Fragile Träume

Alles Leben schmolz wie Schnee,

alle Träume fielen wie ein Wasserfall

in einen reißenden Fluss.

Von all der Liebe blieben

ein blauer Himmel und ein blasser Stern.

Der Wind singt leise seine Elegie zwischen den Bäumen.

Die Blumen wiegen sich im Trauertanz

Die Leere verliert sich in der Stille.

Das Wasser ist still damit sich der Himmel darin spiegeln kann.

Die Tanne steht mit den Ästen in den Wolken

und denkt an die weiße Wolke, die sie in einem Traum geküsst hatte.

Das Leben atmet Frühmorgennebel aus.

Ich wünschte ich könnte das Universum in der Hand halten

wie ein silberfarbenes Medaillon

und denken, dass das Leben nur ein unbedeutender winziger Punkt sei.

Doch ich fühle es als ein riesiger Ball

voll mit endloser Liebe

der sich  meiner Erinnerungen  zuwirft und sagt:

„Lebe mich!“

Eine Erinnerung lang und für einen Traum

bin ich Liebende.

Dann öffne ich die Augen und sehe eine Wolke vorbeiziehen.

©Émilia

Ich gehe langsam im Regen

Ich gehe langsam im Regen

und denke dich.

Ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich fühle die fallenden Regentropfen

wie sie die Liebe verdünnen,

verwaschen, verblassen.

Ich gehe langsam im Regen

und fühle der Himmel wird mehr sein

als eine Regenwolke.

Er wird Feuer sein

und die Liebe wird verbrennen

und Asche sein.

Ich gehe langsam im Regen

und ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich sehe das fallende Wasser

wie es die Asche verdünnt, sie wegwäscht

bis zum Nichts

©Émilia

Die zerissene Kette

Wie der Zufall es wollte, begegnete sie ihm auf der Straße. Nach einer kurzen Begrüßung mit einem knappen „Hallo“, so wie Fremde sich begrüßen, sagte er zu ihr:

„Ich hoffe du konntest deine Gefühle für mich und deine Gedanken über uns sortieren und du hast deinen Frieden gefunden.“

„Aber ja,“ antwortete sie knapp und ihre Gedanken waren sehr weit weg von ihm. „Ich habe meinen Frieden. Ich habe dich fast vergessen. Ich kann dir wie eine Fremde begegnen.“ Sie sah an ihm vorbei,  beobachtete die Menschen auf der anderen Straßenseite.

„Ich hoffte, dich irgendwann wieder zu sehen.  Ich hoffte immer, ich würde dir dann in die Augen sehen und ich würde lächeln. Ich würde das stolzeste Lächeln für dich auf meinen Gesicht haben. Und ich wünschte mir, du würdest mir in die Augen sehen, mich anlächeln und würdest meine Haare zerwühlen und „Strubbel“ rufen, weil es dir immer Spaß machte meine Haare zu zerstrubbeln. Und ich…… ich werde nie aufhören, dich dafür zu lieben. Ich vermisse deine Finger im meinen Haaren. Ich habe dich all die Zeit vermisst.“ sagte er leise.

Sie sah ihm in die Augen als sie antwortete: „Ich hoffte dich nie wieder zu sehen. Und ich hoffte ich könnte dir irgendwann wie eine Fremde begegnen. Das was von dir übrig blieb ist eine zerissene Goldkette die meine Mama zum Examen geschenkt hat. Ich habe sie immer noch nicht repariert. Zu sehr erinnere mich noch an deine wütenden Hände, die glaubten mich damit erwürgen zu können. Lass mir meinen Frieden, lass mich dich ganz vergessen.“

Sie machte ein paar Schritte zurück, drehte sich um und rannte davon.

Eines Tages brachte sie die Kette zum Juwelier und ließ sie reparieren. Ein Zeichen, sie hat ihn vergessen.

Chaos

Ich habe diesen blutroten Apfel zu dir gebracht

und bin in der Mitte meines Traums aufgewacht

Ich habe Chaos erschaffen,

das unser Leben erfasst hat.

Stell dir vor wie erschrocken wir waren,

als wir unsere Liebe zueinander fühlten,

als wir unsere Emotionen verstreut haben

Wir liefen barfuß und mit nackter Seele umher.

Als ich begriff,

dass ich der Liebe Chaos in unser Leben gebracht habe

in unser Herz und in unsere Sinne.

Ich habe diesen blutroten Apfel zu dir gebracht

ohne zu wissen, wie schlimm es sein wird

der Liebe Kern dir zu schenken.

Und nun ich kann nicht mehr zurückgehen,

um meinen Traum zu beenden.

©Émilia