Ich bin unter Menschen nicht gesprächig. Ich beginne nie ein Gespräch mit wildfremden Menschen.  Ich bin nicht menschenscheu. Ich gehe unter Menschen, stehe daneben wenn sie über ihr Wochenende, über ihr Leben und über ihre Lieben erzählen. Ich sitze neben ihnen und höre zu. Ratschläge kann man von mir keine erwarten. Jeder muss selbst für sich entscheiden können. Ich mag es auch nicht, wenn jemand seine Nase in mein Leben steckt.

„Sir redet nicht viel,“  sagt man über mich. Viele schätzen das. Sie reden und ich höre zu.

Beruflich habe ich viel zu sagen und muss auch viel reden, damit nicht nur davon Leben kann, sondern auch meine Angestellten.

Noch werde ich dafür geschätzt, aber auch das kann sich schneller als man denken kann ändern. Man zählt auf mich und ich trage die große Verantwortung.

Meine Angestellten wissen es zu schätzen, dass ich mich an alle Richtlinien halten. Ich habe ihnen überraschend einen Bonus zukommen lassen. Ein kleines Dankeschön, ein kleines Geschenk. Es wird zwar versteuert, aber es bleibt etwas übrig für Bonbons und das ist es was zählt. Sie waren alle überrascht, hatten nicht damit gerechnet, nicht in dieser Krise. Sie alle fanden es als eine anerkennende Geste.

Ich….lange genug mit Lars daüber diskutiert…..hatte das Gefühl, ich würde sie für mich kaufen wollen.

„Aber ich bitte dich, wieso sollten sie das denn denken? Wenn sie ein besseres Angebot bekommen oder wegziehen, wird ein Geschenk sie doch eh nicht halten. Mach dir keine Gedanken, was sie denken könnten.“

Vielleicht habe ich noch nicht überwunden, dass viele Hobbypsychologen ihren Seelentomographen falsch angewendet haben und versucht haben meine Schichten des Ichs durchzuwühlen, um zu verstehen wieso ich nicht so bin wie sie es gerne von mir hätten.

Es gibt sehr wenige Menschen in meinem Leben. die mich so annehmen wie ich bin. Danke dafür.

„Ich weiß nicht was du denkst, ich weiss nicht was du fühlst und ich weiss nicht wer du bist.“

Für meine Angestellten ist es nicht wichtig mein Gefühlsleben zu kennen. Einige kennen mich als ich noch ein kleines strubbeliges Mädchen war und meine Hausaufgaben in den Privaträumen der Praxis meiner Mutter machte und vergleichen mich in jeder Geste in jedem Handeln und sogar im Aussehen  mit ihr.

Aber ich habe auch die Ungeduld, die Ironie und den Sarkasmus meines Vaters geerbt. Mein Vater war 51 Jahre alt als wir (von ihm nicht gewollt) geboren wurden.  In den Augen eines Kindes ist er ein alter Mann. Seine latente Aggression, seine Kontrolle gegenüber meiner Mutter hatte mich dennoch geprägt. Ich möchte nicht wissen wie er war, als er jünger war, als er noch viel Kraft hatte. Als Kind hatte ich vor ihm große Angst. Sein Brüllen hallte ihm Raum. Uns Kinder hat er abgöttisch geliebt. Nie hätte er seine Hand gegen uns gehoben. Aber seine Konrtolle bei Mama und seinen Spott, den er ihr ins Gesicht schrie, seinen akribischen Ordnungssinn, seine Agression wenn etwas nicht in seine Routine passte,  waren Grund um eine Distance aufzubauen. Und diese Distance ist unbewusst auch gegen Menschen gerichtet.  Erst als ich fast erwachsen war, hatten wir ein gutes Verhältnis miteinander. Er war stolz auf seine Kinder und das zeigte er erst im Alter. Im Alter wurde er ein andere Mensch. Erst dann zeigte er sein Wissen. Er hatte ein ausgeprägtes Allgemeinwissen. Diese alte Wissen wie man baut, wie man installiert, wie man repariert. Das könnte ich jetzt gebrauchen. Ich habe nur das, was ich über die Schulter sehen“ aufgefangen habe. Es ist relativ wenig.

Bei mir dauerte das Erwachsenwerden urlange…..ich bin zu allem Neuen und zu allen Neuen Menschen distanziert. 

Ich werde nicht warm! Ich werde nicht warm!

Und es hat lange gedauert bis ich jemanden gefunden habe, bei dem ich mich fallen lassen kann, den es nicht stört, wenn ich frech, unkontrolliert und kindisch bin. Jemand der mich nicht zähmt und erklärt wie das Leben geht.

Also bin ich eine Mischung aus beiden Elternteilen. 

Ich war lange genug, das kleine behütete kleine Mädchen, das metaphorisch gesehen, nach einer langen Urlaubsfahrt mit dem Auto, am Urlaubsort, das Gefühl den Ankommens hatte. Eine Sicherheit und Geborgenheit trotz allen Streitigkeiten zwischen uns.

Doch nun bin ich mehr als erwachsen, muss selbt Geborgenheit und Sicherheit geben, und lerne immer noch, meine Fähigkeiten zu verbessern, mir selbst und allen um mich herum mehr Gegorgenheit und Sicherheit zu geben.

Harte Arbeit für mich.

Deshalb die stille Bank für mich – metaphorisch meinen inneren Rückzug um klar zu werden, um meine innere Schüchternheit zu frönen. Ich brauche diese innere Stille für mich. Ein Ort der Stille, die stille Bank die alle Gefühle geduldig annimmt und mich nicht belehrt, wie ich zu sein habe, wie man mich gerne sieht.

Irgendwie brauchen wir alle eine stille Bank. Ein Bank die uns so annimmt wie wir sind, die uns stumm und geduldig zuhört, die keine Ratschläge gibt.

Es wird so schön sein wie du weißt …

Habe ich dir heute gesagt, dass ich dich liebe?
Ich weiß es nicht mehr,
ich bin in Gedanken versunken,
aus Liebe, habe ich dir so viele Zeilen geschrieben
durch die Zeit,
ohne zu wissen, ob du sie liest,
ob sich für dich so lebendig sind
wie deine Liebkosungen alle Tage für mich
Fragmente, winzige Augenblicke,
ein Vers, ein Gedicht, ein Lied
fließen aus dem Herzen, aus den Gedanken
ohne zu wissen, ob du es weißt, dass ich liebe …

Habe ich dir heute gesagt, dass ich dich vermisse?
wie eine Blume auf dem Feld ohne Blütenblätter,
stehe ich da sehnsuchtdurstig nach dir
unter dem blauen Himmel, ohne Wolke,
kein Tropfen Regen fällt auf mich
und ich habe Durst nach dir
unter der Sonne.
Mein Herzschlag ist allein viel zu leise
und ohne Echo ist meine Stimme nur Flüstern.
Ich fühle nur wie sehr ich dich vermisse.

Habe ich dir heute gesagt, dass ich dich liebe?

Ich fühle dich, liebe dich, lebe dich
wenn die Stille sich über meine Augenlider legt
wenn Träume mit dir in mein Herzhaus kommen,
liebe ich dich  mit Feuer und Leidenschaft
Es wird so schön sein wie du weißt …

©Émilia

Les mots

Derrière mes mots, il n’y a rien.
Seulement quelques sentiments anciens
Qui ne savent pas faire sortir
L’émotion de mon plus simple désir.

Et ton ombre les cache bien,
Ces mots qui déchirent mon poitrail
Quand il m’arrive soudain
De vouloir percer une muraille.

Ou un mur sur lequel tu déteins.
Un mur imprégné de ces mots,
Des mots qui te vont si bien
Et qui me collent à la peau.

Derrière mes mots, il n’y a rien.
Ou plutôt, il n’y a que toi.
Mais qui suis-je ? Je ne suis rien
Pour croire que tu t’intéresses à moi.

©Émilia

Es ist September zwischen uns

Es ist September zwischen uns
herbstlich still, erntegelb und rostrotfarben
die Sonne scheint noch sommerwarm
doch es ist schon etwas herbstkühl,
Ich lege meine müden Flügel auf die Bank zum trocknen,
doch meine Füße gehen weiter
gehen neue Wege.

Ich gehe sehen, verstehen, vergessen, finden.
Ich gehe wissen
ob die Sehnsucht mich zu dir zieht
weiser und anders und mit weniger Fragen
an die Liebe.
Ob es noch zu früh ist, oder schon zu spät
oder die Zeit ist um und die Liebe weg.
Ob sie noch da ist
mit all ihren Farben,
mit all ihren Herzschlägen
mit jedem Atemzug.

Es ist September zwischen uns
und es duftet nach sommerverbrannten Blättern
nach Ernte und Verwüstung,
nach Süße und Schwere,
nach Salztränen und reifen Früchten.
Noch haben wir bunte Träume, warme sanfte Sehnsüchte
Nächte mit viel Liebe
und wunderschöne rostrote Morgen.

Ich will sehen, entdecken
alle Herbstfarben in uns.
Die Ernte in uns,
die Süße,
das Bittersüße.

Ich warte darauf,
dass der Zenit mich mit einem leidenschaftlichen Refrain einfängt,
mich heraushebt,
mich hochhebt und mit mir den Tanz der karminroten Liebe tanzt,
bis ich zum Morgengrauen
in meinem nassem Haar verflochten
unter einem Seidenlaken einschlafe.

Und du wiegst mich mit dem Laken wie ein Neugeborenes
bis die Zeit sich rückwärts dreht
und uns mit einem letzten Vers entzaubert. .
Seufzend mit kussverbrannten Lippen
singe ich den Refrain aus einem seltsames Lied
eine Art neuen Zauber
und lege mich auf meine morgentaunassen Flügel
und warte auf deinen entzaubernden Morgenkuss

©Émilia

Ruptur

Am Rande des Ichs
all die Gefühle, all die Emotionen,
alles Logische und Unlogische

wie Treibgut
an der Meeresküste angesammelt.

Und dann ein winziger Riss,

eine nichtige Ruptur,
nicht der Rede wert,
im viel zu lange getragenen Kleid
aus Alltagsseide und Gewohnheitsperlen.
Eine unsichtbare diskrete Naht
im Herzgewebe.

Doch irgendwann riss das Kleid
in den Nähten
und ich verlor alle Perlen
ich verlor alle Fäden
aus der Hand.

Ich verlor mich selbst.

und entsäumte mich
rational unbewusst,
bewusst ihm Herzen,
bewusst im Fühlen

Für einen Augenblick der Zeit war ich
meiner Nacktheit bewusst,
ich war dann
nur….
Frau
sonst nichts….
unerklärbar …
unkontrollierbar.

Begehrt
geliebt
liebkost
verschlungen
lebendig
leidenschaftlich
nur Frau
sonst nichts
in meinem Ich
und ich war mir alles
ich war ihm alles
er war mir alles

©Émilia

Liebe schmeckt nach grünem Apfel.

Ich habe in einen grünen Apfel gebissen,

so im Vorbeigehen, so für mich hin.
Die Leidenschaft mit der ich zubiss
erschreckte und erstaunte mich.
Ich wusste nicht 
wie viel ich davon in mir schlummerte.
Unter dem Baum
im hohen Gras,
zischte lachend die Schlange.
Wer hat wen verführt?
Liebe schmeckt nach grünem Apfel.
Süsssauuer.

dein Blick

Es ist etwas das bei mir bleibt
-dein Blick im Augenblick-
in meinen Augen,
auf meinem Gesicht
dein Blick
Er spiegelt sich in meinen Augen
wie ein Schatten.
Verflechten wir
unsere Blicke
unter geschlossenen Augenlidern
damit etwas übrig bleibt
von dir bei mir
von mir bei dir
nach dem Augenblick
der Blick

©Émilia