Fragile Träume

Alles Leben schmolz wie Schnee,

alle Träume fielen wie ein Wasserfall

in einen reißenden Fluss.

Von all der Liebe blieben

ein blauer Himmel und ein blasser Stern.

Der Wind singt leise seine Elegie zwischen den Bäumen.

Die Blumen wiegen sich im Trauertanz

Die Leere verliert sich in der Stille.

Das Wasser ist still damit sich der Himmel darin spiegeln kann.

Die Tanne steht mit den Ästen in den Wolken

und denkt an die weiße Wolke, die sie in einem Traum geküsst hatte.

Das Leben atmet Frühmorgennebel aus.

Ich wünschte ich könnte das Universum in der Hand halten

wie ein silberfarbenes Medaillon

und denken, dass das Leben nur ein unbedeutender winziger Punkt sei.

Doch ich fühle es als ein riesiger Ball

voll mit endloser Liebe

der sich  meiner Erinnerungen  zuwirft und sagt:

„Lebe mich!“

Eine Erinnerung lang und für einen Traum

bin ich Liebende.

Dann öffne ich die Augen und sehe eine Wolke vorbeiziehen.

©Émilia

Ich denke, dass es oft die Musik ist, die uns von der Vergangenheit bleibt. Es ist Musik die Erinnerungen zurückruft.

Es geht mir oft so – ich höre ein Lied, oder es ist urplötzlich in meinen Gedanken und Erinnerungen breiten sich aus. So, als ob das Lied den Deckel einer auf dem Dachboden vergessene Truhe hochhebt, und alles was sich in der Kiste befindet bekommt Flügel und fliegt heraus. Alle Sehnsüchte, alle Emotionen, alle Liebe, alle Traurigkeiten entfalten ihre Flügel in allen Farben und deren Nuancen und machen das Herz leicht oder melancholisch…..Ich denke, dass das Leben irgendwie voller Musik ist, die man als Erinnerung in sich trägt.

Ich sehe Menschen vor mir, die mir wichtig waren, ich sehe Szenen aus meinem Leben, die ich unbewusst festgehalten habe.
bei manchen Liedern bekomme ich gut Laune und möchte am liebsten aufspringen und tanzen oder herumhüpfen wie ein Kind.
Vor ein paar Minuten während ich mir einen Espresso machte, lief im Radio

aber kaum habe ich die ersten Takte gehört, war alles aus der Küche wie weggezaubert und ich fühlte mich in jenen Winterabend versetzt, in dem das Lied im Radio lief und ich dich fragte: „kannst du tanzen?“

Du sahst mich erstaunt an und sagtest „Ja eigentlich schon.“

Ich nahm deine Hände und führte dich in die Mitte der Küche.

„Tanzen wir!“ forderten ich dich auf.

„Die Fläche ist zu klein, wir ecken überall an.“ Für dich war das urkomisch.

„Egal!“ Ich wollte tanzen. „Wir schmeißen schon nichts um.“

Die Katze war sehr schnell aus der Küche verschwunden. Wir tanzten und lachten und versuchten nirgens anzuecken.

Das Lied hatte heute ebenso eine magische Wirkung auf mich.

Wenn ich das Lied im Radio zufällig höre, denke ich, ob du auch an uns denkst wenn du dieses Lied hörst.

 

Poème pour L

Tes yeux sont un poème
Que je ne sais écrire
Sans le dénaturer
Une lyre muette
Dont les notes liquides
En mon âme ont coulé
Et mes yeux, en calice
Ont recueilli tes grâces
Et dans mon cœur donné
Ton eau se mêle au sang
Oui, dans ce face à face
Où nos regards s’emmêlent
Est une communion

Das Besondere der Regentropfen

Zoé weckt mich seit ein paar Tagen am frühen Morgen exakt um 5 Uhr.

Nach vielen Tagen Sommerhitze, regnete es heute. Ich liebe den Regen und wäre am liebsten in den Garten gerannt und hätte im Regen getanzt wie ein Kind.

„Zoé, nach dem Frühstück gehen wir raus,“ sagte ich zu ihr. Zoe lächelte mich an, ihre kleine Hand hielt meinen Zeigefinger fest.

Das Morgenspiel tut uns beide gut. Sie ist dadurch von ihrem „riesengroßen Hunger“ abgelenkt und ich habe mehr Zeit für ihre Körperpflege.

Sauber und frisch und satt machten wir einen ganz kurzen Spaziergang im Regen.

Zoé machte riesengroße staunende Augen, spitzte den winzigen Mund, als schien sie etwas zu suchen und zu hören. Sie fuchtelte mit Ärmchen und mit ihren Händchen, als würde sie den einen oder anderen Regentropfen einfangen und festhalten wollen.

Die Regentropfen fielen rhythmisch wie Herzschläge auf einen kleinen Mosaiktisch auf der Terasse. Das schien sie zu faszinieren. Sie sah den fallenden zu Regentropfen und lächelte.

Ich lächelte sie an – sie ist meine winzige Göttin.

Plötzlich musste ich lachen.

Ich erinnerte mich am Oma. Ich liebte diese Phase, wo Oma schrittweise zum alten kleinen Kind wurde. Ich liebte nicht ihre Hilflosigkeit, sondern ich liebte die Art wie sie die Welt sah, die Art wie sie ihre Liebe zu mir zeigte, die Art wie sie mir das Leben erklärte, und wie sie schrittweise zum kleinen alten Kind wurde.

Ich besuchte sie in dieser Zeit sehr oft, so gut wie ich meine Freizeit einteilen konnte.  Oma schlief  2017 für immer ein.

An einem Sommertag gab es ein heftiges Gewitter. Es blitzte und donnerte und es regnete in Strömen.

Oma konnte die ganze Zeit sehr schlecht gehen. An jenem Tag vergaß sie, dass sie schlecht gehen konnte und kam zu mir ins Zimmer. Sie packte mich am Arm und wollte mich von der Couch hochziehen.

„Da schießen sie!“ schrie sie mich an. „Hörst du! Der Krieg ist schon viel zu nah. Hörst du Émi?“ schrie sie weiter und zog an meinem Arm.

Ich stellte mich neben die, legte meinen Arm beruhigend um sie. „Omi, es donnert und regnet draußen. Das ist der Regen.“ sprach ich beruhigend auf sie ein.

Oma sah mich an, als würde ich mit ihr in einer Fremdsprache sprechen die sie nicht versteht.

„Es regnet …es regnet….die Erde wird nass.“ sang sie. Und ich ergänze“ Da freuen sich die die Blumen, die Bäume und das Gras.“

Wir standen in einer Umarmung und verloren uns im Lied.

„…und wenn es genug geregnet hat, dann hört es wieder auf“ sang Oma.

Oma konnte noch mit über 80 Jahren gut singen.

Und plötzlich schrie sie: „Huch, ich habe noch Wäsche draußen hängen. Und du was stehst hier herum? Hast du nichts zu tun? Wie sieht es hier aus? Räum sofort dein Spielzeug weg! Hörst du du Bankert? Wenn ich wieder komme, ist alles weg, sonst schmeiß ich alles zum alten Eisen. Alles. Dich auch.“

Ich führte Oma wieder in ihr Zimmer, zog ihre Strümpfe aus und führte sie zu ihrem Ohrensessel am Fenster.

„Es regnet Émi. Weißt was das heißt? Heute müssen wir nicht gießen. Heute können wir faulenzen.“

„Aber ja Omi.“ Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und küsste sie auf die Stirn, wie man ein Kind küsst.“

Man sagt: wenn man ein Kind auf die Stirn küsst wächst es groß.

Ich küsste sie wie ein großes altes Kind. „Es regnet es regnet…“ sang sie wieder und ich ergänzte.

Oma schloss die Augen und schlief sofort ein.

 

Singend ging ich mit Zoé zurück ins Haus. Ihr Ärmchen und Händchen hielten nicht still.

Ich weiß nicht wie lange wir am Fenster standen und den Regen beobachten. Ich weiß aber, Zoé mag den Regen.

 

 

 

 

Zwischen Sternen tanzen(Metapher)

Wir tanzen durch die Nacht,

ein mitternachtfarbenes Laken,

– das Universum hat nur für uns,

Sternschnuppen

in den indigofarbenen Nachthimmel gewebt

– um unsere Körper gewickelt.

Das Gewölbe des Himmels

und die Anmut des hellen Mondes

in spiegelte sich in unseren

mit Liebe getränkten Augen.

Deine Hände an meiner Hüfte führen mich,

durch die mitternächtliche Landschaft.

In der Luft tanzen Glühwürmchen,

während wir uns drehen

werden Berührungen in der Ekstase lebendig

Die Nacht riecht nach Liebe.

Das lodernde Geheimnis der Melodie

ist auf unsere Haut geschrieben

umhüllt uns wie ein warmer

Kokon aus zartsamtiger Seide.

Ich fühle dich

und die Symphonie meines Herzens

wird lebendig….

Ich singe

Ich könnte für immer

von deinen Armen gehalten

in diesem Augenblick leben

Unsere Herzschläge vernoten sich miteinander

unsere Finger verflechten sich ineinander

Doch beide wissen es

für immer wird der Tanz nicht dauern

Kein Tanz hat Ewigkeitsgarantie.

Aber wir sind im Jetzt zufrieden

und es das was zählt.

Lass uns die kurzen Momente genießen.

Das Leben lässt uns unsere die Liebe tanzen,

zwischen den Sternen

in einem Sternschnuppenlaken

unter dem Nachthimmel.

pastellfarbengrün

Die Sonne im Zenit hält das Gleichgewicht des Tages.

Der Himmel ist dem Meer ergeben.

Übrigens,

die Schwäne und Möwen legen sich

im schattigen Gewölbe aus Schilf und Laubwerk schlafen.

Die Nacht bricht herein

indigofarben

und enthüllt auf der Erde die Sünde.

Sinnlich auf den silbernen Laken

sind wir Sklaven einer süßen Liebe.

Am Himmel die Glühwürmchen

gebären Sternchen.

Es ist die feierliche Stunde.

Die Zeit hält den Atem an.

Die Seelen singen ihren süßesten Hymnus.

Und wir flüstern uns alle Liebe

die wir in uns haben durch Herz und Sinne,

durch Fleisch und Blut und Knochen.

Wir entdecken uns neu

Rätsel für Rätsel unserer Haut und Sinne

mit den Händen streifen wir durch alle Landschaften.

Im Schatten eines verlorenen Liedes

schenken wir uns die Liebe

entfachen wir ein Feuer und brennen uns nieder.

Wecke mich mit einem Kuss aus der Asche

küsse mich morgenrot

und belebe mich mit deiner Liebe.

Halte mich fest umarmt

und küsse mich micht einem Gedanken

für eine noch ungeschriebene Liebesgeschichte

mit hauchzartgrüner Tinte – pastellfarbengrün wie neues Leben.

que ceux qui nous aiment voyagent en nous en secret ….

J’irai m’asseoir un matin au fond de ton cœur. Respirer l’air de tes chemins, parfum de ciel ou de fleurs. Écouter le chant de ton histoire les mains en prière sans pensée ni regard, m’abandonner pour te connaître. J’irai dormir sous tes étoiles, toucher à celles qui te parlent, ressentir la force de ta voile lorsque le vent agite ton âme. J’irai saluer tes jours fragiles, apercevoir qu’au bout de toi-même il existe des horizons d’une beauté sans gêne. J’irai nager dans l’eau de ta foi, celle qui berce tes faiblesses parce que tu m’as déjà dit, je crois, que ceux qui nous aiment voyagent en nous en secret ….