Pour mon ami

Der Zeiger der Uhr rannte und rannte voraus.
Ich sah dich der Zeit hinterherrennen.
Dur ranntest ohne deine Augen irgendwohin.
Ich bin dir gefolgt
Ich schob die vom Sonnenlicht
verblasten rotgemustertenVorhänge,
die abends die Schmetterlinge und Mücken
vom Licht abhalten sollen
zur Seite
und habe das Haus verlassen.

Ich rannte so gut ich konnte
holte dich ein, rannte dir voraus
und stellte dir ein Bein,
um unsere Zeiten miteinander zu synchronisieren.
Ich zeigte dir die Uhr,
aber deine Augen erreichten sie nicht.
Ich klopfte gegen das Glas der Uhr.

Du hieltest die Zeit auf,
schriebst mir winzige Liebesbriefe
auf Bonbonpapier
und maltest Herzchen auf mein Blümchentaschentuch aus Leinen
„Pour ma chère amie“.

Dein Hemd war sehnsuchtbefleckt
Auf deiner Brusttasche war ein klebriger Bonbonfleck.
Damals fragte ich mich ob die Süße durch deine Haut sickerte
und dein Herz versüßte.

Deine Augen sahen mein fragendes Gesicht nicht
aber sie fühlten meine Frage.
Du schenktest mir einen Bonbon
und ich zerbiss in ihn winzige Stückchen.
„Wie ein Schweinchen die Maiskörner zerbeißt“

Wir lachten und lachten
wie Kinder lachen
und konnten nicht damit aufhören.
Wir waren für ein paar Augenblicke synchron
und passten unsere Herzschritte aneinander an

Wir rannten durch das noch grüne Weizenfeld
und die Mohnblumen nickten uns zu.

Damals waren wir Kinder.

Nun rennt jeder seiner eigenen Zeit hinterher.

Ab und zu passen wir die Zeit aneinander an,
trinken einen Café au lait gegen alle Zeiten
und für  mon cher ami und ma chère amie

©Émilia

Elegie einer Liebe

Ja,
manchmal findet man nicht die richtigen Worte.
Doch wenn man sie findet
direkt im Herzen liegend und auf den richtigen Moment wartend,
findet man den richtigen Moment unter vielen Augenblicken nicht.

Ja,
und manchmal kann man nicht einfach sagen
„so ich bin da und ich liebe dich“,
Es gibt unzählige Gründe und Ängste
es nicht zu wagen, es nicht zu sagen.
Man kann nicht gehen, man kann nicht bleiben.

Ja,
und so werden Herzen gebrochen,
und so entstehen die Sehnsüchte,
und so entsteht das Vermissen.

Ja,
so zerbrechen Lieben
zersplittern Träume
und es bleibt nur ein Lied
eine Elegie einer Liebe


©Émilia

Lass es Asche werden

Wenn du gehst nimm mit dir
in deinem Wanderrucksack mein Herz,
falls du dursten solltest.
Sieh nicht zurück
zu meinem inerten Körper
zu meinem Mund ohne Worte
und in meine leergeweinten Augen.

Wir legten einmal
meine Sehnsucht,
deine Sehnsucht
Tränen und Regen
in eine gemeinsame Wolke
zwischen Worten versteckt.

Ich werde nie wissen
ob die Wolke regenvoll, tränenvoll wurde.
Ich habe keine Tränen mehr.
Das ist alles.
Worte gefangen in der Stille,
aus Angst vor der Donnerwolke.
Das ist unsere ganze Liebe
– eine Wolke aus Worten und Tränen.

Am nächsten Tag
konnten wir und weder Herz noch Hände einander reichen
und zwischen Worten regnete es.
Regen war unser Hymnus.
Der Wind des Schweigens zwischen uns
die kalten Hände haben wir in Handschuhe gesteckt
und das Herz eingemauert.

Deine zärtliche Umarmung,
dein hauchzarter Kuss
mochte  noch einmal Mal entfachen
die Glut im Herzen die noch nicht zu Asche wurde.

Wenn du jetzt gehst,
nimm mein Herz mit dir,
Und wenn die Tränen nicht reichen,
wenn der Regen nicht reicht,
um deinen Durst zu stillen,
suche dir keine Wasserquelle
an der dumein Herz erneut füllen kannst.

Lass mich nicht wissen wo du bist,
wenn unter der Asche noch Glut weilt.
Ich suche nicht nach noch lebendigen Liebe
in mir, in dir, in uns.

Lass mein Herz Asche werden
Lass es Asche werden.

©Émilia

Beinahe

Beinahe

hätte ich dich geliebt,

du hättest mich geliebt

beinahe.

Schmetterlinge

sind unsere einzigen Küsse

durch versteinerte Augenlider

beobachten wir uns still.

fels

 

Beinahe hätte ich die geliebt

du hättest mich geliebt beinahe.

Heute wachsen uns Blumen

in den Haaren.

Anstatt unsere Tränen

gießt uns der Regen.

Nur noch der Wind

führt uns zusammen

und trennt uns zugleich.

Nur die Liebe umarmt uns verzweifelt zugleich

in einem Lied

und jeder Herzschlag ist Note und Klang.

Du bist mir nah und doch weit weg

und ich bin dir weit weg

beinahe hätte ich dich geliebt

du hättest mich geliebt beinahe.

Die Sonne wärmt uns

und ihre Berührung verbrennt uns.

Du bist mir fast ewig

ich bin dir fast ewig,

versteinert im Augenblick

seit dem wir uns ineinander verliebten

Und müde von uns,

von unserer Nähe und Ferne

wird der Wind uns verwehen,

der Frost uns erfrieren,

mit dem Sand verden wir verschmelzen

das Meer uns verwandeln

in eine uferlose Liebe

©Émilia

Doch am Ende des Tages trägt mich wieder ein Traum, ohne mich zu fragen.

In einer lauwarmen Sommernacht,

ein Traum führt mich weit weg von mir

Meine Gedanken sind frei von dir, von uns.

Ich lege den Tag in den Traum,

befreie mich von seiner Routine,

wenn die Nacht sich indigofarben legt

über den Traum, finde ich den Weg zu dir.

Und der Traum nimmt mein Herz

ohne mich zu fragen

und trägt mich durch alle Sehnsüchte zu dir

Liebe ich halte dich versteckt

tief  am Grund meines Herzens

wie eine kostbare Perle.

Nur der Traum trägt mich auf seinen Wellen

und spült mich an den  Herzküsten Sand.

Am frühen Morgen schält sich die Sonne

morgenrotfarben aus dem Morgennebel

wie ich aus dem Traum,

sie begrüßt den Tag mit Morgentau in den Augen

und ich mit Tränen aus dem Traum.

Der Tag hält für mich bereit

wichtige Dinge, unwichtige Dinge

Freude und Sorgen

und ich bin wichtig und unwichtig

beflügelt oder müde.

Doch am Ende des Tages

trägt mich wieder ein Traum, ohne mich zu fragen.

 

Wenn

Wenn jemals dein ruhiger Blick
durch die Vorhänge des Nebels dringen könnte,
um mein Herz zu erreichen,
würde ich jeden Morgen meine Herzhäute nach außen wenden
ohne Angst oder Verlegenheit und ohne Scham.

Ich würde dir zeigen, was im Schatten meiner Worte liegt
und wo ich meine unausgesprochenen Worte versteckt halte.
Worte voller Liebe die mein Herz freilegen,
Worte die all den Schmerz vergangener Tage beinhalten
die anderen, die wie Messer schneiden um zu verletzen.

In dem von fremden Spuren unberührten Wald der Worte
würde ich mich mit dir verlaufen.
Dein Herz würde ich rufen
und gemeinsam alle unruhigen Gedanken finden und entziffern,
haufenweise Emotionen und Gefühle wie Wildblumen entdecken und bewundern.

Auf den Knien unter der Trauerweiden nach der Tränenquelle suchen,
im klaren Tränenwasser die müde Stirn kühlen,
um zu fühlen wie unsere Seelen sich aneinander klammern
in den klaren Wellen aus Tränen.

Wenn du jemals mit mir durch den Wald der Worte gestreift bist
und du ihr Zittern gefühlt hast,
wenn wir Zeit und Raum miteinander geteilt haben
und manchmal die gleiche Liebe und die gleichen Gedanken hatten,
es bedeutet, dass wir verstanden haben,
was wir waren, was wir sind
und was wir sein werden.
Es bedeutet, dass wir unser Herz zeigen ließen
was wir aus Seelenziegeln  gebaut und nicht gebaut haben
und ob uns unsere Liebe uns getragen hat.

©Émilia

So viel mehr

Ich habe aufgehört

dich zu denken,

auch wenn Blitzgedanken

mich zu dir leiteten.

Ich entscheide mich stattdessen,

gegen Gedankengewitter anzukämpfen,

indem ich meine Sehnsucht

über Sonnenaufgänge und Abendrote lege,

wie ein seidiger Schal,

damit die Tage irgendwie vollständig wirken.

Ich lächele schweigend,

während ich meinen Blick

über eine sonnenverwöhnte Landschaft voller Farben schweifen lasse

und ich halte inne,

um die Magie in mich aufzunehmen.

Es ist in dem Moment,

in dem ich endlich sehe, wie ich Liebe unterschätzt habe,

die am Ende des Tages so viel mehr ist als ein Kuss.

©Émilia

Eine Reise im Kreisverkehr

Eine Reise im Kreisverkehr,

gegen viele Hindernisse stoßen,

viele Hindernisse umfahren,

endlose Umwege fahren,

Eingebettet im Kreis und hängen bleiben,

weil ich die Tendenz habe, mich zu verfahren,

wenn ich unsicher bin, in meinen Gefühlen.

Dann hülle ich mich ein im alltäglichen Umhang der Routine,

während ich versuche, mich vor dem Rest der Welt zu verstecken.

Und ich frage mich manchmal,

warum du für die Liebe so blind bin.

Mein Herz erholt sich kaum,

wenn ich von einer Wand an die nächste stoße … eine größere …

eine, die mich weg wirbelt … anstatt zu der ich gehöre drängt.

Wann werde ich endlich aufhören Mauern zu bauen

und einfach leben und lieben.

Wann werden ich aufhören, der Routine zu folgen?

Ich verschwende so viel wertvolle Zeit und Energie,

indem ich auf mein Herz aufpasse

damit es keine Sprünge macht in eine verbotene Liebe

Also, ich möchte mich nicht verlieren

ich möchte meine Herzmauern nicht einreißen.

Die Verantwortung die ich trage ist zu groß

um vom Weg abzufahren ins Ungewisse.

Unser Lied

Ich beobachte dich im Schlaf,
sehe die Liebe in deinem schlafenden Gesicht.

An einem Nagel hängt meine Gitarre aus alten Zeiten.
Mit leisen Schritten nehme ich sie von der Wand,
setze mich auf einen Hocker in der Küche
und sanft, fast hauchzärtlich zupfe ich Seite für Seite,
berühre Note für Note so zärtlich wie deine Haut,
so leidenschaftlich wie ein Kuss.

Ein Lied entsteht,
fließt sanft in die Melancholie der indigofarbenen Nacht.
Ich….
ich meditiere singend an alte Zeiten denkend.
An die Kindheit an die Adoleszenz und an die Gegenwart.
An alle Veränderungen, an alle Lieben.
Ich denke an ein Du, an ein Ich, an ein Wir.

Es ist noch frü am Morgen,
die vierte Srunde des neuen Tages zeigt die Wanduhr.
Und meine Finger finden Noten, zupfen Seiten
und ich singe leise, fast nur in Gedanken
nur in Worten die keine Sätze bilden,
die einzeln mehr bedeuten.
Ich singe leise vor mich hin,
das nicht enden wollende Lied.
Wiederhole einige Male
den selben Refrain
und meine Stimme klingt wärmer, süßer
liebevoller, nur die Gitarre klingt lauter.

Sie wagt sich durch meine Erinnerungen.

Sie trägt mich in einen Tag im Herbst,
auf eine von den Nebeln der Zeit verwitterte Bank,
Ein rostfarbener Teppich aus Herbstblättern
liegt vor meinen kalten Füßen.

Du und ich summten das gleiche Lied.
Mein Lied aber nicht unser Lied.
Es brachte uns zusammen auf paralellen Wegen.
Seltsame Wege auf eine Achse.
Ein du, ein Ich, aber kein Wir.
Trotzdem liebten wir uns jeder auf seine Art.
Wir sprachen von Erfüllung und Glück
jeder mit anderen Worten.
Es reichte sein Herz zu öffnen, um Leidenschaft freizugeben.
Doch die Zeit was nicht unsere Begleiterin.

Die Tage vergingen,
die Liebe war wie ein warmer Sommerregen,
wir rannte durch stürmische Augenblicke,
durch Gewitterregen
und fanden immer nach Hause.
Dann kam der Winter, der Blizzard der Liebe,
der unsere Herzen mit Kälte füllte.
Unsere gemeinsamen Augenblicke endeten
mit traurigen Blicken, mit gefrohrenen Lächeln.

Meine Stimme klingt leise, die Worte traurig,
die Gitarre verstummt unter meinen Fingern.

Meine Gedanken verfluchen die Erinnerungen,
diese verdammten Blitzgedanken
die in meinem Herzen ein Gewitter auslösen.

Es ist 20 Minuten nach vier.
Ich hänge die Gitarre an die stumme Wand.
Mein Herz schmerzt,
liegt schwer unter dem Rippenbogen.

Ich beobachte dich im Schlaf,
sehe die Liebe in deinem schlafenden Gesicht.

Der Küchenradio trällert leise unser Lied

Vergiss

Ich bitte dich mich aus Herz und Sinn zu streichen.

Vergiss die Tage und Nächte mit mir und ohne mich.

Steiche aus dem Sinn mein Lachen, mein Weinen.

Vergiss meine Augen

und wie sie dich mit Liebe am frühen Morgen #

und in liebenden Nächten ansahen

und wie traurig sie dich am Ende der Liebe ansahen.

Welche Farbe mein Vermissen hatte

und wie grau meine Traurigkeit war, streiche aus deinem Herzen

und aus deinen Sinnen.

Vergiss den Klang meiner Stimme,

die Liebe und die Traurigkeit darin.

Vergiss, dass ich dich mehr liebte als mich selbst

mehr liebte als du dich selbst lieben kannst.

©Émilia