Tagesanbruch

Im verschlafenen Haus heute Morgen,
das Licht des Morgensterns,
das durch das offene Fenster blitzt.
Ein Stern, der übernacht geblieben ist.
Ich ging langsam die Treppe hinunter,
ging in den Garten,
an den Blumen vorbei zu den Bäumen.

In der ruhigen Kühle dieser Morgendämmerung,
im frühmorgendlichen Tau,
die Blumenköpfe noch tiefversunken im Schlaf,
während die Stille
sich in mir
von Kopf bis zu Fuß ausbreitet
sich um mein Herz legt.

Die Laternen vor dem Haus
gehen eine nach der anderen aus
als die Nacht sich langsam zurückzieht
und den unfertig geträumten Traum aus mir heraus reißt
wie ein fehlervolles beschriebenes Blatt.

Zwischen den Blättern in den Baumkronen
haben sich meine Gedanken verloren

Mein Herz ist aus dem Nest gefallen
wie ein nackter flugunfähiger Vogel.

Ich wünschte mir Federn und die Leichtigkeit des Herzens zurück
bedingungslos zu lieben.
In meinem Herzen
die Zärtlichkeit einer jungen Mutter
wurde wach
und ich flog wie ein Blitz zurück
in mein Nest in den Bäumen.

Ich habe Federn und bedingungslose Liebe

©Émilia

Ich gehe langsam im Regen

Ich gehe langsam im Regen

und denke dich.

Ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich fühle die fallenden Regentropfen

wie sie die Liebe verdünnen,

verwaschen, verblassen.

Ich gehe langsam im Regen

und fühle der Himmel wird mehr sein

als eine Regenwolke.

Er wird Feuer sein

und die Liebe wird verbrennen

und Asche sein.

Ich gehe langsam im Regen

und ich sehe die fallenden Regentropfen,

ich sehe das fallende Wasser

wie es die Asche verdünnt, sie wegwäscht

bis zum Nichts

©Émilia

Poème pour L

Tes yeux sont un poème
Que je ne sais écrire
Sans le dénaturer
Une lyre muette
Dont les notes liquides
En mon âme ont coulé
Et mes yeux, en calice
Ont recueilli tes grâces
Et dans mon cœur donné
Ton eau se mêle au sang
Oui, dans ce face à face
Où nos regards s’emmêlent
Est une communion

Manchmal

Manchmal ist es die zarteste Erinnerung meiner Seele an dich.

Dann verweilen meine Gedanken für einen kurzen Augenblick bei dir.

Manchmal sehe ich über dich hinweg.

Manchmal denke ich dich gar nicht.

Manchmal finde ich beinahe keinen Ausweg, keine Lösung dich wegzudenken.

Aus meinem Herzen,

aus meinen Gedanken

aus meinem Leben

©Émilia

Die zerissene Kette

Wie der Zufall es wollte, begegnete sie ihm auf der Straße. Nach einer kurzen Begrüßung mit einem knappen „Hallo“, so wie Fremde sich begrüßen, sagte er zu ihr:

„Ich hoffe du konntest deine Gefühle für mich und deine Gedanken über uns sortieren und du hast deinen Frieden gefunden.“

„Aber ja,“ antwortete sie knapp und ihre Gedanken waren sehr weit weg von ihm. „Ich habe meinen Frieden. Ich habe dich fast vergessen. Ich kann dir wie eine Fremde begegnen.“ Sie sah an ihm vorbei,  beobachtete die Menschen auf der anderen Straßenseite.

„Ich hoffte, dich irgendwann wieder zu sehen.  Ich hoffte immer, ich würde dir dann in die Augen sehen und ich würde lächeln. Ich würde das stolzeste Lächeln für dich auf meinen Gesicht haben. Und ich wünschte mir, du würdest mir in die Augen sehen, mich anlächeln und würdest meine Haare zerwühlen und „Strubbel“ rufen, weil es dir immer Spaß machte meine Haare zu zerstrubbeln. Und ich…… ich werde nie aufhören, dich dafür zu lieben. Ich vermisse deine Finger im meinen Haaren. Ich habe dich all die Zeit vermisst.“ sagte er leise.

Sie sah ihm in die Augen als sie antwortete: „Ich hoffte dich nie wieder zu sehen. Und ich hoffte ich könnte dir irgendwann wie eine Fremde begegnen. Das was von dir übrig blieb ist eine zerissene Goldkette die meine Mama zum Examen geschenkt hat. Ich habe sie immer noch nicht repariert. Zu sehr erinnere mich noch an deine wütenden Hände, die glaubten mich damit erwürgen zu können. Lass mir meinen Frieden, lass mich dich ganz vergessen.“

Sie machte ein paar Schritte zurück, drehte sich um und rannte davon.

Eines Tages brachte sie die Kette zum Juwelier und ließ sie reparieren. Ein Zeichen, sie hat ihn vergessen.

Chaos

Ich habe diesen blutroten Apfel zu dir gebracht

und bin in der Mitte meines Traums aufgewacht

Ich habe Chaos erschaffen,

das unser Leben erfasst hat.

Stell dir vor wie erschrocken wir waren,

als wir unsere Liebe zueinander fühlten,

als wir unsere Emotionen verstreut haben

Wir liefen barfuß und mit nackter Seele umher.

Als ich begriff,

dass ich der Liebe Chaos in unser Leben gebracht habe

in unser Herz und in unsere Sinne.

Ich habe diesen blutroten Apfel zu dir gebracht

ohne zu wissen, wie schlimm es sein wird

der Liebe Kern dir zu schenken.

Und nun ich kann nicht mehr zurückgehen,

um meinen Traum zu beenden.

©Émilia

Ich mag die Art….

Ich mag die Art,

wie die Sonne mich sieht,

– als einen Schatten –

Sie formt die Umrisse meines Körpers,

malt ein Herz,

wärmt mich auf

und hält mich am Leben.

Ich mag die Art, wie der Sand mich sieht

– nur als ein verbeulter Fußabdruck –

Meine Füße schreiben Schritte in den Sand

Aber am Morgen werden sie wieder gelöscht.

Es gibt immer wieder ein neuer Morgen,

ein neuer Tag und einen neuen Anfang,

wissen die Gezeiten.

Ich respektiere

wie das Meer mich sieht

– als ein Wesen das sich von seinen Wellen tragen lässt,

anstatt zu schwimmen und zu tauchen.

Bei Ebbe baue Luftschlösser und Burgen aus Sand

und ich bin Königin bis die Flut kommt

und mir alles nimmt.

Nur ich bleibe stehen

wie ein Schatten mit Herz

und ein paar Spuren im Sand

die das Meer übrig ließ

zur Erinnerung,

dass die Sonne mir Herz und Wärme schenkte

damit mich das Leben sieht.

Ich mag die Art wie mich das Leben sieht

– als einen Menschen der geboren wird,

aufwächst und liebt und dann geht

und alles mitnimmt – das Leben und die Liebe –

die Sonne, die Spuren im Sand und den Schatten mit Herz.

 

©Émilia