Das Besondere der Regentropfen

Zoé weckt mich seit ein paar Tagen am frühen Morgen exakt um 5 Uhr.

Nach vielen Tagen Sommerhitze, regnete es heute. Ich liebe den Regen und wäre am liebsten in den Garten gerannt und hätte im Regen getanzt wie ein Kind.

„Zoé, nach dem Frühstück gehen wir raus,“ sagte ich zu ihr. Zoe lächelte mich an, ihre kleine Hand hielt meinen Zeigefinger fest.

Das Morgenspiel tut uns beide gut. Sie ist dadurch von ihrem „riesengroßen Hunger“ abgelenkt und ich habe mehr Zeit für ihre Körperpflege.

Sauber und frisch und satt machten wir einen ganz kurzen Spaziergang im Regen.

Zoé machte riesengroße staunende Augen, spitzte den winzigen Mund, als schien sie etwas zu suchen und zu hören. Sie fuchtelte mit Ärmchen und mit ihren Händchen, als würde sie den einen oder anderen Regentropfen einfangen und festhalten wollen.

Die Regentropfen fielen rhythmisch wie Herzschläge auf einen kleinen Mosaiktisch auf der Terasse. Das schien sie zu faszinieren. Sie sah den fallenden zu Regentropfen und lächelte.

Ich lächelte sie an – sie ist meine winzige Göttin.

Plötzlich musste ich lachen.

Ich erinnerte mich am Oma. Ich liebte diese Phase, wo Oma schrittweise zum alten kleinen Kind wurde. Ich liebte nicht ihre Hilflosigkeit, sondern ich liebte die Art wie sie die Welt sah, die Art wie sie ihre Liebe zu mir zeigte, die Art wie sie mir das Leben erklärte, und wie sie schrittweise zum kleinen alten Kind wurde.

Ich besuchte sie in dieser Zeit sehr oft, so gut wie ich meine Freizeit einteilen konnte.  Oma schlief  2017 für immer ein.

An einem Sommertag gab es ein heftiges Gewitter. Es blitzte und donnerte und es regnete in Strömen.

Oma konnte die ganze Zeit sehr schlecht gehen. An jenem Tag vergaß sie, dass sie schlecht gehen konnte und kam zu mir ins Zimmer. Sie packte mich am Arm und wollte mich von der Couch hochziehen.

„Da schießen sie!“ schrie sie mich an. „Hörst du! Der Krieg ist schon viel zu nah. Hörst du Émi?“ schrie sie weiter und zog an meinem Arm.

Ich stellte mich neben die, legte meinen Arm beruhigend um sie. „Omi, es donnert und regnet draußen. Das ist der Regen.“ sprach ich beruhigend auf sie ein.

Oma sah mich an, als würde ich mit ihr in einer Fremdsprache sprechen die sie nicht versteht.

„Es regnet …es regnet….die Erde wird nass.“ sang sie. Und ich ergänze“ Da freuen sich die die Blumen, die Bäume und das Gras.“

Wir standen in einer Umarmung und verloren uns im Lied.

„…und wenn es genug geregnet hat, dann hört es wieder auf“ sang Oma.

Oma konnte noch mit über 80 Jahren gut singen.

Und plötzlich schrie sie: „Huch, ich habe noch Wäsche draußen hängen. Und du was stehst hier herum? Hast du nichts zu tun? Wie sieht es hier aus? Räum sofort dein Spielzeug weg! Hörst du du Bankert? Wenn ich wieder komme, ist alles weg, sonst schmeiß ich alles zum alten Eisen. Alles. Dich auch.“

Ich führte Oma wieder in ihr Zimmer, zog ihre Strümpfe aus und führte sie zu ihrem Ohrensessel am Fenster.

„Es regnet Émi. Weißt was das heißt? Heute müssen wir nicht gießen. Heute können wir faulenzen.“

„Aber ja Omi.“ Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und küsste sie auf die Stirn, wie man ein Kind küsst.“

Man sagt: wenn man ein Kind auf die Stirn küsst wächst es groß.

Ich küsste sie wie ein großes altes Kind. „Es regnet es regnet…“ sang sie wieder und ich ergänzte.

Oma schloss die Augen und schlief sofort ein.

 

Singend ging ich mit Zoé zurück ins Haus. Ihr Ärmchen und Händchen hielten nicht still.

Ich weiß nicht wie lange wir am Fenster standen und den Regen beobachten. Ich weiß aber, Zoé mag den Regen.

 

 

 

 

Die zerissene Kette

Wie der Zufall es wollte, begegnete sie ihm auf der Straße. Nach einer kurzen Begrüßung mit einem knappen „Hallo“, so wie Fremde sich begrüßen, sagte er zu ihr:

„Ich hoffe du konntest deine Gefühle für mich und deine Gedanken über uns sortieren und du hast deinen Frieden gefunden.“

„Aber ja,“ antwortete sie knapp und ihre Gedanken waren sehr weit weg von ihm. „Ich habe meinen Frieden. Ich habe dich fast vergessen. Ich kann dir wie eine Fremde begegnen.“ Sie sah an ihm vorbei,  beobachtete die Menschen auf der anderen Straßenseite.

„Ich hoffte, dich irgendwann wieder zu sehen.  Ich hoffte immer, ich würde dir dann in die Augen sehen und ich würde lächeln. Ich würde das stolzeste Lächeln für dich auf meinen Gesicht haben. Und ich wünschte mir, du würdest mir in die Augen sehen, mich anlächeln und würdest meine Haare zerwühlen und „Strubbel“ rufen, weil es dir immer Spaß machte meine Haare zu zerstrubbeln. Und ich…… ich werde nie aufhören, dich dafür zu lieben. Ich vermisse deine Finger im meinen Haaren. Ich habe dich all die Zeit vermisst.“ sagte er leise.

Sie sah ihm in die Augen als sie antwortete: „Ich hoffte dich nie wieder zu sehen. Und ich hoffte ich könnte dir irgendwann wie eine Fremde begegnen. Das was von dir übrig blieb ist eine zerissene Goldkette die meine Mama zum Examen geschenkt hat. Ich habe sie immer noch nicht repariert. Zu sehr erinnere mich noch an deine wütenden Hände, die glaubten mich damit erwürgen zu können. Lass mir meinen Frieden, lass mich dich ganz vergessen.“

Sie machte ein paar Schritte zurück, drehte sich um und rannte davon.

Eines Tages brachte sie die Kette zum Juwelier und ließ sie reparieren. Ein Zeichen, sie hat ihn vergessen.

Ich mag die Art….

Ich mag die Art,

wie die Sonne mich sieht,

– als einen Schatten –

Sie formt die Umrisse meines Körpers,

malt ein Herz,

wärmt mich auf

und hält mich am Leben.

Ich mag die Art, wie der Sand mich sieht

– nur als ein verbeulter Fußabdruck –

Meine Füße schreiben Schritte in den Sand

Aber am Morgen werden sie wieder gelöscht.

Es gibt immer wieder ein neuer Morgen,

ein neuer Tag und einen neuen Anfang,

wissen die Gezeiten.

Ich respektiere

wie das Meer mich sieht

– als ein Wesen das sich von seinen Wellen tragen lässt,

anstatt zu schwimmen und zu tauchen.

Bei Ebbe baue Luftschlösser und Burgen aus Sand

und ich bin Königin bis die Flut kommt

und mir alles nimmt.

Nur ich bleibe stehen

wie ein Schatten mit Herz

und ein paar Spuren im Sand

die das Meer übrig ließ

zur Erinnerung,

dass die Sonne mir Herz und Wärme schenkte

damit mich das Leben sieht.

Ich mag die Art wie mich das Leben sieht

– als einen Menschen der geboren wird,

aufwächst und liebt und dann geht

und alles mitnimmt – das Leben und die Liebe –

die Sonne, die Spuren im Sand und den Schatten mit Herz.

 

©Émilia

Werbung für mein Manuskript

Auszug aus meinem Manuskript

Man lernt, dass der eigentliche Sinn von Ebbe und Flut ist, sich zu wiederholen. So als hätte jemand ein Versprechen darin versteckt.

Ich werde jetzt an den Fluss gehen. Die untergehende Sonne wird die Wellen rot färben und der Himmel wird sich darin spiegeln, bis er zum Meer wird wie wir ein Meer waren.

Ich werde in deine Richtung schauen und werde die Briefe dem Fluss übergeben und werde mit den Augen und mit den Gedanken ihnen hinterher reisen.

 

Ich hoffe du fühlst es wie nahe ich dir bin.

 

Und ich werde tagtäglich auf den Fluss blicken

und mich nach dir sehnen.

Und wenn die Wellen sich am Ufer brechen,

werde ich mich fragen,

ob du mich denkst.

Und in mir wird dann Sehnsucht sein.

Wie eine Statue aus Fleisch und Blut und Herz

werde ich mit den Füßen im Sand stehen

und mich fragen:

„was wird die Zeit mit bringen,

Vergessen oder ewige Sehnsucht?“

 

Schicke mir ein Stückchen Meer von dir, ein Stückchen Himmel und ein Stückchen Sonne.

Etwas was der Augenblick halten kann bevor er unter geht.

Schicke mir etwas damit ich weiß wie es dir geht. Ein Zeichen …..

 

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um weiter zu lesen klickt bitte auf den Link der zu Bookrix führt. Das Fragmentarium

Ich würde mich gerne auf die eine oder andere Rezession freuen können.

Habt vielen herzlichen Dank

Émilia

Deine Hand

die den Wind streichelt, um die Sehnsucht sprechen zu lassen.

die Hand die die Seiten berührt, um blind zu lesen.

Deine Hand, die das Kind mit deiner Liebe zudeckt.

Deine Hand, die mich in meinen schwereren Tagen liebkost.

Deine Hand, die, die mein lächelndes Gesicht streichelt,

die, die die Tränen meines Meeres wegwischt.

Deine Hand, die sich auf meine Brust legt,

um das Schlagen meines Herzens zu hören.

Die, die meine Lenden in unseren Genüssen hält.

Deine Hand, die mir die verrücktesten Ziele zeigt.

Deine Hand ist die Verlängerung deiner Liebe, deines Lachens, deiner Glückseligkeit.

Deine Hand ist ein Lächeln

Ja,

wenn du nur einen Augenblick von mir entfernt bist,

vermisse ich deine Hände.

Die, die mir so viel Liebe und Glück geben.

Und wenn ich mich umdrehe … bin ich glücklich,

deine Hand zu halten.

Deine Hand, meine Hand … Unsere Liebe …

Quand l’ombre et la lumière
dessinent sur ton corps,
des montagnes, des forêts
et des îles aux trésors.

Te relire le corps
encore et en corps
Dans l’argile,
écrire sur ta soie
des traces chercheuses,
de zones parlantes
Dans un lit grand ouvert
te séduire le corps
encore et en corps.
Dans l’audace
respirer ton désir.
Les pensées allongées
sur la peau qui s’éclate
Les replis de tendresse
te repeindre le corps
encore et en corps
dans l’abstrait.
Envahir ton espace
les couleurs mouvantes à verser dans l’extase
le trop plein de la nuit
encore et en corps

Je t’aime et il n’y a rien qui puisse changer cela

Je t’aime et il n’y a rien qui puisse changer cela. Ni la raison, ni le temps ne pourront m’empêcher de t’aimer. Je peux pas l’expliquer, je le sens juste la, tout au fond de moi, comme une mélodie tapie depuis toujours. Je t’aime. C’est tout. Et c’est aussi simple que ça.

Et il y a des instants comme ça, où je suis traversée par le désir, le besoin, presque viscéral, de t’écrire des lettres d’amour. Il faut que j’extériorise, absolument, ces sentiments que je ne peux pas exprimer de vive voix.

Psaume – Vagabondage poétique et philosophique

Ta solitude cachée m’a toujours fait souffrir
Seigneur, mais que pouvais-je faire ?
Enfant, je jouais avec toi,
je te démontais par l’imagination comme on bricole un jouet.
Plus tard ma sauvagerie l’emporta,
mes chants périrent
et sans t’avoir jamais senti proche
je t’ai perdu pour toujours
dans la terre et le feu, sur les eaux et dans les airs.

De l’aube au crépuscule
je ne suis que fange et blessure.
Toi tu t’es refermé dans ton ciel comme dans un cercueil.
Oh, si tu n’étais plus apparenté à la mort
qu’à la vie
tu me parlerais. Où que tu sois,
au fond de la terre ou dans les contes, tu me parlerais.

Seigneur, montre ta face dans les épines d’ici-bas
afin que je comprenne ce que tu attends de moi.
Me faut-il saisir au vol la lance envenimée
jetée d’en bas par ceux qui cherchent à te blesser sous l’aile ?
Ou ne réclames-tu rien ?
Tu es l’immuable, l’identité muette
(arrondi en soi a est a),
tu ne demandes rien, pas même une prière.

Vois, les étoiles font leur entrée dans l’univers
en même temps que mes interrogatives tristesses.
La nuit est sans fenêtres sur le monde.
Seigneur, désormais que vais-je devenir ?
Laisse-moi me défaire en toi, me dépouiller de mon corps
comme d’un vêtement abandonné en route.