wenn die Nacht sich indigofarben legt

über den Traum, finde ich den Weg zu dir.

Und der Traum nimmt mein Herz

ohne mich zu fragen

und trägt mich durch alle Sehnsüchte zu dir

Liebe ich halte dich versteckt

tief  am Grund meines Herzens

wie eine kostbare Perle.

Nur der Traum trägt mich auf seinen Wellen

und spült mich an den  Herzküsten Sand.

Am frühen Morgen schält sich die Sonne

morgenrotfarben aus dem Morgennebel

wie ich aus dem Traum,

sie begrüßt den Tag mit Morgentau in den Augen

und ich mit Tränen aus dem Traum.

Der Tag hält für mich bereit

wichtige Dinge, unwichtige Dinge

Freude und Sorgen

und ich bin wichtig und unwichtig

beflügelt oder müde.

Doch am Ende des Tages

trägt mich wieder ein Traum, ohne mich zu fragen.

 

Verloren im Licht des anderen

Im Licht verloren …
Sie drehen sich in ihren eigenen Räumen,
jeder für sich selbst, an seinem besonderen Ort.
Sehr lange, urlange.
Währen des Tages scheint sie so hell,
wie die Wolken und der Regen es zulassen.
Er wirft auf seine Art, ein sanftes Licht in die Nacht

Sie tanzen Pirouetten die sie trennen, aber auch zusammenführen.
In ihrem Himmel mit vielen Tintenfarben
drehen sie Tag und Nacht in ihrem gemeinsamen Tanz der Ewigkeit
auf ihre eigene Art und Weise, aber immer miteinander verbunden,
in einer dauerhaften Liebe.

Sie scheint heller als sonst, wenn er versucht, ihren Blick einzufangen,
Er schimmert sanft, wenn er in eine neue Phase eintaucht,
Jeder wirft sein Licht auf den anderen,
als ob sie mit aller Kraft den anderen zu überstrahlen versuchen.
Jeder gibt sein Bestes, um für den anderen der hellste Schein zu sein.

Verloren im Licht des anderen,
schwanken sie, zittern sie, unsichtbar für die Welt um sie herum.
Ihre Herzen verbinden sich miteinander,
während sie versuchen, sich nahe zu sein.

©Émilia

Unser Lied

Ich beobachte dich im Schlaf,
sehe die Liebe in deinem schlafenden Gesicht.

An einem Nagel hängt meine Gitarre aus alten Zeiten.
Mit leisen Schritten nehme ich sie von der Wand,
setze mich auf einen Hocker in der Küche
und sanft, fast hauchzärtlich zupfe ich Seite für Seite,
berühre Note für Note so zärtlich wie deine Haut,
so leidenschaftlich wie ein Kuss.

Ein Lied entsteht,
fließt sanft in die Melancholie der indigofarbenen Nacht.
Ich….
ich meditiere singend an alte Zeiten denkend.
An die Kindheit an die Adoleszenz und an die Gegenwart.
An alle Veränderungen, an alle Lieben.
Ich denke an ein Du, an ein Ich, an ein Wir.

Es ist noch frü am Morgen,
die vierte Srunde des neuen Tages zeigt die Wanduhr.
Und meine Finger finden Noten, zupfen Seiten
und ich singe leise, fast nur in Gedanken
nur in Worten die keine Sätze bilden,
die einzeln mehr bedeuten.
Ich singe leise vor mich hin,
das nicht enden wollende Lied.
Wiederhole einige Male
den selben Refrain
und meine Stimme klingt wärmer, süßer
liebevoller, nur die Gitarre klingt lauter.

Sie wagt sich durch meine Erinnerungen.

Sie trägt mich in einen Tag im Herbst,
auf eine von den Nebeln der Zeit verwitterte Bank,
Ein rostfarbener Teppich aus Herbstblättern
liegt vor meinen kalten Füßen.

Du und ich summten das gleiche Lied.
Mein Lied aber nicht unser Lied.
Es brachte uns zusammen auf paralellen Wegen.
Seltsame Wege auf eine Achse.
Ein du, ein Ich, aber kein Wir.
Trotzdem liebten wir uns jeder auf seine Art.
Wir sprachen von Erfüllung und Glück
jeder mit anderen Worten.
Es reichte sein Herz zu öffnen, um Leidenschaft freizugeben.
Doch die Zeit was nicht unsere Begleiterin.

Die Tage vergingen,
die Liebe war wie ein warmer Sommerregen,
wir rannte durch stürmische Augenblicke,
durch Gewitterregen
und fanden immer nach Hause.
Dann kam der Winter, der Blizzard der Liebe,
der unsere Herzen mit Kälte füllte.
Unsere gemeinsamen Augenblicke endeten
mit traurigen Blicken, mit gefrohrenen Lächeln.

Meine Stimme klingt leise, die Worte traurig,
die Gitarre verstummt unter meinen Fingern.

Meine Gedanken verfluchen die Erinnerungen,
diese verdammten Blitzgedanken
die in meinem Herzen ein Gewitter auslösen.

Es ist 20 Minuten nach vier.
Ich hänge die Gitarre an die stumme Wand.
Mein Herz schmerzt,
liegt schwer unter dem Rippenbogen.

Ich beobachte dich im Schlaf,
sehe die Liebe in deinem schlafenden Gesicht.

Der Küchenradio trällert leise unser Lied

Gefühle überfluteten das Herz,
bis alle Dämme brachen.
Ein Gefühlsturm fegte das Blatt vor dem Mund weg
und Worte tanzten mit dem Regen,
kollidierten mit den Wolken und hagelten 
über mich.
Das Blatt……
Das Blatt hat sich ängstlich wieder auf den Mund geklebt,
verschloss die Herztüren und Herzfenster.
Das Blatt……
ach das Blatt hat sich ängstlich wieder auf den Mund geklebt,
verschloss die Herztüren und Herzfenster.
Die Sonne hat doch zwei Gesichter…
eines im Licht und eines im Schatten.
Ich….
Ich trage immer einen Orkan im Herzen
bis sich alle Worte
für einen Gefühlsausbruch gesammelt haben
bis zu den nächsten Gezeiten.

©Émilia

 

 

 

 

 

 

Vielleicht
heißt lieben,
zu lernen,
zu sein
wie ein Baum.
Zu lernen still zu sein,
die Welt sehen und hören,
und die Frühlingssonne,
die Dürre, den Wind
und den kalten Schnee fühlen.
Geduldig sein.
Wurzeln zu schlagen,
zu wachsen
und den Himmel berühren.

Vielleicht heißt lieben,
laut zu sein,
wenn der Wind, der die Äste biegt,
wenn der Wind das Laub durchwirbelt.
Vielleicht ist lieben viel mehr als das.

Momente die sich tief in die Herzwände graben,
und tief  bis in die Knochen.
Vergangene Momente
die sich nie mehr im Traum zeigen.
Verschlungene Erinnerungen
die sich wie ein Festkleid um mich wickeln
wenn ich in einen Traum schlüpfe.
Momente die mich zurück
in die Kindheit zaubern
um die Welt zu verändern
und ich zu klein war

um mein Schicksal zu ändern.

Vielleicht heißt lieben
genau das:
Herauszuwachsen

©Émilia

Ich gehe langsam im Regen

Ich gehe langsam im Regen

und denke dich.

Ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich fühle die fallenden Regentropfen

wie sie die Liebe verdünnen,

verwaschen, verblassen.

Ich gehe langsam im Regen

und fühle der Himmel wird mehr sein

als eine Regenwolke.

Er wird Feuer sein

und die Liebe wird verbrennen

und Asche sein.

Ich gehe langsam im Regen

und ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich sehe das fallende Wasser

wie es die Asche verdünnt, sie wegwäscht

bis zum Nichts

©Émilia